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Erfolgreiche Betonkanus vom Hönggerberg

23. Juni 2015 von

Foto: zvg

Das Beton-Kanu «Queen ElisamEshTH» wurde mit dem «Mesh-Mould»-Verfahren hergestellt.

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Auf dem ETH Campus Hönggerberg wurden die Kanus getauft und gewassert.

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Auf dem ETH Campus Hönggerberg wurden die Kanus getauft und gewassert.

Von

Online seit
23. Juni 2015

Printausgabe vom
25. Juni 2015
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Studierende der ETH Zürich haben dieses Jahr erneut mit grossem Erfolg an der Betonkanu-Regatta in Deutschland teilgenommen und zwei Preise errungen. Ihre Kanus wurden erstmals mithilfe digitaler Fabrikationstechnologien hergestellt und letzte Woche auf dem Hönggerberg getauft.

Rund 120 Mannschaften aus ganz Europa traten am 19. und 20. Juni in Brandenburg an der Havel an der Betonkanu-Regatta gegeneinander an. Auch zwei Studententeams der ETH Zürich waren mit von der Partie. Sie errangen einen Doppelerfolg: die «Queen ElisamEshTH» erzielte den ersten Preis in der Kategorie Konstruktion, das andere Kanu «S2D2» wurde mit seinen 293 Kilogramm als schwerstes Kanu ausgezeichnet. Die siegreichen Kanus wurden vergangenen Mittwoch auf dem Gelände der ETH Hönggerberg getauft. Im Beisein von Studierenden, Professoren und Medienvertretern stellten die Teams ihre Kanus vor und wässerten sie anschliessend auf dem Teich hinter dem Physikgebäude. Noch am gleichen Abend traten sie die Reise nach Brandenburg zur Regatta an.

Digital fabrizierte Kanus als Premiere

Der Doppelsieg ist umso schöner, weil die Studierenden in diesem Jahr etwas ganz Neues wagten: Sie produzierten die Kanus erstmals mittels digitaler Fabrikationstechnologien. Dabei wählten die beiden Teams unterschiedliche Verfahren, die sie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Baustoffe und der Professur für «Digitale Fabrikation» realisierten.
Bei der «Queen ElisamEshTH» experimentierten sie mit dem sogenannten «Mesh-Mould»-Verfahren. Mithilfe eines Roboters wird dabei ein Netz von frei wählbarer Form «gedruckt» und anschliessend mit Beton gefüllt. Die Maschenweite ist dabei exakt so gewählt, dass der Beton im Netz haften bleibt. So wird die Schalung nach Aushärtung des Betons zur Armierung. Daher stammt auch der Name «Mesh-Mould», was so viel heisst wie «Netz-Schalung».
Das Team des Kanus «S2D2» wendete das sogenannte «Smart Dynamic Casting» an. Dabei bewegt ein Roboter eine Gleitschalung kontinuierlich in die Höhe. Anders als eine konventionelle Gleitschalung lässt sich diese während der Fahrt öffnen und schliessen, wodurch komplexe Formen mit minimaler Schalung realisierbar werden.

An vergangene Erfolge anknüpfen

Die Betonkanu-Regatta wird seit 1986 von der deutschen Zementindustrie im Zweijahresrhythmus organisiert. Die Teams messen sich jeweils in den Disziplinen Konstruktion, Gestaltung, leichtestes und schwerstes Kanu sowie sportlicher Wettbewerb. Die ETH Zürich nimmt seit 2005 mit ihrem Betonkanuverein teil und konnte schon in früheren Jahren Preise heimtragen. Das erklärte Ziel der Studierenden ist es, sich immer wieder selbst neu herauszufordern. Nach dem Grosserfolg in diesem Jahr dürfte die Messlatte für die nächste Regatta in zwei Jahren also hoch gesteckt sein.

Eingesandt von Janine Felder und Lukas Fuhrimann, ETH Zürich

Weitere Informationen: www.betonkanu.ethz.ch, www.betonkanu-regatta.de

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