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Kinder & Jugend

Viele Wege führen nach Rom

12. Juli 2017 von

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12. Juli 2017

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Ein Lehrabschluss ist keine Sackgasse, im Gegenteil: Heute stehen den Absolventen einer beruflichen Grundbildung von der höheren Berufsbildung über die Fachhochschulen bis hin zu den universitären Hochschulen alle Bildungswege offen.

Wohl nur die allerwenigsten Jugendlichen wissen mit 16 bereits, was sie einmal beruflich machen wollen. Wenn es die schulischen Leistungen und die Eltern zulassen, bietet das Gymnasium die Möglichkeit, sich mit der Entscheidung etwas mehr Zeit zu lassen und sich eine gute Allgemeinbildung anzueignen. Wer schliesslich trotz Maturität keinen akademischen Weg einschlagen will, hat die Möglichkeit, eine verkürzte Lehre zu absolvieren, denn nicht immer ist die Universität die zielführende Ausbildung. In der Schweiz wählen zwei Drittel der Jugendlichen von Beginn an die berufliche Grundbildung: 2016 wurden rund 70’000 erfolgreiche Lehrabschlüsse registriert, 90 Prozent davon waren Eidgenössische Fähigkeitszeugnisse (EFZ). Dieses Jahr dürfen auch wieder Lernende und deren Lehrbetriebe von Höngg stolz sein. Alle auf dieser Seite publizierten Lernenden haben mit Bravour bestanden. Wir gratulieren!

Kein Abschluss ohne Anschluss

Das Schweizer Bildungssystem zeichnet sich durch eine ausgeprägte Durchlässigkeit aus. Es gilt: kein Abschluss ohne Anschluss. Wer eine drei- oder vierjährige berufliche Grundbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) abgeschlossen hat, kann jeden nachfolgenden Bildungsweg auf der Tertiärstufe erreichen. Natürlich nicht ohne entsprechenden Einsatz. Eine Weiterbildung, die gleich nach Abschluss der Lehre angegangen werden kann, ist die höhere Berufsbildung. Sie dient der Spezialisierung und vermittelt Qualifikationen in der Unternehmungsführung. Berufs- und höhere Fachprüfungen können nach entsprechenden berufsbegleitenden Prüfungsvorbereitungen von einem bis eineinhalb Jahren im Kurs oder im Selbststudium abgelegt werden. Die zweite Art der höheren Berufsbildung sind höhere Fachschulen, die das selbstständige und vernetzte Denken fördern sollen. Diese vollzeitlichen Bildungsgänge dauern mindestens zwei, berufsbegleitend in der Regel drei Jahre. Insgesamt stehen rund 390 eidgenössische Prüfungen und 450 Bildungsgänge in allen Berufsfeldern zur Wahl.
Neben den Universitäten und den ETHs sind seit einiger Zeit auch die Fachhochschulen (FH) als Hochschulen anerkannt. Sie bieten Studiengänge in den Bereichen Technik, Wirtschaft, Design, Gesundheit, soziale Arbeit und Kunst an. Das Studium kann je nach Schule und Studiengang vollzeitlich oder berufsbegleitend absolviert werden, ergänzt wird es meist durch Praktika. Wer über ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) und Berufsmaturität verfügt, wird ohne Aufnahmeprüfung zum Bachelor eines solchen Fachhochschulstudiums im entsprechenden Berufsfeld zugelassen. Will man sich beruflich verändern und wählt eine Studienrichtung, die nicht mit der abgeschlossenen beruflichen Grundbildung verwandt ist, muss vor Studienbeginn eine einjährige, für die Studienrichtung qualifizierende Arbeitswelterfahrung nachgewiesen werden. Mit einem Bachelor FH erhält man Zugang zu einem fachverwandten oder gleichen Master-Studiengang an einer universitären Hochschule. In der Regel müssen Zusatzleistungen erbracht werden.

Trotzdem noch an die Uni?

Wer während der Berufslehre festgestellt hat, dass die Universität oder die ETH vielleicht doch das Richtige gewesen wäre, hat verschiedene Möglichkeiten, dorthin zu gelangen. Am einfachsten ist es für Personen, die während der Lehre eine Berufsmatur absolvieren konnten, diese können über die Ergänzungsprüfung Passerelle «Berufsmaturität – universitäre Hochschulen» Zugang zu den meisten Studiengängen in der Schweiz erlangen. Die Vorbereitung auf die Ergänzungsprüfung dauert in der Regel ein Jahr und wird an verschiedenen öffentlichen und privaten Schulen angeboten, kann aber auch im Selbststudium erfolgen. Wer keine Berufsmaturität hat, kann diese in einem Jahr Vollzeitstudium nachholen und die Passerelle anhängen oder die Kantonale Maturität für Erwachsene (in Zürich: KME) in dreieinhalb Jahren nachholen. 

Quelle: Berufsbildungplus.ch

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