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Politik / Im Blickfeld

Totalschaden am Ringling

28. Juni 2017 von

Foto: zvg

Christoph Marty, Gemeinderat SVP Zürich 10

Von

Online seit
28. Juni 2017

Printausgabe vom
29. Juni 2017
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In der letzten Ausgabe wurde an dieser Stelle von einem SP-Kollegen geschrieben, dass die Gemeinderäte der SVP das rund drei Hektar grosse Baufeld dem Meistbietenden zu verkaufen gedenken. Dies stellte die Motion der SVP-Vertreter des Kreises 10 doch sehr verkürzt dar.

Der Kern unseres Vorstosses war, dass die Stadt die Parzelle mit der Auflage verkauft, dass darauf Eigentumswohnungen im tiefen und mittleren Preissegment erstellt werden müssen. Die Immobilienpreise sind in unserer Stadt und vor allem im Quartier Höngg in einem Ausmass explodiert, dass es für Normalverdiener praktisch unmöglich geworden ist, sich eigene vier Wände zu leisten. Die immer restriktiveren Vorgaben der Banken zum Erhalt von Hypothekardarlehen sind da auch keine Hilfe. Wohneigentum ist eine massgebende Grundlage für Wohlstand und die soziale Wohlfahrt. Es wirkt sozial sichernd und macht unabhängig. Zudem garantiert es tiefe Wohnkosten auch bei Zinsen in normaler Höhe und ist Bestandteil einer sicheren Altersvorsorge. Es war abzusehen, dass ein solches Anliegen bei der linken Ratsmehrheit nicht gerade auf Begeisterung stossen würde. Unabhängigkeit, persönliche und wirtschaftliche Freiheit ist leider das erklärte Gegenteil der aktuellen sozialdemokratischen Politik. Da stand unser Vorstoss natürlich etwas quer in der Landschaft. Aber würden sich nicht auch viele SP- und Grüne-Sympathisanten und -Wählende über die Möglichkeit freuen, für sich und ihre Familien Wohneigentum zu tragbaren Preisen erwerben zu können? Der Wunsch nach persönlicher wirtschaftlicher Wohlfahrt und sozialer Sicherheit ist wohl eher ein menschliches Grundbedürfnis als eine parteipolitische Frage. Doch zurück zum Ringling: Der Stadtrat hat über seine Bauträger versucht, das umstrittene Projekt mit der Brechstange gegen den Willen des Quartiers und gegen den Willen der betroffenen Nachbarschaft durchzudrücken, bis er vom Bundesgericht gestoppt wurde. Dafür wurden rund fünf Millionen Franken Steuergelder verbrannt, eine mehrjährige Verzögerung ist die Folge. Und nun sollen dieselben Bauträger, die das Ringling-Projekt an die Wand gefahren haben, einfach mit einem neuen Projekt aufwarten können? Dafür waren wir nicht zu haben. Nach einem solchen Desaster wäre es an der Zeit gewesen, einen richtigen Neuanfang zu machen. Die politische Antwort, die uns die linke Ratsmehrheit erteilt hat, heisst Augen zu und durch. Die Wähler würden diesen Scherbenhaufen schon bald vergessen haben, und so wird es wahrscheinlich auch sein.

Christoph Marty, Gemeinderat SVP, Kreis 10

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