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Vereine

Ein Zufluchtsort für Eidechsen und Blindschleichen

15. März 2017 von

Foto: Dagmar Schräder

Gruppenfoto nach getaner Arbeit.

Benjamin Kämpfen erklärt.

Foto: Dagmar Schräder

Es wird gearbeitet.

Von

Online seit
15. März 2017

Printausgabe vom
16. März 2017
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Am Frühlingsaktionstag am vergangenen Samstag erstellten Freiwillige vom QuarTierhof und Naturschutzverein gemeinsam «Steinlinsen», um Lebensraum für einheimische Reptilien zu schaffen.

Wie gemacht für landwirtschaftliche und gärtnerische Aktivitäten war das Wetter an diesem Samstag: Ein strahlend blauer Himmel präsentierte sich den Frühaufstehern und auch die Temperaturen waren schon in den Morgenstunden endlich einmal frühlingshaft warm. So kostete es die rund 20 freiwilligen Helferinnen und Helfer des Aktionstags keine grosse Überwindung, sich bereits morgens um 9 Uhr auf dem QuarTierhof Höngg einzufinden.

Reptilien ein Zuhause geben

Hier wurden sie von Benjamin Kämpfen und Lydia Buholzer vom Natur- und Vogelschutzverein Höngg (NVV) begrüsst. Den Anwesenden wurde zunächst einmal erläutert, was das Ziel des Aktionstags war. Um die Biodiversität auf den Grünflächen des Quartierhofs zu erhöhen und insbesondere hierzulande selten gewordenen Reptilien einen geeigneten Lebensraum bieten zu können, sollten zwei sogenannte Steinlinsen, also mit Steinen und Sand aufgefüllte Erdkuhlen, auf dem Gelände der grossen Ponyweide angelegt werden. Dieses Areal sei aufgrund der sonnigen Hanglage für ein derartiges Refugium besonders geeignet. In den Steinansammlungen, so Kämpfen und Buholzer, könnten sich mit etwas Glück die zwei im Quartier heimischen Eidechsenarten, die Zaun- und die Mauereidechse, ansiedeln. Auch die Blindschleiche schätze ein derartiges Landschaftsbild als Lebensraum. Die Steinlinsen dienten den Reptilien einerseits als Quartier für ihre Winterstarre, in die sie während der kalten Jahreszeit versinken, andererseits auch als Brutstätte für die Eiablage, erklärten die beiden Naturschützer.

Wer anderen eine Grube gräbt…

Zu diesem Zweck musste nun zuerst an zwei, einige Meter voneinander entfernten Stellen die Erde abgetragen und eine kleine Grube gegraben werden. Mit Pickel und Spaten machte sich die eine Hälfte der eifrigen Helfer ans Werk, während die anderen den Aushub mit Schubkarren in den Hühnerhof beförderten, wo das Federvieh begeistert seine Extraration Regenwürmer entgegennahm. Schubkarre um Schubkarre wurde mit grossem Einsatz gefüllt, und unerwartet schnell ging die Arbeit von der Hand, so dass sich die Gruppe nach zwei Stunden eine erste kleine Kaffeepause verdient hatte. Für lange Erholung blieb jedoch keine Zeit, lagen doch noch ein Riesenberg Steine von drei Kubikmetern Volumen und ein weiterer Kubikmeter Sand bereit, um verarbeitet zu werden und die Gruben wieder aufzufüllen. Gemeinsam wurden die schweren Steine auf die Schubkarren verladen und zu ihrem Bestimmungsort transportiert. Hier wurden sie abgeladen und auf den Steinlinsen verteilt, wobei zunächst in den unteren Schichten und an den Rändern der Sand aufgeschüttet wurde und darüber die grösseren und kleineren Steine arrangiert wurden. Zum Abschluss wurden rund um die Steinbeete noch Wildrosen und andere Wildpflanzen gesetzt. Diese bieten als Krautsaum für die Reptilien eine natürliche Deckung vor Fressfeinden. Pünktlich zur Mittagszeit waren die kleinen Reptilien-Oasen schliesslich fertiggestellt und warten nun nur noch darauf, von den Eidechsen und Blindschleichen entdeckt zu werden. Auf alle fleissigen Helferinnen und Helfer warteten derweil der vorgeheizte Grill und das wohlverdiente Mittagessen, bei dem sich dieser gelungene Frühlingsauftakt gemütlich gemeinsam ausklingen liess.

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