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Dossier Höngg - Quo vadis?

Neue Migros: 50 Prozent mehr Fläche

24. November 2011 von

Foto: Fredy Haffner

Höngg, Montag, 21. November 2011, 8.03 Uhr: Die ersten Kunden betreten die neue Migros.

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Online seit
24. November 2011

Printausgabe vom
24. November 2011
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Höngg musste lange auf eine Migros-Filiale warten, die dem Kundenaufkommen und -bedarf auch gerecht wird. Seit diesem Montag gehen die Schiebetüren zu einer Migros mit 50 Prozent mehr Verkaufsfläche als zuvor auf.

Noch am Samstag, knapp bevor die alte Migros zum letzten Mal ihre Tore schloss, hatte sich Filialleiterin Margot Nef, mitten in den Umzugsarbeiten, eine halbe Stunde Zeit genommen, um dem «Höngger» die neue Filiale zu zeigen. Gleich beim Eingang führte sie durch die grosse Früchte- und Gemüseabteilung. «Der Schwerpunkt im Ladenkonzept ist Frische», erläuterte Nef. Die bediente Käsetheke und gleich anschliessend die ebenfalls bediente Metzgerei und die Fischtheke bestätigen das Konzept. Auch sind dank den zwei Bake-off-Stationen in der Brotabteilung immer frische Backwaren verfügbar. Natürlich waren viele Regale am Samstag noch leer – frisch sollen die Lebensmittel schliesslich am Montag, bei Ladenöffnung, sein. Was auf den ersten Blick auffällt, sind die grosszügigen Gänge, was das Einkaufen angenehmer machen wird, wie Nef bei der Begehung hervorhob: «Am alten Standort hatten wir 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche, hier sind es deren 1650. Der Kunde soll sich wohl fühlen und die breiten Gänge lassen dafür Raum.» Am Samstag aber war der Raum noch von Paletten voller Artikel belegt und überall war Personal mit dem Einräumen beschäftigt. «Noch vor zwei Wochen standen nur die leeren Regale», blickte Margot Nef zurück. Dann bekamen sie und ihr Team viel Unterstützung aus anderen Filialen und das Bestücken ging los: Zuerst wurde die Separation vorgenommen, die bestimmt, welche Artikel wo zu stehen kommen. In der ersten Woche wurden alle Artikelpreise an den Regalen angeschrieben, dann kamen pro Artikel zwei als Muster ins Regal, wo sogenannte «Pusher» automatisch dafür sorgen, dass immer ein Artikel zuvorderst an der Regalkannte steht. In der zweiten Woche begann dann das grosse Auffüllen: Lastwagen um Lastwagen steuerte die noch nicht ganz fertig gestellte Rampe der Anlieferung hinter dem Haus an. Einige Hundert Paletten wurden so angeliefert und ausgepackt. Eine Neueröffnung und gleichzeitig den alten Laden bis zum Schluss offen halten, eine grosse Herausforderung in Sachen Logistik und Planung. Auf die Frage hin, ob sie nicht etwas nervös sei, lachte Margot Nef: «Ja, die Emotionen kommen nun immer stärker». Doch sie kennt dies: Seit Januar 2010 ist sie Filialleiterin in Höngg, zuvor hatte sie in Adliswil eine Neueröffnung miterlebt und -organisiert. Diese Erfahrung und ein eingespieltes Team kamen ihr nun zugute. «Alle sind hoch motiviert, es herrscht nur Freude», sprach Nef ein Kompliment an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus. Unterdessen war man im Nonfood-Bereich angelangt. Nicht zu Unrecht bezeichnet die Filialleiterin die Abteilung als «Highlight». Es wurde massiv ausgebaut und so sind neu zum Beispiel Geschirr, Bettwäsche sowie Unterwäsche erhältlich und auch die grosszügige Kosmetikabteilung überzeugt mit einem breiten Sortiment. «Alles ist kompakt zusammen, nicht so verteilt wie im alten Laden», resümierte Nef, unterdessen zügigen Schrittes im Kassenbereich angekommen. Von da aus ging es in Richtung Ausgang, vorbei am Kundendienst, der wie bisher mit der Blumenabteilung und dem Kleiderreinigungsservice kombiniert ist. Neu hingegen ist der verglaste Aussenverkaufsbereich, wo derzeit Adventsgestecke und ab Mitte Dezember Christbäume verkauft werden. Was weiterhin fehlt, ist eine «Gourmessa». Dafür, so erklärte Nef, sei der Migros Höngg auch am neuen Standort zu klein. Das Angebot der Kaffeebar aber, so verriet Nef kurz, bevor sie sich vom «Höngger» verabschiedete, werde jeweils ab 9 Uhr morgens von der Zweifel Weinlaube abgedeckt. Bei allen Neuerungen, etwas ist gleich geblieben: Alle 30 Mitarbeitenden der bisherigen Filiale sind auch in der neuen Filiale anzutreffen, fünf zusätzliche Personen stiessen neu zum Team. «Ich bin stolz darauf, dass ich mit dem gleichen Team die neue Verkaufsstelle eröffnen und die Kundschaft begrüssen kann», sagte Margot Nef und verabschiedete den «Höngger». Sie und ihr Team hatten am Samstag noch bis spät in die Nacht zu arbeiten.

Montag, 8 Uhr, stille Eröffnung

«Höngger Kunden sind treue Kunden», hatte Nef am Samstag noch gesagt, als sie ihrer Kundschaft ein Kränzchen wand dafür, dass sie dem alten Laden, trotz leicht reduziertem Angebot, bis zum letzten Tag treu geblieben war. Nun, am Montagmorgen, standen eine Viertelstunde vor Ladenöffnung die Ersten vor der Glastüre und sobald diese, ausgelöst durch einen Handwerker, aufgegangen war, wagten sich einige in die Passage. Noch wurden die letzten Frischartikel in die Auslagen drapiert und Handwerker richteten die letzten Beleuchtungspots darauf aus. Es gab keinen «Startschuss», keine Durchsage, nichts. «Stille Eröffnung», nennt man dies – gefeiert wird mit geladenen Gästen an zwei Spezialanlässen und mit Rabatttagen mit der Kundschaft (siehe Kasten). So wagte sich kurz nach acht Uhr einfach der erste Einkaufswagen in den Verkaufsbereich und der Bann war gebrochen, hinter ihm strömte Kundin um Kunde in die neue Migros. Wenig später bezahlte Yutta Müller von der Boutique Il Punto gleich gegenüber als erste Kundin ihr Znünigipfeli. Sie und alle, die nachfolgten, waren sich im ersten Eindruck einig: Grösser, schöner, übersichtlicher – die neue Migros Höngg, 50 Prozent mehr Fläche und damit sozusagen ein halbes M besser.

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