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Stadt

Gärten, Bäche und schöne Aussichten

30. Mai 2018 von

Aussicht vom Friedhof Höngg unterhalt der Reformierten Kirche.
Foto: zvg

Aussicht vom Friedhof Höngg unterhalt der Reformierten Kirche.

Von

Online seit
30. Mai 2018

Printausgabe vom
31. Mai 2018
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Die Grüne Kreispartei 6/10 lud die Höngger Bevölkerung zu einer Grün-Exkursion durchs Quartier ein – ausgehend vom verkehrsgeplagten Meierhofplatz über den Weingarten und den Friedhof Höngg bis zur Schärrerwiese.

Trotz dunkler Regenwolken haben sich zahlreiche Interessierte mit auf den Spaziergang durchs Höngger Zentrum gemacht. Dabei zeigte Landschaftsarchitekt Daniel Keller an einzelnen Standorten sehr anschaulich und fachkundig verschiedene Probleme von Natur und Klima in einer wachsenden Stadt auf.

Stadtentwicklung setzt Natur unter Druck

In Höngg stehen viele alte und neue Gebäude in direkter Nachbarschaft. Dieser Mix zeigt sich sehr eindrücklich beim genaueren Betrachten der Gärten. Bei Neubauten sind die Grundstücke in der Regel bis an die Grenzen unterbaut mit Kellern und Tiefgaragen. Dort besteht der Umschwung höchstens aus Rasen und einzelnen Büschen. In den Gärten von alten Häusern hingegen können auch Bäume und Hecken wachsen, weil die Humusschicht tief hinunterreicht. Gerade in der Frühlingszeit zeigt sich hier die Vielfalt an Pflanzen und Insekten in voller Pracht. Bei der Ankunft auf der Terrasse des Friedhofs Höngg öffnet sich der Blick auf die Limmat hinunter bis zum See im Hintergrund. Dabei zeigt sich der Kontrast sehr deutlich zwischen dem grünen Höngg und dem doch sehr grauen Industriequartier unten in der Ebene. Bei der Entwicklung von Zürich West hat es die Stadt damals unterlassen, zwischen den Überbauungen und Strassen auch für Mensch und Natur genügend Platz zu schaffen. Diese verpasste Chance lässt sich im Nachhinein fast nicht mehr korrigieren. Höngg hat mit seiner über Jahrhunderte entstandenen Struktur trotz Wachstum immer auch wertvollen Grünraum erhalten können.

Natur bringt Lebensqualität

Und wo im Laufe der Entwicklung zu viel Natur verschwunden ist, wird sie manchmal wieder zurückgeholt. Die Freilegung des obersten Teils des Bombachs und des Mühlehaldenbachs, nach Jahrzehnten in einer unterirdischen Röhre, bereichert heute das Quartier. Offene Bäche sind für Tiere und Pflanzen ganz wichtige Vernetzungskorridore. Zudem sind diese Wasserläufe auch für das Stadtklima von grösster Wichtigkeit. An Hitzetagen wirken sie ausgleichend auf die Temperatur, in der Nacht bieten sie einen Korridor für kühlende Luftströme.

Diese lebhafte Exkursion hat gezeigt, Höngg besitzt viele grüne Oasen und Nischen. Manche davon liegen versteckt hinter Gebäuden oder abseits der alltäglichen Wege. Ein Spaziergang mit offenen Augen ist höchst empfehlenswert!

Eingesandt von Kathy Steiner, Kantonsrätin, Grüne

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