Quartierleben
Als die Stadtpräsidentin über den Chillesteig in Höngg ritt
Corine Mauch wurde 2009 zur ersten Zürcher Stadtpräsidentin gewählt. Nach 17 Jahren gab sie nun den Stab an Raphael Golta weiter. In dieser Zeit repräsentierte sie Zürich an weit über tausend Anlässen – auch in Höngg: Bei uns stieg sie in den Sattel.
27. Mai 2026 — Redaktion Höngger
Corine Mauch hat gestern, am 26. Mai, ihr Amt als Stadtpräsidentin in einer kleinen Zeremonie an ihren Nachfolger Raphael Golta übergeben. Dazu veröffentlichte die SP-Politikerin eine letzte Nachricht auf ihrem Facebook-Kanal:
«17 Jahre. Unzählige Entscheide, Gespräche, Begegnungen – und eine Stadt, die mich täglich begeistert und gefordert hat. Heute durfte ich den Stadthausschlüssel an unseren neuen Stadtpräsidenten Raphael Golta weitergeben.» Sie verabschiede sich mit «grosser Dankbarkeit – und Zuversicht, dass Zürich auch zukünftig mit Herz und Verantwortung geführt wird».
In diesem letzten Post – der Kanal der Stadtpräsidentin endet hiermit – erwähnte Corine Mauch auch die Begegnungen mit Zürcherinnen und Zürchern an Abstimmungssonntagen, auf dem Velo, im Tram oder irgendwo zwischen Kreis 1 und 12 – und an Quartierfesten.
Über den Chillesteig
Das Wümmetfäscht 2024 war ein solches Fest. Auf Einladung der Zunft Höngg kam Corine Mauch – ganz ohne Entourage – mitten zu uns ins Quartier. Während rund einer Stunde erlebte die damalige Stadtpräsidentin allerhand: einen Apéro bei der «Wiilaube», einen Spaziergang über das Festgelände, ihren Auftritt auf der Kleinkunstbühne und schliesslich einen Ausritt auf dem Chillesteig.
Gut gelaunt setzte sich Corine Mauch auf ein Pferd namens Mathilde. «Wackelig» sei es gewesen, sagte sie anschliessend lachend. Generell sei es eindrücklich, wie viele Menschen sich ehrenamtlich für das Fest engagierten.
Nicht nur der Besuch am 45. Wümmetfäscht, sondern auch das Grusswort von Corine Mauch im Festführer wurde in Höngg viel beachtet. «Höngg trägt den Weinbau nicht nur im Wappen, sondern lebt die Weinkultur auch heute noch. Der wunderschöne Rebberg am Chillesteig ist weitherum sichtbar», schrieb Corine Mauch.
Die Würdigung der Stadt
Corine Mauch wurde 2009 zur ersten Zürcher Stadtpräsidentin gewählt. Während 17 Jahren repräsentierte sie Zürich an weit über tausend Anlässen als weltoffene, innovative und solidarische Stadt. In ihrer Amtszeit wuchs die Stadt um mehr als 70 000 Einwohner*innen und noch mehr Arbeitsplätze.
Die Förderung von bezahlbarem Wohnraum und die Sicherung der gesellschaftlichen Vielfalt in der wachsenden Stadt gehörten zu ihren zentralen Anliegen: Unter Corine Mauchs Führung beschloss der Stadtrat 2012 seine erste wohnpolitische Strategie und entwickelte sie seither weiter. Instrumente wie das sozialräumliche Monitoring helfen, Verdrängungsrisiken frühzeitig zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Die Einsetzung eines Wohndelegierten stärkte die städtische Wohnpolitik.
Weitreichend war ihr Engagement für das gute Zusammenleben und für bessere Chancen und gleiche Rechte für alle Zürcher*innen: Motivationsbriefe zur Einbürgerung, die Initiative für ein Ausländer*innen-Stimmrecht, die ersten Massnahmenpläne zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und die Erhöhung des Frauenanteils im städtischen Kader sind Beispiele.
Kultur war für Corine Mauch ein Herzensthema. Mit zusätzlichen Ateliers, weiterentwickelten Förderinstrumenten und Massnahmen für gerechtere Löhne stärkte sie die Freie Szene. Wichtige Infrastrukturprojekte wie die Sanierung von Kongresshaus und Tonhalle, die Erweiterung des Kunsthauses und der Neubau des Tanzhauses fallen in ihre Amtszeit.
Unter der Präsidentschaft von Corine Mauch bewältigte die Stadt Zürich die Corona-Krise erfolgreich. Unter anderem mit subsidiären Massnahmen zugunsten besonders betroffener Bereiche wie Gastro und Hotellerie, Kultur oder notleidende Kleinstunternehmen.
Eine respektvolle und konstruktive Zusammenarbeit verstand Corine Mauch als Schlüssel zum Erfolg. Dafür setzte sie sich leidenschaftlich ein: sei es im Stadtrat, mit den Zürcher Unternehmen, mit Kanton und Bund, mit den Nachbarsgemeinden sowie mit Städten in der Schweiz und weltweit. Zürich nahm unter ihrer Führung auch international Verantwortung wahr und stärkte den Wissensaustausch sowie die humanitäre Hilfe.





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