Kunstmuseum in der Schule Rütihof

Die diesjährige Projektwoche der Schule Rütihof stand ganz im Zeichen der gestalterischen Kunst. 350 Kinder konnten während fünf Tagen ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Es kam Erstaunliches, Hübsches und Lustiges dabei heraus.

Ein Kunstwerk aus dem Atelier «Gesichter».
Die Gratis-Museumszeitung kam gut an bei den Besuchern.
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Montagmorgen, 8.20 Uhr: Die Schulhausglocke läutete. Vor dem Schulhaus warteten, in einer Reihe aufgestellt, die Atelierleitenden. Die Kinder suchten die Gruppe, die sie im Vorfeld ausgewählt hatten. Auch die Kleinsten aus dem Kindergarten, die das Schulhaus noch nicht so gut kennen, waren dabei. Dank der guten Organisation fanden alle ihre Gruppe und die Projektwoche 2016 zum Thema Gestalten konnte starten. Laternen kreieren, Graffiti sprayen, Gesichter bemalen, Kissen nähen ─ insgesamt 25 verschiedene Ateliers wurden angeboten. Die meisten wurden von der Lehrerschaft der Schule Rütihof geleitet. Aber auch ehemalige Lehrkräfte, Eltern und Fachpersonen wurden beigezogen, um eine möglichst breite Auswahl und gute Betreuung zu gewährleisten. Die Ateliers waren in zwei Altersklassen unterteilt, vom Kindergarten bis zur zweiten Klasse und von der dritten bis zur sechsten Klasse. So ergab sich eine bunte Durchmischung von jüngeren und älteren Teilnehmenden, die einander gegenseitig halfen. Die Lehrpersonen konnten wählen, auf welcher Stufe sie ihr Atelier anbieten wollten. Eine gute Möglichkeit für die Kinder, eine zukünftige Lehrperson bereits kennen zu lernen oder aber nochmals die ehemalige Lehrkraft zu geniessen.

Stop-Motion Filme und ein Riesen-Domino

Wenn Justin Biber im Meer tanzt, umgeben von schwimmenden Fischen und Seegras, das sich im Wasser langsam hin und her wiegt, dann ist das ein Stop-Motion-Film aus dem gleichnamigen Atelier. Es entstanden Trickfilme, bei denen einzelne Bilder von unbewegten Motiven mit dem iPad aufgenommen und anschliessend aneinandergereiht wurden. Aber nicht überall ging es so technisch zu und her. Eine Gruppe verbrachte zum Beispiel viel Zeit in der Natur. Sie machten «Landart» und gestalteten Formen und Muster mit Naturmaterialien. Eine andere Gruppe kreierte aus Natur- und anderen Gegenständen Mobiles. Einige sind riesig und zieren nun den Gang des Schulhauses. Kunststile von Künstlern wie Paul Klee, Alberto Giacometti und Miro wurden mit den Kindern analysiert und in die eigene Arbeit eingebunden. Aus einigen Klassenzimmern wurden grosse Kunstlandschaften; so gesehen im Atelier Skulpturen oder Kettenreaktionen. In Letzterem bauten die Schüler und Schülerinnen während der Woche in kleinen Gruppen ein dominoähnliches Konstrukt. Über Stühle und unter Tischen, auf dem Boden und an der Wand führten die Wege entlang. Am Ende der Woche wurden die Einzelteile zu einer zimmergrossen Dominolandschaft zusammengefügt. Die Kettenreaktion wurde mit der Kamera aufgenommen und vorgeführt. Alle Ateliers fanden Platz in der Projektwochenzeitung. Bilder, Interviews, Witze und Berichte füllten das Blatt und sind eine schöne Erinnerung an diese spannende Woche. Wie so eine Zeitung gedruckt wird, konnten die Kinder in einer Druckerei erfahren.

Krönender Abschluss

Am Freitagnachmittag wurde gehämmert, dekoriert, drapiert, aufgehängt, ins richtige Licht gerückt – kurz: Aus dem Schulhaus Rütihof wurde ein Museum. Um 16 Uhr war es dann soweit: Die Tore des Kunstmuseums wurden geöffnet und über 300 Kinder und etwa 800 Erwachsene strömten in die Schule, um die einmalige Ausstellung zu besuchen. Am Eingang wurden alle mit der gratis Museumszeitung begrüsst. Auf dem Rundgang zeigten die Kleinen ihren Eltern, Grosseltern und Verwandten stolz, was sie in dieser Woche erarbeitet haben, die Grösseren erklärten Techniken und konnten über Kunstschaffende Auskunft geben. Am Schluss des Rundgangs konnte man sich in der Museumsbar noch einen Schlummertunk gönnen. Es war eine intensive, erlebnisreiche, kreative Rütihofwoche. Grosser Dank gilt den Lehrpersonen, Kindern, Eltern, Hortleitenden und auch allen Helferinnen und Helfern, die den Rütihofkindern diese einmalige Woche ermöglicht haben.

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