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Zehntenabgabe bei der Zunft zur Letzi

13. September 2017 von

Foto: Ueli Friedländer

Die Wurzeln der Zehntenabgabe der Letzi-Zunft liegen bereits im Mittelalter.

Foto: Ueli Friedländer

Die unwillig zur Zahlung Verknurrten.

Die eingehenden Steuern – Brot und Käse, Früchte, Wein und Blumen – wurden anschliessend an alle Anwesenden verteilt.

Von

Online seit
13. September 2017

Printausgabe vom
14. September 2017
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Den Zehnten (Steuern) zu bezahlen, schmerzt immer. Und da dieses Jahr am 2. September sogar das Wetter mittrauerte, fand die traditionelle Zehntenabgabe der Zunft Letzi in Albisrieden wieder einmal im grossen Saal des Pflegezentrums Bachwiesen statt, wo der Albisrieder Untervogt und der städtische Obervogt, Letzi-Zünfter Markus Forster und Letzi-Zunftmeister Jürg Vogel, den jährlichen Zehnten in Geld und Naturalgaben von ihren zahlungsunwilligen Steuerpflichtigen einforderten.

Die Wurzeln der Zehntenabgabe der Letzi-Zunft liegen bereits im Mittelalter, wo jeweils in Zehnten-Urbaren festgelegt wurde, welcher Hof wieviel an erwirtschafteten Naturalien und Geld jährlich als Steuer abzuliefern habe. Auch die Bauerndörfer Altstetten und Albisrieden waren damals der Stadt Zürich und ihren Institutionen – vor der Reformation den Klöstern, nachher den Spitälern –zehntenpflichtig. Diese Steuern wurden durch einen Untervogt aus den Reihen der Dorfbevölkerung unter den gestrengen Augen eines Obervogtes aus der Stadt eingezogen. Nachdem sie 2009 letztmals als «Schuldnerin» auf der Letzi erschienen war, war die Zunft Höngg heuer wieder in grosser Anzahl präsent, angeführt von Zunftmeister Daniel Fontolliet; als beredter Höngger Zentenpflichtiger amtete René Steiner. Aber auch sonst war das Dorf Höngg in allen Reden präsent: Jeder Schuldner erwähnte Höngg, die Höngger Reben und den Höngger Wein, wenn auch meist ironisch nur als prominentes Negativbeispiel. Kameradschaftliche «Hass-Liebe» zwischen zünftigen Freunden eben, ein Spiegel aber auch für den wehmütigen Blick, den Letzizünfter jeweils dem Höngger Sonnenhang schenken, wo die Sonne im Gegensatz zum Albisrieder Schattenhang von morgens früh bis spätabends Wärme und Licht spendet. Die eingehenden Steuern – Brot und Käse, Früchte, Wein und Blumen – wurden anschliessend wie immer als historisch belegtes «Käse-Teilet» an alle Anwesenden verteilt.

Eingesandt von Ueli Friedländer

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