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Leitartikel

Freiwillige freiwillig am feiern

17. November 2015 von

Foto: Malini Gloor

Der grosse Saal ist voller Freiwilliger.

Foto: Malini Gloor

Kirchenpflegepräsident Jean E. Bollier während seiner Rede.

Foto: Malini Gloor

Das meterlange Dessertbuffet ist der fulminante Abschluss des Festes.

Foto: Malini Gloor

Der grosse Saal ist voller Freiwilliger.

Foto: Malini Gloor

Die drei jüngsten Freiwilligen an diesem Abend, Sophia, Mathias und Fiona, sind 15, 16 und 13 Jahre alt (v.l.).

Foto: Malini Gloor

Die nach Zwiebeln riechende Ehefrau schläft selig, während ihren Ehemann die Übelkeit plagt.

Foto: Malini Gloor

Die Schauspielerinnen des Playback-Theaters Zürich spielen den «Super Martin».

Foto: Malini Gloor

In der Küche wird bereits abgewaschen und abgetrocknet.

Von

Online seit
17. November 2015

Printausgabe vom
19. November 2015
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In Höngg wird viel Freiwilligenarbeit geleistet. All jene, welche im Dienst der reformierten Kirche Höngg solche ehrenamtliche Arbeit leisten, kamen am letzten Freitag einmal zum Feiern anstatt zum Arbeiten zusammen – am Freiwilligenfest, welches zum 20. Mal stattfand.

Der grosse Saal des reformierten Kirchgemeindehauses ist festlich dekoriert und wartet nur darauf, die gut 130 anwesenden, freiwilligen Helferinnen und Helfer sowie die Mitglieder der Kirchenpflege und des Teams für einen Abend zu beherbergen. Sie sind noch im Foyer, wo man mit dem neuen «Sonnegg»-Wein und Orangensaft anstösst und sich, falls man sich noch nicht wirklich kennt, bekannt macht.

Freiwillige leisten so viele Arbeitsstunden wie Angestellte

Kirchenpflegepräsident Jean E. Bollier sagt in der Begrüssungsrede zu den Gästen, dass zu den 20 Angestellten der Kirche, die elf Vollzeitstellen mit total 20‘000 jährlichen Arbeitsstunden ausmachen, alle Freiwilligen zusammen nochmals die gleiche Zahl an Arbeitsstunden leisten. «Ihre Arbeit ist somit ungemein wichtig, und ich glaube, Sie haben Spass an Ihren Tätigkeiten, denn es erreichen uns keine Klagen von Ihnen.» Er führt aus, dass sich Freiwillige gerne in Prozessabläufe einbringen und Anregungen erwünscht seien.
Der Schluss des Gedichtes «Ihr werdet weder auf Gemälden noch auf des Denkmals Sockel stehn. Doch merke: von den wahren Helden ist oft nur deren Herz zu sehn!» kommt bei den Anwesenden gut an, ebenso wie die Information, dass 45 neue Gastgebende für das nachmittägliche «Kafi & Zyt» im Generationenhaus Sonnegg gefunden werden konnten. «Doch auch im Bazarbereich und im Cafézeit-Ensemble Zürich-Höngg suchen wir für nächstes Jahr dringend neue Gesichter.»

Von der Geldzähl-Gruppe und der Hüpfchile-Aufstellgruppe

Die Gäste jeden Alters begeben sich in den grossen Saal, wo innert Kürze Gelächter und fröhliches Stimmengewirr den Raum erfüllt. Während aufs Essen, serviert von Behördenmitgliedern und Angestellten, gewartet wird, spielen einige Mitarbeitende den selbst komponierten «Freiwilligen-Song», der an Mani Matters «Ds Lied vo de Bahnhöf» angelehnt ist. Die Meinung ist, dass alle mitsingen – was dank projiziertem Text die meisten auch – freiwillig – tun. «Wir wissen mit Bestimmtheit: Unsere Freiwilligen kommen, wenn man sie braucht», so die Sängerinnen und Sänger des Singgrüppchens. Humorvoll zählen sie einige der Freiwilligengruppen auf: «Mittagessen für alle – Rechnungsprüfungskommission – Bibellesende Frauen – Bibellesende Männer – Bazar-Geldzähl-Gruppe – Hüpfchile-Aufstell-Gruppe». Schon rein die Kombination dieser unterschiedlichen Gruppen in der Aufzählung löst Gelächter aus, zeigt aber, in welch unterschiedlichen Bereichen man sich engagieren kann, und dass es für jedes Talent etwas zu tun gibt. Von Silvia Stiefel und ihrem Küchenteam gibt es ein feines Dreigang-Menü, von welchem sich die meisten gerne einen Nachschlag geben lassen – ein Kompliment an die fleissigen Köchinnen und Köche.

14 Kilogramm Zwiebeln sorgen für Übelkeit im Ehebett

Zwischen den Gängen sorgt das Playback-Theater Zürich für Erstaunen und Überraschung: Die Moderatorin fragt Freiwillige nach ihrem witzigsten oder komischsten Ereignis, welches zwei Schauspielerinnen und ein Musiker dann auf der Bühne als Improvisationstheater wiedergeben – mit nur wenigen Requisiten wie farbigen Tüchern oder Hüten. So leidet man etwa mit, als die beiden auf der Bühne imaginäre 14 Kilogramm Zwiebeln für die Bazar-Festwirtschaft schälen und den Ehemann danach daheim im Ehebett vor lauter Zwiebel-Gestank seitens seiner Frau fast die Übelkeit packt – alles real passiert in einer der vielen Freiwilligen-Arbeitsstunden. Faszinierend auch wie sich der Ehrenamtliche Martin Wyss, der seine Tätigkeiten mit «Würste grillieren, Wanderungen organisieren, helfen, wo es mich braucht» beschreibt, plötzlich als «Super M» mit rotem Superman-Umhang auf der Bühne dargestellt vorfindet. Im Eiltempo springen die beiden Schauspielerinnen zur Wanderin, die nicht mehr laufen mag, und zum Wanderleiter Martin, der sie «schon seit Stunden» mit der prächtigen Aussicht zu locken versucht.
Ob als jüngste Freiwillige vor Ort – 13-jährig – oder schon seit 40 Jahren dabei und dementsprechend auch bereits über 80-jährig: Alle scheinen sich in ihren Positionen wohl zu fühlen und schenken damit nicht nur sich selbst etwas, sondern auch denjenigen, denen das freiwillige Engagement zu Gute kommt.

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