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Politik / Im Blickfeld

Friedensrichter-Kandidatinnen zur Wahl

8. November 2017 von

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Online seit
8. November 2017

Printausgabe vom
09. November 2017
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Nach 23 Jahren im Amt geht der Friedensrichter der Kreise 6 und 10, Robert Schönbächler, demnächst in Pension. Zwei Kandidatinnen bewerben sich um die Position als Friedensrichterin: Ursula Weber Rajower, Rechtsanwältin und CVP Parteimitglied und Christine Stokar, Bezirksrätin und SP Parteimitglied. Beide sind von ihrem beruflichen Hintergrund bestens für das Amt geeignet. Da es sich um eine Personenwahl handelt, stellte ihnen der Höngger ein paar persönliche Fragen. Und so haben die beiden Frauen geantwortet. Der erste Wahlgang der Ersatzwahl zum Friedensrichter für die Kreise 6 und 10 findet am 26. November statt, ein allfälliger zweiter Wahlgang am 4. März 2018.

Höngger: Was qualifiziert Sie zum Amt der Friedensrichterin?

Christine Stokar: Seit 38 Jahren arbeite ich in Berufen, in welchen der Mensch im Mittelpunkt steht. In einem solchen Umfeld gehören Konfliktsituationen zum Alltag. Durch Aus- und Weiterbildungen eignete ich mir unter anderem das Wissen an, wie man Konflikte unparteiisch löst. Zudem qualifizieren mich meine Unvoreingenommenheit, meine Fähigkeit zum aufmerksamen Zuhören, ein klarer Verstand – und nicht zuletzt mein Mut zu manchmal auch unkonventionellen Lösungen. Das notwendige juristische Wissen habe ich mir durch das Studium von vier Semestern Jus an der Uni angeeignet, und sowohl als Geschäftsleiterin, als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission wie auch jetzt als Bezirksrätin bewegte und bewege ich mich in einem juristischen Umfeld. Zudem habe ich in der Politik gelernt, auch mit Andersdenkenden einen gemeinsamen Nenner zu finden, um so zu guten Lösungen zu kommen. Die wichtigste Schule sind die Lebenserfahrungen. So sind mir mehrere Klagethemen zum Beispiel aus der Arbeitswelt vertraut: Als Absolventin einer Berufslehre kenne ich die Situation auf unterer Stufe einer Betriebshierarchie. Als langjährige Geschäftsleiterin weiss ich aber auch, welche Sorgfalt es braucht, wenn man sich von Mitarbeitenden trennen muss.

Was interessiert Sie an diesem Amt besonders?

Mich interessiert es sehr, mit meinen Erfahrungen dazu beitragen zu können, dass ein Streit einvernehmlich gelöst wird. Es bringt häufig niemandem etwas, wenn ein Streit eskaliert und mit teuren Anwälten durch alle Instanzen gezogen wird – letztlich gibt es hier sehr oft mehr Verlierende als Gewinnende.

Sind Sie beim Vermitteln im privaten Umfeld auch schon an Grenzen gestossen?

Manchmal vermittle ich bei Streitigkeiten unter Kindern. Kinder können mich – trotz meiner Ausbildung als Kleinkinderzieherin – manchmal schon an meine Grenzen bringen. Beim professionellen Schlichten ist eines der wichtigsten Prinzipien, als Schlichterin auf Distanz zu bleiben und die Aussensicht zu behalten, um sich nicht emotional vereinnahmen zu lassen. Als Friedensrichterin möchte ich die Menschen dabei unterstützen, eine für beide Seiten sinnvolle Lösung zu finden. Hier muss man auch akzeptieren, wenn sich die Parteien einmal nicht einigen wollen und stattdessen den Streit vor Gericht austragen möchten.

Welches ist Ihr grösstes Erfolgserlebnis im Privaten?

Es freut mich, dass unsere inzwischen erwachsene Tochter eigenständig, selbstverantwortlich und interessiert durchs Leben geht. Dazu habe ich auch meinen Anteil geleistet.

Wie lange möchten Sie dieses Amt ausüben?

Wenn mir die Wählerinnen und Wähler ihr Vertrauen schenken, möchte ich das Amt gerne bis zu meiner Pensionierung ausüben, also etwa zehn Jahre.

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