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Dorfleben

Klappe auf für Auftrittskompetenz

15. September 2015 von

Foto: Fredy Haffner

Nebst aller Konzentration darf auch Spass sein: Das lockert auf, um danach vor der Kamera authentisch aufzutreten.

Von

Online seit
15. September 2015

Printausgabe vom
17. September 2015
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Fragende Blicke richten Passanten und Autofahrer derzeit auf das Geschehen in den Räumen der ehemaligen Apotheke Höngg am Meierhofplatz. Obwohl ein Teil der Schaufenster mit Tüchern zugehängt ist, ist unschwer zu erkennen, dass hier für kurze Zeit ein Filmstudio eingezogen ist. Doch was wird hier gedreht?

Liliane Forster, Inhaberin der Firma Text.Film.Stil möchte an ihrem Stand an der Gewerbeschau zwei ihrer Kernkompetenzen miteinander verbinden: Film und Stil – das Drehen von Videos im Zusammenhang mit der Vermittlung von Auftrittskompetenz. Anstatt aber aus ihrem reichhaltigen Archivmaterial zu schöpfen, wollte sie aktuellste Videos drehen, in denen zu sehen ist, worauf es ankommt, wenn man vor eine Kamera treten will – oder manchmal auch unverhofft muss.
Kurzerhand fragte sie die Verwaltung der Räume an und erhielt die Erlaubnis, diese mit einem Pop-up-Filmstudio zu beleben. «Pop-up-Stores» ziehen vorübergehend in leerstehende Räume und ziehen spätestens wieder aus, sobald diese fest vermietet werden: Das bringt beiden Seiten etwas, dem «Pop-up-Store» einen günstigen Standort und dem leerstehenden Mietobjekt Aufmerksamkeit. Das zeigt sich auch hier: Kaum jemand geht vorbei, ohne neugierige Blicke ins Ladeninnere zu werfen.

Nur sieben Prozent

Doch kein Film entsteht ohne Protagonisten, die sich auch vor die Kamera wagen. Liliane Forsters Anfrage, wer Auftrittskompetenz vor der Kamera trainieren möchte, stiess auf reges Interesse, denn das Medium Film wird im Onlinezeitalter in der Kommunikation immer wichtiger. Nicht nur für Politiker und Firmen, sondern auch für Vereine, wie zum Beispiel den Quartierverein Höngg, für den am Tag des «Höngger»-Besuchs im temporären Studio Vizepräsidentin Karin Keller vor die Kamera tritt.
«Ich mache das zum ersten Mal», sagt sie und eine leichte Aufregung ist ihr anzusehen. Nervös sei sie aber nicht und sie habe auch bewusst den erarbeiteten Text nicht gross einstudiert. Sie will so vor der Kamera erscheinen, wie sie auch im persönlichen Dialog ist: natürlich und unkompliziert. «Zehn», lacht sie auf die Frage, wie viele Aufnahmen sie wohl brauche, bis der Film im Kasten ist.
Eine Minute Filmzeit soll es zum Schluss werden, in einem Take, also ohne Schnitt aufgenommen. Bevor es aber los geht, erklärt Liliane Forster, worauf es ankommt: «Es mag erstaunen, aber das gesprochene Wort macht nur sieben Prozent dessen aus, was beim Betrachter ankommt. Der ganze Rest wird nonverbal vermittelt: Wie stehe ich da? Wie rede ich, wie ist die Melodie der Stimme? Lebt meine Mimik? Stimmen Gestik und Kleidung mit der Botschaft überein?» Viele Dinge sind zu beachten, damit das erreicht wird, was so einfach aussieht, wenn man auf der anderen Seite der Kamera, vor dem Bildschirm, sitzt: Authentizität.

Die freie Rede ist selten einfach

Dann geht es los und als Erstes muss das Textblatt verschwinden, denn Ablesen geht gar nicht, der Blick muss dauernd auf die Kamera und damit auf den imaginären Zuschauer gerichtet sein. Bei Fernsehproduktionen projiziert der Teleprompter den Text auf einen Einwegspiegel vor der Kameralinse und wird dort zum Beispiel vom Nachrichtensprecher abgelesen – so wird der Eindruck der freien Rede erweckt. Hier muss es ohne gehen und prompt verheddert sich Karin Keller beim ersten Take in einer komplizierten Textschlaufe. Dass sie nun doch angespannt ist, zeigt auch ihre Körperhaltung. Nach jeder Aufnahme betrachten die beiden Frauen das Ergebnis am Computer. Selbstkritisch sieht die eine, was sie falsch gemacht hat, und die andere gibt Tipps und Regieanweisungen für den nächsten Versuch. Auch am Text wird noch gefeilt und gekürzt. Dann folgen Take zwei, drei, vier – jeder geht fliessender, die Aufregung schwindet und plötzlich ist es für die Protagonistin fast normal, sich in der Kameralinse lebendige Zuschauer vorzustellen und ihnen zu erzählen, wofür der Quartierverein Höngg alles steht und warum man doch Mitglied werden soll.
Am Schluss werden es elf Aufnahmen, bis Karin Keller ihre Botschaft authentisch vermittelt hat. Nicht schlecht, für das erste Mal vor einer Kamera. Das Ergebnis wird an der Gewerbeschau am Wümmetfäscht zu sehen sein. Hier gelangen Sie direkt zu einem Video der Quartierzeitung „Höngger“ und einem von He-Optik

 

Text.Film.Stil
Liliane Forster
Riedhofstrasse 31, 8049 Zürich
Telefon 044 341 24 17
lf@lilianeforster.ch
www.lilianeforster.ch

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