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Dossier Verkehr Höngg/Kreis 10

Skepsis gegenüber Verkehrskonzept

6. November 2008 von

Foto: Redaktion Höngger

Alt LdU-Gemeinderat Hermann Aebi meldete sich als Erster zu Wort und äusserte seine Skepsis gegenüber dem Verkehrskonzept.

Von

Online seit
6. November 2008

Printausgabe vom
06. November 2008
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Die Informationsveranstaltung zum Verkehrskonzept am Meierhofplatz sorgte für viele Emotionen. Eine Mehrheit der rund 180 erschienenen Quartierbewohner sprach sich gegen das Verkehrskonzept aus.

Die Verkehrsexperten der Stadt wussten, dass sie im katholischen Kirchgemeindehaus keine leichte Aufgabe erwartete. «Wir rechnen nicht damit, dass Sie unsere Beiträge beklatschen», sagte Jürg Christen, einer der beiden Verkehrsexperten, welche die Vorschläge erläuterten. Ziel der vom Quartierverein organisierten Veranstaltung war, die Quartierbewohner über das Verkehrskonzept zu informieren und sich gleichzeitig ein Bild über die Akzeptanz gegenüber diesen Vorschlägen zu machen. Ein Bild über die Stimmung konnte leicht gewonnen werden. Im zweiten Teil der Veranstaltung meldeten sich viele Bewohner zu Wort und brachten ihre Skepsis und Ablehnung gegenüber dem Verkehrskonzept zum Ausdruck, das eine Verlagerung des Durchgangsverkehrs auf die zwei Achsen Frankentalerstrasse – Winzerstrasse – Am Wasser/Breitensteinstrasse und Emil-Klöti-Strasse – Tièchestrasse – Bucheggplatz vorsieht. Besonders eine Massnahme, das Linksabbiegeverbot in die Limmattalstrasse stadteinwärts (wenn man von der Regensdorfer- oder Gsteigstrasse her kommt), stiess auf grossen Widerstand. Die Verkehrsexperten sprachen nicht von Linksabbiegeverbot, sondern von einem Rechtsabbiegegebot und bezeichneten diesen Vorschlag als Schlüsselmassnahme.

Widerstand vom Gewerbe

André Bolliger, Präsident des Vereins Handel und Gewerbe, sprach sich gegen diese Massnahme aus. Er befürchtet einen Schaden für das Gewerbe. «Wir müssen hier unsere Brötchen verdienen.» Ganz zufrieden ist jedoch auch er nicht mit der Verkehrssituation in Höngg. Für einen Teil der Massnahmen, die zum Teil schon in Betrieb genommenen Ampelanlagen, welche den Durchgangsverkehr an den Zufahrtsachsen drosseln, sprach er sich aus. «Wir müssen das Tropfsystem ausdehnen.» Gleicher Meinung war Jean E. Bollier, Präsident der Kirchgemeinde Höngg und Präsident der Interessengemeinschaft Pro-Rütihof. «Die Pförtnermassnahmen sind gut, die schützen Höngg vor dem Verkehr, aber das Rechtsabbiegegebot nicht.» Viele Anwohner, die sich zu Wort meldeten, befürchten, dass durch das Rechtsabbiegegebot der Verkehr in den Quartierstrassen, vor allem in der Wieslergasse, zunehmen wird. Die Verkehrsexperten widersprachen dieser Ansicht. Der Verkehr in den Quartierstrassen werde zunehmen, wenn man nichts unternehme, sagte Jürg Christen, Chef Verkehrssteuerung der Dienstabteilung Verkehr.

Verkehrsexperten warnen vor einer Zunahme des Verkehrs

Der Meierhofplatz sei an der Kapazitätsgrenze und in den nächsten Jahren werde der Verkehr, vor allem derjenige aus der Agglomeration, zunehmen. Wenn das Verkehrsaufkommen steige, könne der Meierhofplatz dieses nicht mehr aufnehmen. «Die Leute werden sich andere Routen durch das Quartier suchen.» Mit ihrem Konzept gebe es weniger Verkehr im Quartier, da der Durchgangsverkehr über die zwei Alternativrouten geleitet werde. «Wir möchten auf den Quartierstrassen Quartierverkehr und auf den kantonal klassierten Strassen Durchgangsverkehr.» Für die Steuerung des Durchgangsverkehrs würden die Ampelanlagen alleine nicht ausreichen, sagte Jürg Christen. Es brauche zwingend das Rechtsabbiegegebot.

Improvisierte Abstimmung

Seine Ausführungen stiessen bei den Quartierbewohnern auf grosse Skepsis. Jean E. Bollier schritt zu einer improvisierten Abstimmung und fragte die Anwesenden, ob sie für oder gegen das Rechtsabbiegegebot seien. Nur gerade zirka zehn Leute sprachen sich dafür aus. SP-Gemeinderat Andreas Ammann, der zu den Unterlegenen gehörte, erstaunte dieses Ergebnis nicht. «Diese Abstimmung war nicht repräsentativ für die Höngger Bevölkerung, die Leute wurden mit Flugblättern mobilisiert.» Ueli Stahel verwahrte sich gegen den Vorwurf der Mobilisation: «Ich habe im Vorfeld kein Flugblatt gesehen.» Es seien diejenigen Leute gekommen, die sich für das Thema interessierten. Um sich ein genaueres Bild über die Meinung im Quartier machen zu können, hat der Quartierverein auf seiner Homepage eine Umfrage gestartet.

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