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Ratgeber

Es muss nicht immer Prius sein

12. Juli 2017 von

Foto: Max Hugelshofer

Der Hyundai Ioniq ist im Alltag viel praktischer, als er aussieht.

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Online seit
12. Juli 2017

Printausgabe vom
13. Juli 2017
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Hyundai bringt mit dem Ioniq ein Auto, das auf den ersten Blick als «Ökomobil» zu erkennen ist. Der Alltagsnutzen leidet darunter kaum.

Wem der neue Hyundai Ioniq Konkurrenz machen will, ist leicht zu erraten. Der Hybrid sieht aus wie ein Toyota Prius. Genauer gesagt: Wie ein Prius der vorherigen Generationen, bevor die Toyota-Designer Amok liefen und Kunden mit eher konservativem Geschmack vergraulten. Aber nicht nur beim Design haben die koreanischen Konstrukteure nach Japan geschielt. Das ganze Konzept ist eins zu eins vom Prius übernommen. Das fängt beim Hybridantrieb an, geht bei der komfortablen Auslegung des Fahrwerks weiter und hört beim Fliessheck mit der geteilten Rückscheibe noch lange nicht auf. Wie der Prius will der Ioniq sofort als besonders umweltfreundliches Auto erkannt werden. Ob dies heute, wo der Hybridantrieb im Massenmarkt angekommen ist und viele Hersteller ihre Modelle sowohl als Hybrid wie auch als normale Verbrenner anbieten, noch ein Erfolgsrezept ist, kann man sich fragen. Man kann den Koreanern auch Fantasielosigkeit vorwerfen. Daran, dass der Ioniq ein richtig gutes Auto geworden ist, ändert dies aber alles nichts. Er ist erstaunlich geräumig, komfortabel und natürlich sehr sparsam. Ausserdem fährt er sich europäischer als sein grosses Vorbild, der Prius.

Viel Platz im Fliessheck

Doch der Reihe nach. Zum Platzangebot: Klar, unter die grosse Klappe des Fliesshecks passen weniger sperrige Gegenstände als in einen ähnlich grossen Kombi, aber auch viel mehr als in eine normale Limousine. Auf den fünf Plätzen sitzt man bequem und keinesfalls eingeengt. Gewöhnungsbedürftig ist höchstens die niedrige Sitzposition. Die geteilte Heckscheibe verschlechtert die Sicht nach hinten, aber zumindest beim Rangieren gleicht das die serienmässige Rückfahrkamera wieder aus. Stichwort serienmässig: Der Ioniq ist, wie sich das für einen Hyundai gehört, bestens ausgestattet. In der getesteten Topvariante Launch Plus sind beheizte und belüftete Frontsitze ebenso dabei wie ein adaptiver Tempomat, ein Kollisionswarnsystem und eine überzeugende Infotainment-Anlage. Geht es nach den Normwerten, ist der Ioniq ein bisschen durstiger als der Prius. Aber auch 3,4 Liter Normverbrauch sind eine gute Leistung. Und vor allem der Praxisverbrauch im Test über fast 1900 Kilometer von 3,7 Liter beeindruckt. Das Fahren selbst macht bei vielen Hybriden nur dann Spass, wenn man den Ehrgeiz entwickelt, möglichst sparsam unterwegs zu sein. Dieses Fieber packt einen natürlich auch im Ioniq. Aber wenn mal ein Pass dazwischen kommt, beherrscht der Ioniq auch die etwas zügigere Gangart. Klar, ein Sportwagen wird er nie, aber die Lenkung ist präzise und das Fahrwerk lässt einem nie im Unklaren darüber, was gerade passiert. Ach ja, und noch etwas spricht für den Ioniq: Fünf Jahre Garantie.

Technik
Hyundai Ioniq Hybrid Launch Plus
Treibstoff: Benzin
Hubraum: 1580 cm3
Leistung: 141 PS
Drehmoment: 265 Nm
Getriebe: automatisch sechsgang
Gewicht: 1552 Kilogramm
Normverbrauch: 3,4 Liter/100 km
Testverbrauch: 3,7 Liter/100 km
Testdistanz: 1889 Kilometer
Reichweite: 1323 Kilometer
Abgasnorm: Euro 6
NCAP-Sterne: 5
Laderaumvolumen: 550 bis 1505 Liter
Grundpreis: 34’190 Franken
Testwagenpreis: 37’490 Franken
Garantieleistungen: 5 Jahre

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