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Politik / Im Blickfeld

Nein zur Volksinitiative «Lehrplan vors Volk»

24. Januar 2018 von

Claudia Simon, Gemeinderätin FDP
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Claudia Simon, Gemeinderätin FDP

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24. Januar 2018

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25. Januar 2018
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Am 4. März wird über eine gut klingende Initiative abgestimmt. Das Volk hat aber bereits zweimal darüber befunden, nämlich zum Volksschulgesetz und zu Harmos. Bildung darf nicht zum Spielball werden.
Die Initianten fordern, dass im Kanton Zürich der Lehrplan in Zukunft vom Kantonsrat, anstatt wie bisher vom Regierungsrat verabschiedet werden soll. Der bereits beschlossene Lehrplan 21 soll rückwirkend vom Kantonsrat bewilligt werden. Abgesehen davon, dass auch der Regierungsrat vom Volk gewählt ist, blendet das Initiativ-Komitee aus, dass die Zürcher Stimmbevölkerung bereits über den Lehrplan 21 mit den Abstimmungen zum Volksschulgesetz und Harmos befunden hat. Den Lehrplan 21 jetzt über die Hintertür verhindern zu wollen, ist eine Zwängerei.

Die MINT-Fächer stärken

Wie jede Neuerung in der Bildung oder anderswo, ist sicher auch der Lehrplan 21 nicht perfekt. Es hat aber eine breit abgestützte Meinungsfindung stattgefunden, in der betroffene Verbände und Gremien ihre Anliegen einbringen konnten. Der Volksmund besagt: «Wer selber zur Schule gegangen ist, meint eine Bildungsfachperson zu sein». Hört man von Veränderungen in der Schule, ist man oft versucht, mit früher zu vergleichen. Vieles mag besser gewesen sein, vieles auch schlechter, und nie war es perfekt oder wird es perfekt sein. Gesellschaft und Bildung befinden sich in stetem Wandel. Diesem muss laufend Rechnung getragen. Gerade vor dem technologischen Fortschritt darf man nicht die Augen verschliessen, er ist Tatsache. Deshalb ist der FDP die Stärkung der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und die Berufsvorbereitung ein grosses Anliegen. Dies alles ist im Lehrplan 21 enthalten. Selbstverständlich dürfen dabei Sport und musische Fächer nicht auf der Strecke bleiben.

Unsicherheit und hohe Kostenfolge

Die Annahme der Volksinitiative hätte hohe Kosten zur Folge. Die Lehrmittel sind vorbereitet, und der Lehrplan 21 wird diesen Sommer auch bei einer Zustimmung zur Initiative eingeführt. Allerdings würde anschliessend eine grosse Unsicherheit im Schulbetrieb entstehen. Die Erarbeitung eines neuen Lehrplans würde wieder Jahre dauern. Deshalb empfiehlt die FDP die Initiative zur Ablehnung.

Claudia Simon, Gemeinderätin FDP

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