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Dossier Werdinsel

Was läuft und nicht läuft auf der Werdinsel

16. Juli 2009 von

Foto: Fredy Haffner

Spiel und Training der Baseballer auf der Werdinsel sorgen immer wieder für Konfliktstoff.

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Online seit
16. Juli 2009

Printausgabe vom
16. Juli 2009
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Die Werdinsel sorgt immer wieder für Gesprächsstoff. In der letzten Sitzung der Gruppe SISA Werdinsel ging es um Falschparkierer, das abgesagte Openair, Baseballer und – um die Zukunft.

Die Vertreter der Stadt, des Quartiervereins Höngg, der Anwohnerschaft und verschiedener Interessengruppen, die sich regelmässig im Netzwerk für Sicherheit und Sauberkeit, SISA Werdinsel, zum Gespräch treffen, hatten auch am vergangenen 6. Juli wieder eine volle Traktandenliste mit brisanten Themen. Als Erstes sorgten die um die Werdinsel auf den Gehsteigen parkierten Motorräder kurz für Gesprächsstoff. Die Vertreter der Polizei kündigten an, dass nun häufiger gebüsst werde und dass auf der Insel die Kontrollen verstärkt würden, um die Situation zu entschärfen. Nächstes Jahr könnten allenfalls Plakate darauf hinweisen, dass die Polizei Bussen verteilt – für dieses Jahr ist eine solche Kampagne aber nicht mehr realisierbar.

Abgesagtes Openair und neues Gesuch im nächsten Jahr

Ein grösseres Thema war das abgesagte Werdinsel-Openair. Alle Anwesenden nahmen den Entscheid der Veranstalter des Werdinsel-Openairs, den Anlass mangels einer zweitägigen Bewilligung dieses Jahr abzusagen, mit grossem Bedauern zur Kenntnis, explizit auch die Vertreterin der Anwohnerinnen aus der Winzerhalde. Für 2010 wird der Verein Werdinsel-Openair wieder eine Bewilligung für zwei Tage eingeben – die Gruppe SISA Werdinsel kündigte an, dieses Gesuch zu unterstützen. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass Luzia Tozzi, Gemeinderätin der SP – aber nicht Mitglied der Gruppe SISA Werdinsel –, und 17 Mitunterzeichnende am 10. Juni eine schriftliche Anfrage an den Stadtrat gerichtet haben, in der sie unter anderem wissen wollen, was denn «die Überlegungen des Stadtrates bei der Güterabwägung zwischen soziokulturellem Nutzen einer weit herum akzeptierten und beliebten Quartierveranstaltung und dem Lärmschutz einiger weniger» seien. Auf die Antwort darf man gespannt sein.

Schwelender Konflikt

Immer wieder für Unmut bei den Bewohnern der Liegenschaft Werdinsel 1a, dem einzigen Wohnhaus auf der Insel, sorgen die Baseballer, die regelmässig auf der Wiese neben den Schrebergärten trainieren. Verbieten kann das den Sportlern niemand, denn die Wiese ist ein öffentlicher Raum und explizit als Spielwiese gedacht. Trotzdem war in der SISA-Sitzung letzten April beschlossen worden, den Baseballern eine Alternative anzubieten. Unterdessen wurde der mögliche Ersatz, ein Kunstrasenplatz im Juchhof, den Baseballern gezeigt. Sie befanden ihn aber für zu klein und lehnten dankend ab. Die Kompromissbereitschaft der Anwohner und der Baseballer sei stark gesunken, wurde in der Sitzung festgestellt. Eine Lösung sei nicht in Sicht, zumal weder die beteiligten Anwohner noch die Baseballer zu einer direkten Aussprache bereit seien. Eine Lösung könnte allenfalls Grün Stadt Zürich durch die Erteilung einer offiziellen Bewilligung für eine regelmässige Nutzung der Wiese erzielen. Diese Möglichkeit soll nun geprüft werden. Sollte es zu keiner Einigung kommen, so wurde am runden Tisch festgehalten, müssten die Aufwendungen zur Lösung des Konflikts reduziert werden. Der Aufwand, den die involvierten Dienststellen in den letzten drei Jahren betrieben haben, sei kaum mehr zu rechtfertigen. Der unbeteiligte Beobachter fragt sich, wie schlimm es denn sein kann, für die Dauer eines Schweizer Sommers Lärm zu ertragen, wenn man dafür den Rest des Jahres auf einer ruhigen Insel wohnen darf.

Grill und nächste Sitzung

Auch die Grillstellen werden rege genutzt und es entstehen laufend neue. Auch hier soll geprüft werden, wie die Verhaltensregeln betreffend Grillieren im nächsten Jahr kommuniziert werden könnten. An der nächsten Sitzung Ende September wird die Gruppe SISA Werdinsel auf einen langen, hoffentlich noch schönen und konfliktfreien Sommer zurückblicken und beschliessen, was alles unternommen werden muss, damit das «Inseli» auch nächstes Jahr für alle ein attraktives Naherholungsgebiet bleibt.

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