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Kinder & Jugend

Sekundarschüler schnuppern Arbeitsluft

14. Juni 2017 von

Foto: zvg

v.l.n.r.: Sandra Stamm (Laufbahnzentrum Zürich) Martin Brügger (Geschäftsführer Velo LUKAS Höngg) Lukas Staub (Firmeninhaber Velo LUKAS Höngg/Oerlikon) Renata Fritschi (Laufbahnzentrum Zürich).

Von

Online seit
14. Juni 2017

Printausgabe vom
15. Juni 2017
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Mit einem dreimonatigen Nachmittagspraktikum erhalten Schülerinnen und Schüler der zweiten Sekundarschule einen ersten Einblick in die Arbeitswelt und erhöhen damit auch ihre Chancen bei der Lehrstellensuche.

Das Laufbahnzentrum der Stadt Zürich sucht indes weitere Praktikumsplätze für das Jugendprojekt – insbesondere auch in Höngg. Das Projekt richtet sich in erster Linie an Jugendliche mit mangelnden Schulleistungen, Motivationsproblemen und wenig Unterstützung seitens der Eltern. Schülerrückmeldungen klingen etwa so: «Manches klappt in der Arbeitswelt plötzlich besser als in der Schule», «Die Erfolgserlebnisse stärken das Selbstbewusstsein», «In der Schule merkt man, was man nicht kann. Am Arbeitsplatz macht man Dinge, die man kann». Genau dort setzt das Projekt an – ausserhalb der Schule Lorbeeren sammeln. Wenn der Betriebsleiter dann auch noch vermitteln kann, dass es neben geschickten Händen, gute Deutsch- und Mathematiknoten braucht, ist der erste Schritt getan. In Höngg beteiligen sich bereits das Pflegezentrum Bombach, Velo Lukas und neu auch die GFZ Kita 10a, das Gemeinschaftszentrum Höngg/Rütihof und die Kita Fugu am Projekt. Die Jugendlichen gehen bei der Veloreparatur zur Hand, legen Wäsche zusammen, helfen bei der Kinderbetreuung, räumen Gestelle ein, gehen mit älteren Bewohnern spazieren. Es sind einfache, wiederkehrende Arbeiten. Man ist ein Teil des Teams, verbessert seine Sozialkompetenzen, übt sich in Pünktlichkeit und hat Erfolgserlebnisse. Ausserdem übernehmen die Jugendlichen Verantwortung und zeigen ihren Durchhaltewillen. Während des mindestens zwölfwöchigen Einsatzes in einem zugeteilten Betrieb, wo sie mittwochnachmittags oder samstags drei Stunden arbeiten, sammeln die am Projekt beteiligten Schülerinnen und Schüler viele wertvolle Erfahrungen. Dafür erhalten sie ein kleines Taschengeld von fünf bis acht Franken pro Stunde. Ende des Praktikums füllt der Arbeitgeber ein Beurteilungsformular aus und bespricht es mit ihnen. Diese Bestätigung kann ein wichtiger Türöffner bei der Lehrstellensuche sein.

Weitere Praktikumsplätze gesucht

14 Stadtzürcher Schulen nehmen zurzeit am Projekt teil. Rund 120 Firmen und Institutionen aus verschiedenen Branchen wie Gastronomie, Altersheime, Detailhandel, Kinderkrippen und andere, helfen den Jugendlichen beim Sprung von der Schule in die Arbeitswelt. Derzeit sind rund 70 Jugendliche im Einsatz. Ziel ist es, das Projekt weiter auszubauen und noch mehr Schülerinnen und Schüler sowie Betriebe für das Projekt zu gewinnen. Die Suche nach weiteren Praktikumsplätzen wird vom Laufbahnzentrum Zürich übernommen. «Wir finden Einsatzplätze für unsere Jugendlichen und halten den administrativen Aufwand für die Betriebe so gering wie möglich. Einige Betriebe brauchen etwas mehr Überzeugungsarbeit, andere weniger. <Go for it!> ist unser Motto. Wir sind das Bindeglied zwischen Schule, Jugendlichen und der Wirtschaft», so Sandra Stamm und Renata Fritschi, Lehrstellenförderinnen vom Laufbahnzentrum Zürich. Aus dem Schulkreis Waidberg nehmen seit der Einführung des Projekts ebenfalls Schülerinnen und Schülern teil. Verantwortlich für die Umsetzung in ihrem Schulkreis zeichnen die Schulleiter Ernst Hüsler und Valentin Vella. Sie unterstützen das Jugendprojekt seit Beginn und sehen die positiven Auswirkungen in Bezug auf die Lehrstellensuche: «Introvertiertheit ist im Bewerbungsprozess ein grosses Handicap, insbesondere dann, wenn man nicht zu den Klassenbesten gehört. Das Projekt hilft unter anderem, diese Ängste abzubauen. Die Schüler werden selbstbewusster und sicherer im Umgang mit Erwachsenen». Die Berufsfindung ist indes nicht das vordergründige Ziel, sondern der erste Kontakt zur Berufswelt. Das sich daraus in einzelnen Fällen auch ein zukünftiger Lehrvertrag ergeben kann, ist ein schöner Nebeneffekt. Eine «Win-Win»-Situation für die Wirtschaft und die Zukunft unserer nächsten Generation. 

Renata Fritschi vom Laufbahnzentrum gibt Interessierten gerne weitere Auskünfte: 044 412 79 62.

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