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Dossier Werdinsel

Gegenseitige Rücksichtnahme und Sensibilisierung

29. März 2012 von

Foto: Malini Gloor

Links wird mit Badekleidern gebadet, rechts darf man auch ohne: Dort ist der inoffizielle FKK-Bereich.

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Online seit
29. März 2012

Printausgabe vom
29. März 2012
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Der Sommer naht und mit ihm die Probleme auf der Werdinsel: Ob Nacktbadende, Falschparkierer oder Abfallsünder: Um sie ging es an der Sitzung der Quartiergruppe für Sicherheit und Sauberkeit.

Die Mitglieder der Gruppe für Sicherheit und Sauberkeit (SISA) in den Kreisen 9 und 10 trafen sich diesen Montag, um das Thema Werdinsel zu besprechen. Im Netzwerk «Sicherheit und Sauberkeit 9 und 10» treffen sich sieben Verwaltungsabteilungen: Grün Stadt Zürich, ERZ Entsorgung und Recycling Zürich, Sportamt, Stadtpolizei, sip züri, welche zum Sozialdepartement gehört, Sozialzentrum Hönggerstrasse, der Quartierverein Höngg und die private Interessengemeinschaft Winzerhalde. Zusammen loten sie die Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung der Werdinsel aus und koordinieren Massnahmen. Die Teilnehmer treffen sich sporadisch, um ihre Anliegen zu besprechen und geeignete Aktivitäten zu lancieren. Da der Sommer naht, sind die aktuellen Themen jedes Jahr ungefähr dieselben: Die Probleme mit dem inoffiziellen FKK-Strandabschnitt, im Rudel freilaufende Hunde und die unhaltbare Parkplatz-Situation. Thomas Stüssi vom Departement Entsorgung und Recycling erwähnte, er habe mehrmals gehört, dass sogenannte Dogsitter mit über zehn Hunden, grösstenteils an der Leine, auf der Werdinsel spazieren gehen würden. «Dies ist grundsätzlich nicht verboten, solange die Dogsitter ihre Hunde im Griff haben», erklärte er. Wie überall, gelte natürlich die Kotaufnahmepflicht auch auf der Werdinsel.

Lob für «Haifisch-Abfallkübel»

Diszipliniert sind hingegen nicht alle, die ihr Picknick mit auf die Werdinsel nehmen: Nicht selten trifft man auf Unrat, meist Verpackungen von Fastfood oder Grillzubehör. Jacqueline Faisst von der Interessengemeinschaft Winzerhalde bedankte sich bei Thomas Stüssi für die kürzliche Installation der «Haifisch-Abfallkübel». Seit diese auf der Werdinsel stehen würden, habe das Littering-Problem sichtbar nachgelassen. «Trotzdem werden wir von April bis Oktober die Werdinsel von Montag bis Sonntag zweimal täglich von zwei Unternehmen reinigen lassen», informierte Thomas Stüssi. Eines der Hauptthemen war der FKK-Strand im hinteren Teil der Werdinsel. «Wir halten fest, dass dieser Strand nicht offiziell ist, er also auch jederzeit aufgehoben werden kann. Damit es nicht so weit kommt, erwarten wir von den Benutzern Rücksichtnahme und korrektes Verhalten den übrigen Werdinsel-Nutzern gegenüber», so Thomas Stüssi. Dies betreffe zum Beispiel das Tragen von Badewäsche auf dem Gang zur Toilette oder das Vermeiden von sexuellen Aktivitäten. Die Werdinsel sei für alle da, Kinder, Familien, Sportler und Spaziergänger. In diesem Bereich spannen die SIP, Sicherheit Intervention Prävention sip züri, und Checkpoint Zürich, ein Gesundheitszentrum für homosexuelle Männer, zusammen. Man wolle mit FKK-Stammgästen zusammen arbeiten, welche neuen Gästen die Regeln erklären und für deren Einhaltung sorgen sollen. «Die Benutzer der Werdinsel sollen sich gegenseitig sensibilisieren, denn die Sozialkontrolle funktioniert immer noch am besten», so Benedikt Zahno, Leiter von Checkpoint Zürich. Jacqueline Faisst erwähnt, dass die Beschwerdeanrufe wegen den «FKKlern» an den Quartierverein und die Interessengemeinschaft Winzerhalde so sicher wie das Amen in der Kirche seien. Daniel Mrawek vom Informationsdienst der Stadtpolizei Zürich beruhigt, dass die Werdinsel immer unter Beobachtung stehe, auch von zivilen Beamten. Roman Dellsperger, Teamleiter der SIP, erklärt, dass man die SIP als zentrale Anlaufstelle für Beschwerden und Probleme jederzeit anrufen könne. «Wir sind sozusagen die Vorstufe der Polizei, welche natürlich bei unmittelbarem Handlungsbedarf unter der Nummer 117 sofort angerufen werden soll.»

Wildem Parkieren den Riegel schieben

Ein weiteres Problem ist das wilde Parkieren von Motorrädern und Autos, vor allem auf dem kleinen Platz vor der Brücke zum Wehr, wo sie die Einfahrt für Rettungsfahrzeuge blockieren. Die verschiedenen Vertreter forderten von Melanie Serschön, Kreischefin 10 der Stadtpolizei, verstärkte Kontrollen und Bussenverteilung. Die Kreischefin erwiderte, dass dies gar nicht so einfach sei, wie man denke, denn die Polizei habe begrenzte Personenressourcen, die gerade an Wochenenden andernorts gebunden seien. Zudem müssten grössere Bussenaktionen weit im Voraus geplant werden. Sie tue jedoch ihr Bestes und werde auch den polizeilichen Assistenzdienst auffordern, bei der Werdinsel verstärkt aktiv zu sein. Andi Egli vom Quartierverein Höngg und Jacqueline Faisst überlegen sich derweil, ob private Anzeigen eine Option wären, sollte sich die Situation nicht endlich bessern.

Zentrale Anlaufstelle: Bei Fällen mit sofortigem Handlungsbedarf soll immer die Polizei unter der Nummer 117 gerufen werden. Von Montag bis Freitag, jeweils von 7 bis 18 Uhr, ist die Quartierwache Höngg unter Telefon 044 411 62 50 zu erreichen. Beschwerden im Bezug zur Werdinsel nimmt auch die SIP unter der Telefonnummer 044 240 18 19 entgegen.

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