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Ratgeber

Vorsorge fürs Tier

22. November 2017 von

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22. November 2017

Printausgabe vom
22. November 2017
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Sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen, fällt den meisten Menschen schwer. Wir vermeiden es möglichst, uns über den Tod, einen schweren Unfall oder auch über eine schwere Krankheit Gedanken zu machen. Passiert dann doch etwas, trifft es uns unerwartet und unvorbereitet.

Besonders heikel wird es, wenn noch Haustiere da sind, wie zum Beispiel die Katze Gertrud: Die Halterin der Katze musste überraschend ins Spital. Da die Dame keine Verwandten hatte, die sich um das Tier kümmern wollten und sie auch keine weiteren Vorkehrungen getroffen hatte, kam die betagte Katzendame in das nächste Tierheim. Dort stellte sich heraus, dass dieses zarte und verwirrt wirkende Wesen taub und halb blind war und unterer chronischem Durchfall litt. Die ganzen aufwändigen und auch stressigen Untersuchungen hätten Gertrud erspart werden können, wären von Anfang an alle Informationen vorhanden gewesen. Dabei hatte Gertrud noch Glück im Unglück, sie wurde rechtzeitig gefunden und gerettet. Andere Tiere haben weniger Glück, schlicht, weil niemand etwas von ihrer Existenz weiss. Solche Situationen sind natürlich nicht nur aus Tiersicht schlimm. Auch für die Tierhalterinnen und -halter ist es oft nur schwer zu ertragen, wenn sie nicht wissen, was mit ihrem geliebten Haustier passiert. Ist es in guten Händen? Wird es gut versorgt? Ist es an einem schönen Ort?

Einfache Vorkehrungen treffen

Dabei ist es gar nicht so schwierig, bereits dann für die Tiere vorzusorgen, wenn es einem noch gut geht. Das Wichtigste dabei ist, dass im Ernstfall schnell reagiert werden kann. Bereits ein einfacher Zettel oder ein richtiger Heimtierpass im Portemonnaie mit dem Hinweis, dass sich Tiere in der Wohnung befinden und wer dafür einen Zweitschlüssel hat, kann Leben retten. Auch ein Notfallkleber am Rahmen der Eingangstüre kann eventuellen Rettungskräften den entscheidenden Hinweis geben und zumindest die Erstversorgung sicherstellen. Besonders hilfreich ist es, wenn sie zudem die wichtigsten Angaben zum Tier notieren (Krankheiten, Tierarzt und anderes) und einer vertrauenswürdigen Person übergeben. Auch eine spezielle Vereinbarung mit einem Tierheim des Vertrauens ist denkbar. Wer noch einen Schritt weitergehen möchte, hält im Testament fest, was mit den Tieren geschehen soll. Gewisse Vorkehrungen können auch über die Anordnungen im Todesfall geregelt werden. Mit diesen einfachen Vorkehrungen können die treuen Begleiter abgesichert werden, und selber kann man sicher sein, dass es den Haustieren auch dann gut geht, wenn man nicht mehr für sie sorgen kann. Übrigens: Die Katze Gertrud hatte gleich doppeltes Glück! Sie durfte ihre letzten Lebensmonate in einem liebevollen Zuhause verbringen.

Cora Braun, Leiterin Marketing & Kommunikation, Zürcher Tierschutz

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