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Im Amt für den Schulkreis Waidberg

13. Juni 2018 von

Gabriela Rothenfluh ist neue Präsidentin der Kreisschulbehörde Waidberg.
Foto: zvg

Gabriela Rothenfluh ist neue Präsidentin der Kreisschulbehörde Waidberg.

Von

Online seit
13. Juni 2018

Printausgabe vom
14. Juni 2018
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Am 10. Juni wurde Gabriela Rothenfluh zur Präsidentin der Kreisschulbehörde gewählt. Als einzige Kandidatin stand ihre Wahl bereits fest, im Gespräch stellt sie sich nun vor.

Frau Rothenfluh, herzlichen Glückwunsch zur Wahl zur Präsidentin der Kreisschulbehörde Schulkreis Waidberg. Sie traten als einzige Kandidatin an – ist das Präsidium der Kreisschulbehörde unbeliebt?

Vielen Dank für die Glückwünsche. Wenn man bedenkt, dass im Schulkreis Zürichberg gleich drei Personen für das Präsidium kandidierten, muss man ja eigentlich eher vom Gegenteil ausgehen. Ehrlich gesagt, hat es mich auch etwas erstaunt, dass mir niemand das spannende Amt streitig machen wollte.

Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen im Amt als Präsidentin?

Die grosse Kunst wird es sein, die Anliegen aller Anspruchsgruppen – Eltern, Lehrerschaft, Betreuungspersonal und Verwaltung – ernst zu nehmen und unter einen Hut zu bringen und dabei nicht zu vergessen, dass diejenigen, um deren Wohl es schlussendlich geht – die Kinder! – kaum eine Stimme haben.

Welche Ziele haben Sie sich für die erste Amtsperiode bis 2022 gesetzt?

In der ersten Amtsperiode will ich mir genügend Zeit für eine gründliche und fundierte Einarbeitung nehmen. Ich will wissen, wie die 15 Schulen im Schulkreis funktionieren und ticken, wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Dies ist aus meiner Sicht wichtig, damit gegenseitiges Vertrauen entstehen und ich meine langfristigen Ziele umsetzen kann.
Dass der Pilotversuch mit der «Tagesschule 2025» ein Erfolg wird, ist natürlich auch eines meiner Ziele.
Schlussendlich werde ich 2022 die erste Amtsperiode als erfolgreich bewerten, wenn ich es geschafft habe, zusammen mit meinem Team und der Schulbehörde genügend Schul- und Betreuungsraum zu organisieren, in den einzelnen Schulen sowohl für die Kinder als auch für das Personal ein gutes Arbeitsklima herrscht, der Schulkreis vor grösseren, gröberen Krisen verschont blieb und alle Betroffenen mehr oder weniger zufrieden in die Sommerferien fahren.

Die Tagessschulen liegen Ihnen besonders am Herzen – wieso?

Ich finde es grossartig, dass Zürich den Schritt gewagt und dieses Projekt in Angriff genommen hat. Wie der letzte Sonntag gezeigt hat, findet die Tagesschule auch grossen Rückhalt in der Bevölkerung. Ich verspreche mir von der Tagesschule einen Schritt Richtung mehr Chancengleichheit; für die Kinder, aber auch zwischen Mann und Frau. Für einzelne Kinder wird es schon viel wert sein, wenn sie über Mittag eine gesunde Mahlzeit erhalten und sich mit jemanden austauschen können. Andere werden glücklich sein, dass sie nun endlich auch den Mittag mit ihren besten Freund*innen verbringen können. Wenn wir dann hoffentlich einmal so weit kommen, dass auch die Aufgaben und das Lernen in der Schule erledigt werden kann, dann sind wir einen grossen Schritt weiter. Die Tagesschule bringt auch eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit sich. Jetzt ist es doch für viele Familien ein ständiges Abwägen, wie viel externe Betreuung sich aus finanzieller Sicht lohnt. Hinzu kommt noch die Organisation. Plötzlich ändern die Arbeitstage und man kann dann nur hoffen, dass sich die Horttage ebenfalls ändern lassen. Bei der Tagesschule weiss man von Beginn was gilt: Wer am Nachmittag Unterricht hat, bleibt über Mittag in der Schule. Das erspart viele Diskussionen und macht die Planung und Organisation einfacher.

Es ist aber wichtig, dass wir den Pilotversuch auch als solchen nutzen und sorgfältig begleiten und genau hinschauen. Gegebenenfalls müssen Anpassungen vorgenommen werden.

Werden Sie sich bei Ihrem Vorgänger Urs Berger Ratschläge holen?

Ich bin sicher froh, dass ich seine Telefonnummer habe. Noch viel wichtiger aber ist es für mich zu wissen, dass ich an der Rotbuchstrasse ein gut funktionierendes Team (Administration und Stab) übernehmen kann. Die Ratschläge werde ich mir wohl vor allem bei meinem Team holen.

Welches sind die grossen Themen, die Sie in Zukunft angehen möchten?

Für mich ist die Chancengleichheit in der Bildung nach wie vor ein grosses Thema. Da spielt die sogenannte Frühförderung eine wichtige Rolle, welche aber nicht in den Zuständigkeitsbereich der Volksschule fällt. Hier braucht es aus meiner Sicht eine verstärkte Zusammenarbeit. Ebenso gilt es, das Entwicklungspotential in diesem Bereich innerhalb der Volksschule zu nutzen.

Im Weiteren wird für mich die Geleichberechtigung/-stellung von Mann und Frau auch in der Schule ein wichtiges Thema bleiben. Ich hätte gerne im Kindergarten und in der Unter- und Mittelstufe mehr Lehrer. Wichtig ist mir aber auch die Frage nach dem Umgang mit den unterschiedlichen Rollenbildern. Es tut weh, zu sehen, wie Kinder in der Schule immer wieder in Rollen gedrängt werden, die sie so nie haben wollten. Wenn wir diesem Bereich vorwärtskommen, können wir als Gesellschaft nur gewinnen.

Wie steht es, speziell in Höngg, um die Schulraumplanung? Gerade die Tagesschulen haben ja auch einen höheren Raumbedarf in den sonst zum Teil schon ausgelasteten Schulhäusern.

Die Kreisschulpflege, die Fachstelle für Schulraumplanung und Immobilien Stadt Zürich sind dafür besorgt, dass angesichts der steigenden Schüler*innen-Zahlen rechtzeitig ausreichend Schulraum für Unterricht und Betreuung bereitstehen. So wird diesen Herbst unter anderem in der Winzerhalde ein zweiter Kindergarten und eine Betreuung eröffnet, im Sommer 2019 erhält die Schule Riedhof einen zweiten grossen Modular-Pavillon und im Raum Frankental werden ein zusätzlicher Kindergarten und eine Betreuung in Betrieb genommen. Auch in der Siedlung Grünwald ist Raum für zwei Kindergärten und eine Betreuung reserviert.

Wo gibt es Verbesserungspotential?

Auch wenn ich finde, dass es immer Verbesserungspotential gibt, kann ich Ihnen dies im Moment für den Schulkreis Waidberg noch nicht genau benennen. Wenn die Qualität schon hoch ist, ist es aus meiner Sicht aufwendiger, Verbesserungen vorzunehmen und sichtbar zu machen. Bei der Nutzung von Synergien gibt es in der Schule sicher noch Luft nach oben.

Vielen Dank für das Gespräch!

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