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Kindergarten gesucht – und vielleicht gefunden

7. Februar 2018 von

Foto: Fredy Haffner

Wenn alles klappt, kommt der vorübergehend zweite Kindergarten an der Winzerhalde gleich neben den ersten zu stehen – allerdings erst nach den Herbstferien.

Von

Online seit
7. Februar 2018

Printausgabe vom
08. Februar 2018
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Nicht «so ein Kindergarten» mit Ausrufezeichen, sondern «wo ein Kindergarten» mit Fragezeichen hiess es im Bereich Winzerhalde dringend, denn bis vor Kurzem war unklar, wo die Kleinsten dort nach den Sommerferien in den Schulalltag eintreten sollen. Nun scheint eine Lösung gefunden zu sein, doch die Zeit ist zu knapp.

Höngg verjüngt sich, das haben im letzten «Höngger» die aktuellen Zahlen gezeigt. Diese Entwicklung hat viele Folgen. Eine davon ist, dass Schulräume vom Kindergarten bis zur Oberstufe rechtzeitig bereitgestellt werden müssen. Das ist nicht einfach, denn gerade bei den Kleinsten sollen die Schulwege kurz und vor allem auch sicher sein. Und weil gerade junge Familien speziell in neue Siedlungen einziehen, ist der Bedarf an Kindergärten über Höngg verteilt ein stetig wechselnder. Akut ist es im Moment im Bereich Winzerhalde, wo in den letzten Jahren viele familienfreundliche Ersatzneubauten entstanden oder Wohnungen entsprechend saniert wurden. Nun gilt es, einen zweiten Kindergarten für die grosse Anzahl der dort im Sommer neu eintretenden Kinder bereitzustellen. Bloss wo, das fragten sich Behörden und Eltern gleichermassen. Mehrfach gelangten die gut vernetzten Eltern bereits an die Schulleitung der zuständigen Schuleinheit Riedhof-Pünten heran und wollten wissen, wo die Kinder im Sommer in den Kindergarten gehen, sagte Urs Berger, Schulpräsident Waidberg, gegenüber dem «Höngger». Allgemein sei man mit der Schulraumplanung mittel- und langfristig gut unterwegs, so Berger, auch wenn die überall steigenden Schülerzahlen eine grosse Herausforderung seien. Doch hier, im Bereich Winzerhalde, zeichnete sich sehr kurzfristig eine schwierige Situation ab: Das Gebiet Winzerhalde ist durch die Winzerstrasse, die Limmat und die Limmattalstrasse vom übrigen Schulkreis abgetrennt ist, die Kindergartenkinder lassen sich also nicht einfach einer Nachbarschule zuteilen, der Weg würde sonst für sie zu weit und zu gefährlich.

Intensive Suche führte zum Zwischenerfolg

Seit einem Jahr war der Schulkreis Waidberg deshalb in einem intensiven Austausch mit der für die Bereitstellung von Schulraum zuständigen Dienstabteilung Immobilien Stadt Zürich (IMMO). Deren Kommunikationsverantwortlicher, Marc Huber, gegenüber dem «Höngger»: «Wir prüften mehrere Varianten, doch die Suche gestaltete sich auch deshalb schwierig, weil absehbar ist, dass die zusätzlichen Kindergartenplätze nur für zwei Jahre benötigt werden und sie deshalb auch wirtschaftlich sein müssen.» Also suchte man im beschränkten Suchperimeter im Gebiet zwischen Limmat, Limmattal- und Winzerstrasse zuerst nach einer Mietlösung, doch im dort ohnehin beschränkten Wohnungsangebot fand man keine geeigneten Grundrissstrukturen. So rückte die Container-Lösung in den Vordergrund, doch zur Platzierung stand kein eigenes Land zur Verfügung: «Das städtische Areal des Pflegezentrums Bombach kommt nicht in Frage, weil dort derzeit gebaut wird – ein Kindergarten auf einer Baustelle wäre zu gefährlich», so Huber, «und bei anderen möglichen Standorten besteht baurechtlich keine Ausnutzungsreserve mehr. Kommt hinzu, dass sich ein Teil des Gebiets Winzerhalde in der Hochwasser-Gefahrenzone befindet. Für die Werdinsel schliesslich gelten sehr strenge Nutzungsbedingungen und es bestehen erhebliche Gefahren für Kinder im Vorschulalter».
So blieb als einzige und eigentlich auch naheliegende Möglichkeit eine Container-Lösung neben dem bestehenden Kindergarten an der Winzerhalde 62a. Und tatsächlich können Stadt und Eltern wahrscheinlich aufatmen: «Die benachbarte Baugenossenschaft für neuzeitliches Wohnen hat uns unterstützt und uns die vorübergehende Landnutzung zugesichert, jetzt können wir die baulichen Details prüfen», freut sich Huber, relativiert aber auch gleich: «Ein Bezug ist aber erst nach den Herbstferien realistisch». Vorausgesetzt, es kommt bei der Detailplanung nicht noch zu Überraschungen, ist also zumindest klar, wo die Kinder nach den Herbstferien in den Kindergarten gehen. Und zur Überbrückung der Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien wird weiter nach einer Lösung gesucht (siehe Infobox).

Infobox – Zwischenlösung gesucht
Eine temporär für einen Kindergarten geeignete Lokalität bedeutet: eine grössere Parterrre-Wohnung im Gebiet zwischen Limmat, Limmattalstrasse und Winzerstrasse. Kontakt: Pascal Furrer, Telefon 044 413 82 27 oder Mail an pascal.furrer@zuerich.ch

Kommentare

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500
13. Februar 2018 um 11:19 Uhr von Weber Maya

Das gleiche Problem gab‘s schon vor 50 Jahren, nur hatte es damals noch bei der Wartau und Wettingertobel Kindergärten. 2 unserer 3 Kinder fanden Platz „in der Wartau“, nur gab‘s damals noch keine Lichtsignalanlage zum überqueren der Winzerstrasse. Aber mit nachbarschaftlicher Hilfe schafften wir‘s.