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Kinder & Jugend

Rauschendes Fest in Downtown Rütihof

20. Juni 2019 von

Eine farbenfrohe Stadt ist auf dem Gelände des Schulhauses Rütihof entstanden.
Foto: zvg

Eine farbenfrohe Stadt ist auf dem Gelände des Schulhauses Rütihof entstanden.

Foto: zvg

Auch die Lehrer geben ein paar Stücke zum Besten.

Lange Schlangen bildeten sich beim Coiffeur.

Voller Einsatz im Tattoo-Studio.

Von

Online seit
20. Juni 2019

Printausgabe vom
27. Juni 2019
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Das Schulhaus Rütihof feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum verwandelte sich das Schulhaus für eine ganze Woche in eine quirlige Stadt. Am Schulhausfest vergangenen Samstag, den 15. Juni, durften auch die Eltern die Stadt besuchen.

Der grösste Andrang herrschte an diesem Nachmittag beim Coiffeur sowie im Tattoo-Studio. Lange Schlangen erstaunlich geduldig wartender Kinder bildeten sich vor dem Friseurladen, in dem nicht nur Zöpfe geflochten, sondern auch coole Gelfrisuren angefertigt und Haare gefärbt werden konnten. Ambitioniert sprayten die im Coiffeur-Salon tätigen Schüler*innen unter Anleitung fachkundiger Lehrpersonen und Eltern ihren Mitschüler*innen die gewünschte Farbe ins Haar und übten sich im Flechten. Bald schon ging erst die blaue, dann die grüne Farbe aus, nur pink und violett waren noch verfügbar – ein Umstand, der den einen oder anderen Interessenten dann doch vom Haarfärben abhielt. Ähnlich belebt ging es beim Tätowieren zu und her, wo aus verschiedenen Schablonen ausgesucht werden konnte, deren Motive dann durch die Mitarbeiter*innen des Tattoo-Studios mit Eyeliner und Babypuder auf die Haut aufgetragen wurden. Kaum ein Arm, Hals oder Bein, die an diesem Tag ohne Verzierung blieben.

Stadt der tausend Möglichkeiten

Daneben gab es selbstverständlich noch an unzähligen weiteren Ständen zu entdecken, was die Rütihofstadt so alles zu bieten hatte. So konnten bei der Feuerwehr mit echten Feuerwehrschläuchen unechte Brände gelöscht werden, im Krankenhaus stand ein Rettungswagen zur Besichtigung bereit. Die «Bankangestellten» halfen den Besucher*innen dabei, ein Konto mit einem Startguthaben an «Rütis» zu eröffnen, die Währung, die für den Bezug von Dienstleistungen der Stadt benötigt wurde. Wer das Glück herausfordern wollte, konnte seine Rütis gleich darauf im Casino wieder aufs Spiel setzen. Weniger risikoreiche Unterhaltung gab es im Kino oder im Tanzstudio, auch ein Besuch im Kunsthaus war sehr zu empfehlen – direkt nach dem Besuch des Reisebüros und dem Absolvieren der Stadtführung.

Eine ganze Woche Projektarbeit

Den Grundstein – oder vielmehr zahlreiche verschiedene Grundsteine – für diese Stadt hatten Lehrpersonen und Schüler*innen des Schulhauses davor gemeinsam in ihrer viertägigen Projektwoche gelegt: eine ganze Woche lang kein normaler Unterricht in den Klassen, sondern klassenübergreifende Ateliers zu den verschiedenen Bereichen der Stadt, die sich die Kinder selbst aussuchen durften. Für einmal standen nicht Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch auf dem Stundenplan, sondern ganz praktische und konkrete Erfahrungen, die zu den Berufssparten passten, die sie sich ausgesucht hatten.

Typisch Grossstadt

Das Ergebnis dieser Projektwoche präsentierten die Kinder nun stolz ihren Eltern, Freunden und Verwandten. So gross war das Angebot, dass es für die Besucher*innen praktisch ein Ding der Unmöglichkeit darstellte, alle Stände zu besuchen – ganz wie in einer echten Metropole. Zum Glück gab’s da auch noch die Festwirtschaft – die einzige Dienstleistung, die nicht in Rütiwährung bezahlt werden konnte – in der sich Alt und Jung zwischendurch jeweils eine Verschnaufpause vom Grossstadtstress gönnen konnte.

Bürgermeisterinnen der ersten Stunde

Von allzu langer Dauer konnten die Pausen dennoch nicht sein, denn natürlich durfte in der Stadt auch eine Festbühne nicht fehlen, auf der weitere kulturelle Highlights auf die Besucher*innen warteten. So konnten die beiden Bürgermeisterinnen alias Schulleiterinnen Esther Zoller und Bettina Wyss die zahlreich erschienenen Gäste in Rüticity begrüssen und ein wenig auf die Anfänge des Schulhauses und seine Geschichte zurückblicken. Vor rund 30 Jahren, so die Schulleiterinnen, die beide seit den ersten Tagen im Rütihofschulhaus tätig sind, wuchs im Rütihofquartier der Bedarf nach einem eigenen Schulhaus, nach dem bis dahin alle Kinder den Unterricht im Riedhofschulhaus hatten besuchen müssen. Ursprünglich, so Zoller weiter, sei das Areal unterhalb des Restaurants Grünwald als Standort für das Schulhaus vorgesehen gewesen, eine Idee, die jedoch relativ schnell wieder verworfen worden sei. Stattdessen wurde der Standort Giblenstrasse ausgewählt, an dem nun mittlerweile rund 350 Kinder die Schule oder den Kindergarten besuchen – Tendenz steigend. Das Quartier wächst weiter, so dass diesen Sommer die Kindergartenklassen wieder von vier auf fünf aufgestockt werden: Auf dem Schulgelände wird erneut – wie bereits früher – eine Kindergartenklasse einziehen.

Musik zum Ausklang

Auch Gabriela Rothenfluh, die Präsidentin der Kreisschulpflege, sprach dem Schulhaus ihre Glückwünsche aus und erinnerte sich in ihren Grussworten daran, wie sie sich selbst mit 25 gefühlt hatte. Danach und für den zweiten Showblock, der gleichzeitig auch das Ende der Feierlichkeiten einleitete, gehörte die Bühne der Musik. Unter Leitung von Peter Kennel konnten nicht nur die jungen Musiker*innen des Rütihof-, und des Lachenzelgorchesters beweisen, was sie bei ihrem Dirigenten gelernt hatten, nein, auch die Lehrpersonen zeigten sich von ihrer musikalischen Seite. Und gerade noch rechtzeitig vor dem grossen Gewitter schloss Rütihof City gegen neunzehn Uhr schliesslich seine Tore. Aus der Stadt ist nun wieder ein ganz «normales» Schulhaus geworden – bis zum nächsten Jubiläum.

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