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Politik / Im Blickfeld

Jahresausflug der Grünen 6/10 zum Kraftwerk Höngg

5. Juli 2016 von

Foto: Roland Hurschler

Mitglieder der Kreispartei 6/10 mit Kathy Steiner (Kantonsrätin, 3. von rechts) sowie aus dem Gemeinderat Karin Meier-Bohrer und Marcel Bührig

Foto: Roland Hurschler

Auf der Fischtreppe ist wenig Betrieb.

Von

Online seit
5. Juli 2016

Printausgabe vom
07. Juli 2016
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Die Stadtbevölkerung hat sich gerade mit 70,4 Prozent Stimmanteil deutlich gegen Atomstrom ausgesprochen. Den erneuerbaren Energien gehört jetzt die Zukunft. Die Grünen Kreis 6/10 haben sich aus aktuellem Anlass an ihrem Jahresausflug vom 24. Juni das Wasserkraftwerk Höngg aus der Nähe angesehen.

Das Wasserkraftwerk Höngg produziert auf der Werdinsel aus Limmatwasser Ökostrom für über 2000 Zürcher Haushalte. Dank Fischtreppe, ausreichender Restwassermenge und naturnaher Ufergestaltung ist der Strom «naturemade star» zertifiziert.

Durchs Wehr nach Altstetten

Nach den starken Regenfällen anfangs Juni ist die Limmat beim Höngger Wehr zu einem tosenden Gewässer angeschwollen. Bei über 30 Grad im Schatten sind die zahlreichen Teilnehmenden der Grünen Kreispartei 6/10 froh, von Betriebsaufseher Martin Fricker in die kühlen Katakomben des EWZ-Wehrs geführt zu werden. Unter der Limmat hindurch geht es auf die andere Flussseite – von Höngg nach Altstetten. Leicht frierend erfahren die Teilnehmenden, wie ein Flusskraftwerk funktioniert und welch wichtige Rolle es bei der Regelung des Wasserstandes von See und Limmat spielt. Fricker bannt seine Zuhörer mit Insiderinformationen zur Stromproduktion und -nutzung. Das EWZ produziert nicht nur Strom, sondern hat auch den Auftrag, die Bevölkerung über dessen sinnvolle Verwendung aufzuklären. Dazu sind im Wehr diverse Schautafeln installiert, die Schulklassen regelmässig zum sorgfältigen Umgang mit Strom sensibilisieren.
Auch hinsichtlich der Wasserrettung haben die EWZ-Wasserkraftwerke einen öffentlichen Auftrag, insbesondere während Grossanlässen wie dem Züri-Fäscht.

Wenig Verkehr auf der Fischtreppe

Durch einen versteckten, schmalen Schacht geht’s nochmals weit runter. Hier, auf der rechten Seite der Limmat, zwischen Badekanal und dem Hauptfluss, befindet sich die Fischtreppe. Dank dieser Konstruktion können flussaufwärts wandernde Fische das über zwei Meter hohe Wehr überwinden. Heute ist leider nicht viel Betrieb, aber an guten Tagen sind Fische aller Arten anzutreffen, insbesondere Rotaugen, Barben, Forellen und Barsche. Da die Fischtreppe im Inneren des Wehrs nicht sehr naturnah ist, wird sie bei der anstehenden Sanierung des Wehrs durch eine neue, offene Anlage auf der anderen Flussseite ersetzt. Wenn einmal sämtliche Fischtreppen der Limmatkraftwerke renaturiert sind, werden noch mehr Fischarten den Weg flussaufwärts von der Aare bis zum Zürichsee finden. Im Idealfall sogar wieder Lachse, wie in früheren Zeiten.

Überraschung im Kraftwerk

Der Strom wird nicht beim Wehr, sondern im Werk weiter flussabwärts produziert. Im über 100 Jahre alten Elektrizitätswerk überraschen die Teilnehmenden ein Lift mit LED-Aufschrift und eine interaktive Multimediashow. Im Kontrast dazu steht im Hintergrund die imposante historische Maschinerie, die ab 1898 über 70 Jahre lang Strom produziert hat. Sie ist immer noch funktionstüchtig und könnte zu Vorführzwecken wieder in Gang gebracht werden. Heute sind effizientere Turbinen im Einsatz, die nach der aktuellen Revision bald wieder in Betrieb gehen. Als letzte Überraschung steht ein grosszügiger Apéro bereit, der die spannende und sehr informative Exkursion stimmig abrundet.

Eingesandt von Roland Hurschler, Co-Präsident Grüne Kreis 6/10

 

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