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Kirchen

Neues und Bewährtes am Höngger Bazar

8. November 2016 von

Foto: Patricia Senn

Die Bazargruppe «Kunterbund»: Ursula Bolliger und Monika Brühlmann .

Auch dieses Jahr wieder mit dabei: Die Kinderlätzchen.

Bazar der Herzen

Alles, was das Herz begehrt

Der Adventkalender präsentiert sich im neuen Design.

Der Schein trügt: Der Bazar war gut besucht.

Kati Walzl und Ruth Studer sparten nicht mit netten Worten.

Beim Anblick der Köstlichkeiten lief einem das Wasser im Mund zusammen.

Domenica Frehner verarbeitet Früchte zu leckeren Konfis und Chutney.

Von

Online seit
8. November 2016

Printausgabe vom
10. November 2016
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Dass auch eine renommierte Institution wie der Höngger Bazar der Reformierten Kirchgemeinde nie müde wird sich zu entwickeln, zeigte sich dieses Wochenende wieder.

Der Wetterbericht hatte den Organisatoren einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht: Weil Regen angesagt war, konnte die «Hüpfchile» nicht aufgestellt werden. Trotzdem hatten alle ihr Vergnügen, denn in der Kiki kreativ-Werkstatt durften die Kinder auch in diesem Jahr die schönsten Weihnachtsgeschenke basteln ─ und nicht nur die Kinder. Bereits in der Aula vor dem grossen Saal begrüsst der Frauenverein die Besuchenden mit selbstgemachten Köstlichkeiten: Konfitüre aus Feigen mit Merlot, Mango Chutney, GoldmelissenSirup und einiges mehr. Viele Zutaten habe sie aus dem eigenen Garten, erzählt Domenica Frehner «aber mittlerweile kennen mich die Leute und rufen auch schon einmal an, wenn sie Obst haben. Manchmal gehe ich es sogar selber lesen», sagts, und gibt einer Kundin gleich noch einen Rezepttipp mit. Nebenan schenken die freiwillige Mitarbeiterin Kati Walzl und die Mitarbeiterin der Reformierten Kirche Ruth Studer «Cüpli» aus und sparen nicht mit freundlichen Worten.

Alles, was das Herz begehrt

An den Tischen der Bazargruppen findet man liebevoll arrangiert von Socken über Schmuck und Schals bis hin zu Glückwunschkarten alles, was das Herz begehrt. «Am Freitagabend schien es noch, als wären es dieses Jahr weniger Gäste, aber mittlerweile fühlt es sich an, als hätten wir mehr verkauft als in anderen Jahren. Heute ging sogar ein Tischläufer weg ─ das gab es noch nie», berichten Monika Brühlmann und Ursula Bolliger vom Stand «Kunterbund». «Meine Schwester hat eigens für diesen Bazar 43 Trauerkarten hergestellt», erzählt Monika Brühlmann nicht ohne Stolz. Im Angebot haben die beiden Damen auch filigrane Karten, die im Altersheim Riedhof gefertigt wurden. Ein paar Schritte weiter entdeckt man hübsche Kinderlätzchen aus Gästetüchern in verschiedenen Farben. «Ich bin eine Pragmatikerin», vertraut Margrith Albiez der Schreibenden an, «bei mir muss es praktisch sein und schnell gehen. Dank dem Kragen ist der Latz ruckzuck an- und ausgezogen. Zu viel Schischi mag ich nicht». Wie die meisten Beteiligten, engagiert sich die energische Dame seit einiger Zeit für den Bazar und lässt sich ständig neue Dinge einfallen. «Meine neueste Erfindung sind Tür- und Fensterstopper», erzählt sie. Zu bewundern sind diese auch schon bald an der creativArt 16 im Ortsmuseum Höngg.

Mit der Zeit gehen

Für die Gruppe «Adventskalender», die dieses Jahr eine ganz neue Form des Kalenders hervorgebracht hat, fangen die Vorbereitungen für den nächsten Bazar bereits jetzt an: Die verwendeten weihnachtlichen Accessoires sind später nur noch schwer zu finden. Ohnehin ist es bewundernswert, wie die Beteiligten sich das ganze Jahr hindurch organisieren und einsetzen, um diese zwei Tage auf die Beine zu stellen. Bei der Sozialdiakonin der Reformierten Kirche, Barbara Morf, laufen im Vorfeld alle Fäden zusammen. «Ich <mache> den Bazar allerdings nicht ─ das sind die Gruppen, der Frauenverein und die freiwilligen Helfenden», betont sie. Abgesehen vom Sammeln für einen guten Zweck erfüllt der Anlass auch eine soziale Funktion: «Man trifft andere Menschen, hat einen Austausch und kann sich mit seinem Beitrag einbringen». Doch die Zeiten ändern sich, nicht alle mögen sich langfristig verpflichten. Deshalb bot sich zum zweiten Mal auch die Gelegenheit, sich projektbezogen zu engagieren, zum Beispiel an einem Produktionstag von Kräutersalz. Auch Rolf Pulver, der während des Bazars unter der Leitung seiner Frau Lydia Pulver seinem Hobby, dem Kochen, frönen darf, ist überzeugt, dass es wichtig ist, sich ein wenig der Zeit anzupassen. Schliesslich wolle der Bazar ein Treffpunkt für alle Gesellschaftsschichten sein, und Essgewohnheiten ändern sich nun mal. Natürlich hätten manche Gäste dem traditionellen Kartoffelsalat mit Eisbein noch eine Weile nachgetrauert, doch für die vegetarische Lasagne vom Freitagabend und das Pouletgeschnetzelte am Samstag gab es heuer nur Komplimente. Aber die beliebten Canapés durften nicht fehlen: Bis um 15 Uhr waren bis auf ein paar wenige alle 280 Stücke verkauft.

Kleines Dankeschön-Konzert

Ein einmaliger Moment bot sich am Freitagabend, als sich Pfarrer Martin Günthardt ans Piano setzte und begleitet vom Kontrabass ein Lied anstimmte. «Die meisten Gäste waren da schon gegangen, so war es wie ein kleines Dankeskonzert für all die Menschen, die diesen Bazar auf die Beine gestellt haben», schwärmt Barbara Morf. «Die Stimmung war ganz besonders schön».

Seit über einem halben Jahrhundert organisiert der Frauenverein in Zusammenarbeit mit der Reformierten Kirche und tatkräftiger Unterstützung freiwilliger Einzelpersonen den zweitägigen Höngger Bazar Anfang November. Der gesamte Erlös geht an wohltätige Institutionen, heuer an diese vier Organisationen: Teillohnprojekte der HEKS im Kanton Zürich, die Sunshine School in Kathmandu, der Förderverein Dragonfly, der Projekte in Kambodscha realisiert und das Hilfsprojekt Maisha Zanzibar.

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