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Vereine

Singend die Seele baumeln lassen

28. Juni 2017 von

Foto: Patricia Senn

Der Zürcher Kantonal- Trachtenchor mit Dirgentin Hedy Kienast

Von

Online seit
28. Juni 2017

Printausgabe vom
29. Juni 2017
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Die Trachtengruppe Höngg hatte am Kantonalen Singsonntag zwar selber keinen Auftritt, brillierte dafür als sympathische Gastgeberin und richtete ein schönes Fest für alle Anwesenden aus.

Der Präsident des Quartiervereins Höngg, Alexander Jäger, liess es sich nicht nehmen, an der Begrüssungsrede auf die vielen Vorzüge des Quartiers hinzuweisen, unter anderem das «Werdinseli» legte er den aus dem ganzen Kanton Zürich angereisten Gästen sehr ans Herz. Obwohl, wandte er ein, allzu viel Werbung wolle er auch wieder nicht machen, denn das Naherholungsgebiet platze ohnehin schon aus allen Nähten. Ähnliches liess sich an diesem Sommersonntag auch vom reformierten Kirchgemeindesaal sagen, allerdings waren die anwesenden Trachtenchöre alles andere als leicht bekleidet. Ob in der Sonntags- oder der Werktagstracht, die Damen und wenigen Herren machten eine gute Figur. Eingeladen worden waren elf Gruppen, der Chor vom rechten Zürichsee Ufer musste sich aus Krankheitsgründen abmelden und auch die Gastgeber aus Höngg konnten nicht auftreten, da ihre Dirigentin Theres Kropitsch unpässlich war. Nichtsdestotrotz freuten sich alle auf ein schönes Fest.

Jeder Chor hat seine Eigenheiten

Um die Stimmbänder zu lockern leitete die Dirigentin Katharina Ruh des Trachtenchors Schlieren den ganzen Saal zum Singen des Kanons «Lachend kommt der Sommer» an. Dann ging es «Schläggeli-Wegge»: Ein Chor nach dem anderen betrat die grosse Bühne und trug zwei Lieder vor, jeder hatte seine ganz bestimmten Vorzüge. Die junge Dirigentin Mariam Poghosyan der Gruppe Tösstal animierte ihre Sängerinnen zu einem dynamischen Vortrag des Stücks «Mit den warmen Sonnenstrahlen», der Trachtenchor Bülach liess sich nicht lumpen und meisterte gleich im Anschluss die schnellen Passagen des Stücks «Freude am Leben» mit Bravour. Das Trachtenchörli Seuzi rief mit «Dini Seel ä chli la bambälä la» zu mehr Entschleunigung auf – ob sich der Musiker Müslüm wohl von diesem Stück inspirieren liess? Der Chor aus Bassersdorf-Kloten und Umgebung war zwar klein, aber dynamisch und erstaunlich laut. Im Saal wurde während allen Vorträgen nicht etwa geklatscht oder mitgesungen, aber man kam nicht umhin festzustellen, dass es unmöglich ist, gleichzeitig zu singen, oder auch nur jemandem beim Singen zuzuhören, und schlechte Laune zu haben. Als letztes Gruppe vor der Pause sang die Gruppe vom linken Seeufer und überraschte mit dem Auftritt einer Solosängerin, die den Saal mit ihrem Gesang ganz für sich einnahm.

Männer gesucht

In der Pause konnte man die vielen wunderbaren Trachten aus der Nähe betrachten. An einem Anlass entscheidet jede einzelne, ob sie die traditionelle Werktagstracht oder die Festtagstracht anzieht. Verbreitet scheint die «Schlieremer Werktagstracht» zu sein – mit blauem Rock, einer weissen Bluse und einer farbig längsgestreiften Schürze. Auch oft zu sehen war die Sonntagstracht mit geschnürten Oberteilen über weissen Blusen, schwarzem Rock und einer Schürze aus Seidendamast. Gaby Hasler von der Trachtengruppe Höngg nahm sich zwischen auf- und abräumen die Zeit, die Details zu erklären und wieso sie selber die Tracht gerne anzieht: «Es ist etwas Schönes, so ein Schweizer Kulturgut pflegen zu können», meinte sie begeistert. Sie selber ist in der Tanzgruppe und das Tanzen gibt ihr eine innere Zufriedenheit, die Lieder, die oft von Heimat handeln und vom Glücklichsein trotz widriger Umstände, entsprächen auch ihrer eigenen Einstellung. Die Trachtengruppe sei ein schöner Ausgleich zum sonst so schnellen Leben – sagte es und war schon wieder an der Arbeit. Der Vortrag des Trachtenchors Bubikon zusammen mit dem Heimatchor Wetzikon weckte denn mit «Kein Schöner Land» gar heimatliche Gefühle, während die Trachtengruppe Glattfelden es eher sportlich anging und mit «Ich will meine Traumfigur» ein omnipräsentes Thema mit viel Humor behandelte. Als der Zürcher Kantonale Trachtenchor auftrat, wurde es erstmals etwas eng auf der Bühne – und zum ersten Mal sangen auch Männer. Der Männermangel ist ein Problem für die Chöre, deshalb der Aufruf an alle anwesenden Frauen, ihre Männer zum Singen zu bewegen. Nach einem wunderschönen «Dorma Bain», vorgetragen vom Schlieremer Trachtenchor, ging aber noch niemand ins Bett: Als Belohnung für die schönen Vorträge servierte die Trachtengruppe Höngg allen einen grosszügigen z’Vieri.

 

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