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Dorfleben

Metzgete lockte Leute von nah und fern

5. Oktober 2016 von

Foto: Patricia Senn

Von nah und fern für die Höngger Metzgete angereist.

Foto: Patricia Senn

Toni Petrović bereitet zum zweiten Mal die Spanferkel zu.

Foto: Patricia Senn

Ein eingespieltes Brot-Back-Team.

Foto: zvg

Zum ersten Mal gab es auch eine Bar auf dem Hof.

Foto: zvg

Nach 40 Minuten war das Spanferkel ausverkauft.

Liess sich vom Metzgete-Betrieb nicht beeindrucken: Das Kälbchen kam am Freitagabend zur Welt.

Rippli, Leberwurst und Bratwurst: Alles musste probiert werden.

Noch eine Stunde, dann gibts endlich Spanferkel.

Foto: zvg

Vier Zitzen, vier Kinder.

Von

Online seit
5. Oktober 2016

Printausgabe vom
06. Oktober 2016
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Was vor 16 Jahren als «Tag der offenen Tür auf dem Bauernhof» begann, hat sich mittlerweile zu einer regelrechten Höngger Institution gemausert: Die Metzgete.

Kurz nach zwölf Uhr sind die Tische am Samstag gut besetzt, gerade ist der Förderverein Tierpark Waidberg eingetroffen, um hier Leckeres vom Schwein zu verspeisen: Rippli, Blut- und Leberwurst, Bratwürste, dazu Sauerkraut und Stocki. Wer wegen des Spanferkels gekommen ist, musste sich noch ein wenig gedulden: Toni Petrović, bereits zum zweiten Mal am Hof, hat die beiden Schweine um zehn Uhr früh gesalzen und aufgespannt, nun drehen sie gemächlich über dem Feuer – noch drei weitere Stunden. Auf die Frage, wie er wisse, wann das Fleisch gar sei, lächelt er breit und sagt: «Ich habe es im Gefühl». Und sein Gefühl bescherte den Besuchenden herrlich saftiges und knuspriges Spanferkel, das in nur 40 Minuten ratzeputz ausverkauft war.

Brotteig kneten im Akkord

Auf dem Hof der Familie Willi-Bosshard weibeln die Sänger des Männerchors mit grosser Unterstützung des Frauenchors und anderen Freunden, kochen, grillieren, servieren und unterhalten die Gäste. Auf einem Tisch liegt ein riesiger Teighaufen. Ein «Männerchörler» trennt zwei gleich grosse Stücke davon ab und schiebt sie einem anderen hin, der sie mit beiden Händen gleichzeitig zu zwei Kugeln formt, auf ein Brett legt und zusammen mit anderen identischen Teigkugeln in den Ofen schiebt. 80 Kilogramm Schweizer Landmehl werden so zu leckerem Holzofenbrot verarbeitet. Eric Lehmann, Präsident des Männerchors, ist im Schuss und sichtlich zufrieden: «Ich habe schon dreimal Sauerkraut nachgefüllt, und der Topf ist schon fast wieder leer, es läuft richtig gut», erzählt er begeistert. Bis zum Ende der Metzgete werden 180 Kilogramm Sauerkraut und etwa 700 Blut- und Leberwürste über die Theke gegangen sein.

Ein Kalb zur Feier des Tages

Monika und Markus Willi-Bosshard gönnen sich mit ihren Kindern eine wohlverdiente Pause bei Rippli und Würsten. Als Markus Willi-Bosshard den Hof seines Schwiegervaters übernahm und im Jahr 2000 einen «Tag der offenen Türe auf dem Bauernhof» organisierte, hätte er nicht zu träumen gewagt, welche Entwicklung dieser Anlass nehmen würde, und dass die Metzgete auch 16 Jahre später noch auf seinem Hof stattfinden würde. Für das Bauernehepaar sind diese Tage schön, aber auch lang: «Die Tiere müssen gefüttert werden, die kümmert der Betrieb hier nicht, also waren wir heute wie jeden Morgen um halb sieben im Stall», sagt der Bauer, der mittlerweile selber im Männerchor singt. Gerade sind die Rinder von ihrem Alpsommer in Arosa zurückgekommen, «das Pfadi-Lager», nennt es die Bauernfamilie. «Gestern Abend um zehn hat dann prompt noch eine Kuh gekalbert». Bereits am Samstag konnte das helle Kälbchen bei seinen staksigen, ersten Schritten bewundert werden.

Bis zum nächsten Jahr!

Zum ersten Mal gab es heuer auch eine Bar auf dem Hof, an der am Freitagabend Höngger Bijoux-Schaumwein aus dem Frankental ausgeschenkt wurde. Natürlich durften auch die Attraktionen für die Kinder nicht fehlen: Neben dem Ponyreiten und dem Wettmelken stiess vor allem das Heuspringen auf grosses Interesse bei den Kleinen. Die Männer und Frauen an der Front haben alles gegeben, «es waren zwei anstrengende, aber schöne und erfolgreiche Tage», resümiert Eric Lehmann. Das Wetter zeigte sich gnädig, erst am Samstagabend öffnete der Himmel seine Schleusen. Insgesamt waren es wohl etwas mehr als 1000 Gäste und den Autonummern zufolge nicht nur Leute aus der Umgebung. Es scheint, dass sich die Metzgete in Höngg weit herum einen Namen gemacht hat.

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