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Kultur

Vielstimmige Klangwelten

13. Juli 2021 von

Während des Corona-Jahres formierten sich Musikerinnen der Sinfonietta Höngg zu Kammermusik-Ensembles.
Foto: Verena Weber

Während des Corona-Jahres formierten sich Musikerinnen der Sinfonietta Höngg zu Kammermusik-Ensembles.

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Online seit
13. Juli 2021

Printausgabe vom
15. Juli 2021
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Die Sommerserenade der Sinfonietta Höngg erklang wie letztes Jahr mit einem reduzierten aber nicht minder anspruchsvollen Programm.

Wegen Corona durfte das Orchester Sinfonietta Höngg monatelang keine Proben durchführen. Weil man aber nicht ganz aufs gemeinsame Musizieren verzichten wollte, fanden sich einzelne Musikerinnen zum Trio oder Quartett zusammen, um Kammermusikwerke von Bach bis Schubert einzustudieren. Eine Auswahl davon wurde an diesem Abend einem kleinen Publikum präsentiert.
Seit einigen Wochen sind Proben mit über 15 Personen wieder erlaubt, so nahm Emanuel Rütsche zwei Werke aus dem ursprünglichen Programm mit einem immer noch stark reduzierten Orchester wieder auf.
Den Auftakt des Abends machten drei Sätze aus Giovanni Gabrieli’s Sacrae Symphoniae, komponiert im Jahr 1597. Der venezianische Renaissance-Komponist und Kirchenmusiker Gabrieli schuf das polyphone Werk ursprünglich für die Aufführung im Markusdom. Von der Sinfonietta wurde es umgesetzt mit Streichern, Flöte, Oboe und Fagott, die in einem lebendigen Gespräch der Stimmen wunderbare Klangwelten erzeugten: von tänzerisch-virtuos bis zu ruhevoll-majestätisch.
Zwei Trios und zwei Quartette, formiert aus den Orchestermusikerinnen, präsentierten anschliessend einen Auszug ihrer einstudierten Kammermusikstücke von Joseph Haydn, Franz Schubert, Christoph Schaffrath und Antonin Dvořák. Das Publikum war beeindruckt von den solistischen Leistungen der Musikerinnen und würdigte sie mit langem Applaus.
Das Finale bildete die Simple Symphony für Streichorchester von Benjamin Britten (1913-1976). Dieses Werk, von Britten in jungen Jahren komponiert, ist allerdings überhaupt nicht simpel und gerade für ein kleines Orchester sehr anspruchsvoll umzusetzen. Mit hohen Tempi startet der erste Satz Boisterous Bourrée, dann folgt das verspielte Pizziccato-Stück. Von melancholisch bis dramatisch reicht das Gefühlsspektrum der Sentimental Sarabande, das wohl bekannteste Stück aus der Symphonie. Zum Schluss wird wieder Tempo aufgenommen im Frolicsome Finale, fast etwas trotzig wirken die Staccati und schnellen Läufe – aber auch optimistisch, wie eine persönliche Botschaft des Orchesters ans Publikum: «Wir sind zurück!»
Die Musikerinnen und Musiker der Sinfonietta freuen sich auf die kommende Saison und hoffen sehr, dass sie ihr geplantes Programm wiederaufnehmen, regelmässig proben, und am 23. Januar 2022 ein Konzert mit grosser Besetzung und vollem Klang aufführen können. 

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