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Fragen zum Werdinsel-Openair an Esther Maurer

11. Juni 2009 von

Foto: zvg

Esther Maurer nimmt Stellung.

Von

Online seit
11. Juni 2009

Printausgabe vom
11. Juni 2009
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Das Werdinsel-Openair 2009 wurde von den Veranstaltern abgesagt, weil die Stadt nur eine Bewilligung für einen Tag erteilt hätte (siehe «Höngger» von letzter Woche). Der «Höngger» richtete in diesem Zusammenhang einige Fragen an die Vorsteherin des Polizeidepartements der Stadt Zürich, Stadträtin Esther Maurer (SP).

„Höngger“: Frau Maurer, hatten Sie vom Entscheid des Büros für Bewilligungen Kenntnis und haben Sie den Entscheid persönlich gestützt?

Im Jahr 2008 wurde, im Hinblick auf das 10-Jahre-Jubiläum des Openairs, eine Ausnahmebewilligung für zwei Tage erteilt. Die dann eingegangenen neun Lärmklagen überraschten, haben uns aber eines aufgezeigt: Offensichtlich eignet sich die Werdinsel aus lärmtechnischer Sicht nicht für einen solchen Anlass oder die Anwohnerschaft ist seitens der Veranstalter zu wenig ins Boot geholt worden. Trotzdem hätte ich das Openair für einen Tag genehmigt.

Sie sprechen die Lärmklagen an. Mit dieser Zahl an Klagen als Begründung müssten aber zahlreiche Veranstaltungen in Zürich verboten werden.

Der Entscheid fiel konkret für die Werdinsel und die geplanten Openair-Konzerte. Weil jeder Fall gesondert zu prüfen ist, können daraus keine zwingenden Rückschlüsse für andere Events gezogen werden. Neun konkrete Lärmklagen wegen eines kleineren Anlasses wie desjenigen auf der Werdinsel sind weit überdurchschnittlich, denn meist gelingt es den Veranstaltern, mit intensiver Information an die umliegende Bevölkerung, deren Verständnis für einen Anlass zu wecken.

Wie verträgt sich die restriktive Bewilligungspraxis mit dem Legislaturschwerpunkt 2006–2010 «Jugend in Zürich: FreiRäume, Arbeit und Sicherheit»?

Laut diesem hat sich der Stadtrat zum Ziel gesetzt, Jugendlichen unkompliziert neue Freiräume zu erschliessen. Im Zusammenhang mit dem erwähnten Legislaturschwerpunkt habe ich zahlreiche Openair-Konzerte und Discos bewilligt, aber jeweils nur für einen Tag, um die Quartierverträglichkeit des Anlasses zu gewährleisten und damit das Verhältnis zwischen der Jugend und der übrigen Bevölkerung nicht zu sehr strapaziert wird. Der Stadtrat will ja gerade aufzeigen, dass mit gegenseitiger Toleranz vieles möglich sein soll, aber dazu braucht es auch besondere Anstrengungen.

Die Stadt fördert einerseits gezielt Jugendprojekte, finanziell wie auch von der Arbeitsleistung der Behörden her betrachtet. Andererseits legt sie einem ehrenamtlichen, nicht gewinnorientierten Verein Steine in den Weg und erschwert es, ein Gratis-Openair durchzuführen. Dies zudem in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, in der das Bedürfnis nach solchen Anlässen höher ist als sonst. Sehen Sie da keine Widersprüche

Nein, und ich betone nochmals: Einerseits war ich bereit, das Openair für einen Tag zu bewilligen. Andrerseits habe ich auch gesagt, dass wir das Ganze neu beurteilen, wenn die Veranstalter sich etwas einfallen lassen, um erneute Lärmklagen zu vermeiden. Der Entscheid, ob der Anlass stattfi nden soll, liegt somit bei den Veranstaltern. Mit Ausnahme des letzten Jahres fand das Openair bisher ja immer nur an einem einzigen Tag statt.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem gebüssten Verstoss seitens der Veranstalter gegen die Bewilligung letzten Jahres und der Ablehnung des diesjährigen Gesuches für zwei Tage?

Die Antwort lautet klar Nein, es geht um den Ausgleich zwischen dem Ruhebedürfnis der Anwohnenden und den Interessen der Veranstalter. Und wenn ich darauf hinweise, dass die Veranstalter sich etwas einfallen lassen müssen, dann zeigt dies ja auch, dass ich bereit bin, eine zweite Chance zu geben. Sie sind bereit, den Entscheid im Hinblick auf das nächste Jahr nochmals zu überdenken und allenfalls das Werdinsel-Openair für zwei Tage zu bewilligen? Den Veranstaltern war bewusst, dass es sich letztes Jahr um eine Ausnahmebewilligung handelte. Aber selbstverständlich wird jedes Gesuch immer wieder erneut geprüft mit Bezug auf das gesamte Umfeld.

Frau Stadträtin Maurer, der «Höngger» dankt Ihnen für das Gespräch.

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