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Ein Wochenende fast ohne Schwalben

11. Juli 2018 von

«Fifty Shades of Grey» gewannen verdient das Teamessen, gespendet von der Osteria Da Biagio in Höngg.
Foto: Fredy Haffner

«Fifty Shades of Grey» gewannen verdient das Teamessen, gespendet von der Osteria Da Biagio in Höngg.

Foto: Fredy Haffner

Die Jungzünfter der Gesellschaft zur Constaffel siegten zum dritten Mal in Folge am interzoiftigen Fussballturnier.

Foto: Fredy Haffner

Die «Poly Rapid Stars» gewannen den Pokal am Sonntag: Saubere Arbeit!

Foto: Fredy Haffner

Ein volles Zelt und gute Stimmung beim WM-Viertelfinal Brasilien gegen Belgien (1:2, tschüss Neymar).

Foto: Fredy Haffner

Schattenplätze waren drei Tage lang gefragt auf dem Hönggerberg.

Foto: Fredy Haffner

Sina Saluz (rechts) und Tiziana Werlen beim Vorbereiten des Sponsoren-Apéros.

Foto: Fredy Haffner

Nur Schuhe überlebten den Martin Cup nicht.

Foto: Fredy Haffner

Ein Himmel voller Schuhe.

Foto: Fredy Haffner

«Das Alter» gegen «Darth Vader» in kurzen Hosen, ein ungleicher Kampf.

Foto: Fredy Haffner

Wie soll man gegen einen solchen Torwart bloss abziehen? Der zerbricht doch …

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«Bier-Pong», auch mit so «neumodischem Züügs» musste man um den Turniersieg kämpfen.

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«Star Wars» war auch in der engeren Wahl der besten Verkleidung, «The Force» hatte letztlich gegen «The Age» keine Chance, gewann dafür aber spielend das Turnier.

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«Terremoto» mit Minimalstverkleidung, aber viel Spass wurden Dritte.

Foto: Fredy Haffner

Die «Stiftung Wadentest», ein spontan zusammengewürfeltes Team, schaffte es auf den zweiten Rang.

Von

Online seit
11. Juli 2018

Printausgabe vom
12. Juli 2018
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Der Martin Cup am vergangenen Wochenende Stand im Zeichen des Fussballs und der Hitze, aber auch in jenem der Fussball-WM, der «alten» Leute und dem fast totalen Ausbleiben der Schwalben.

Die letzten Aufbauarbeiten für den Martin Cup, das Traditionsturnier des SVH auf dem Hönggerberg, hatten am Freitag noch im strömenden Regen stattgefunden, doch pünktlich zum Anpfiff des ersten Spieles setzte sich der Sonnenschein, durch wie Harry Kane im Strafraum seiner Gegner. Auf dem Platz spielten die Mannschaften der Kategorie A – Firmen, Beizen und Vereine – um den Pokal, den schliesslich «Zenit Ananasexpress» vor «Cebu Philippines» und «E-Net» gewannen, während im Zelt bereits dem ersten WM-Viertelfinalspiel des Tages zugeschaut wurde. Als dann um 18 Uhr «Funtonic» ihr Konzert gaben, füllte sich das Zelt Platz um Platz und als sich um 20 Uhr Brasilien daranmachte, sich gegen Belgien aus dem grossen Turnier in Russland davonzurollen, war jeder Platz besetzt. Und hier auf der Grossleinwand war es denn auch, wo die einzigen Schwalben des Wochenendes zu sehen waren. Von wem doch gleich? Was die WM dem Höngger Grümpelturnier voraus hat, ist klar die Anzahl von hämischen Videos auf den sozialen Netzwerken, die kurz nach jeder von Neymars «Aktionen» auf den Handys im Zelt angeschaut wurden.
Nach Spielende leerten sich die Festbänke zwar schnell, doch nicht wenige feierten in der Muni-Bar oder im Partyzelt weiter, bis das Zwitschern deutlich den erwachenden Vögeln zugeordnet werden konnte.

Dritter Sieg in Folge am Zunftturnier

Der Samstag gehörte dann dem interzoiftigen Fussballturnier. Wo die gastgebende Zunft Höngg letztlich landete, wird hier in Absprache mit den Verantwortlichen gnädig verschwiegen. Vielleicht darf man ja auch nicht mehr erwarten von einer Rebbauernzunft, schliesslich wurde früher beim Stampfen der Trauben im Bottich ja vor Ort getreten und nicht durch Rebberge gestürmt – ob sich das wohl vererbt hat?
Im Blickfeld des Turniers stand indes die Gesellschaft zur Constaffel, welche das Turnier die letzten beiden Jahre gewonnen hatte: Würde sie heuer wieder reüssieren, dürften sie den Pokal auf der Zunftstube behalten, müssten dafür aber auch einen neuen spendieren. Und tatsächlich hiess der Final letztlich «Zunft zum Widder 2» gegen «Constaffel». Constafelherr Dr. Jürg Stüssi-Lauterburg scherzte vor dem Spiel noch mit dem Captain seines Teams darüber, welches das grössere Übel wäre: dem Pokal einen anderen Sieger eingrafieren zu müssen oder einen neuen Pokal zu spenden? Die Frage wurde im Spiel geklärt, das die Gesellschaft zur Constaffel klar gewann. Dritte wurde die Zunft Schwamendingen.
An der Siegerehrung bedankten sich die Zünfter Martin Gubler, SVH-Präsident, und der Turnier-Sprecher Rolf Gloor vorab bei allen, die den Martin Cup überhaupt erst möglich machen und dass sie in dessen Rahmen auch dem Zunftturnier einen ganzen Tag einräumen. Der Applaus galt allen, von den Sponsoren zum OK-Team über die Schiedsrichter bis hin zu all jenen aus der SVH-Familie, die unentwegt den Festbetrieb am Laufen halten.

Die perfekte Performance

Dann wurde es Zeit für das Verkleidungsturnier. Leider hatten sich trotz mehrfachen Aufrufen und dem attraktiven Preis für die beste Verkleidung, ein Teamessen gespendet von der Osteria Da Biagio in Höngg, erneut nur vier Teams angemeldet. Drei von ihnen standen pünktlich bereit, von der vierten, «Fifty Shades of Grey», noch keine Spur. Die Blicke schweiften nach SM-verdächtigen Tenüs suchend über das Gelände, doch ausser ein paar alten Leuten, die irgendwie unschlüssig beim grossen Wegweiserpfahl standen, war nichts Auffälliges geschweige den Anrüchiges auszumachen – und dann machten sich eben diese Alten auf den Weg zum Spielfeld! Klar, so kann man «Shades of Grey» auch interpretieren: als Abstufungen in der Haarfarbe! Wer den Preis für die beste Verkleidung gewinnen würde, war da bereits klar, denn man musste schon sehr genau hinsehen, um zu erkennen, dass sich hier Junge auf Alt getrimmt hatten, so perfekt sass die Schminke. Auch die Kleidung inklusive Schuhwerk – natürlich Gesundheitsschuhe und Pantoffeln – und alle Accessoires wie eine Super8-Kamera, Handtaschen und Stricknadeln, waren mit viel Liebe zum Detail gewählt. Doch dann ging die Show erst los: Schlurfend, sich das Kreuz stützend und über das Wetter und die Jugend von heute klagend zog das Team auf den Platz – und so spielten sie auch: Zeitverzögerten Schrittes, mit den Gehstöcken foulend und nach dem Ball schlagend. Wie sollten die Gegner da Fairplay praktizieren? Sie wussten es nicht wirklich und getrauten sich aus Respekt vor dem Alter kaum, den Ball zu spielen oder einen Spurt anzutreten. Kurz gesagt, die Performance von «Fifty Shades of Grey» war perfekt und wer sie nicht gesehen hat, hat was verpasst.
Auf dem Platz und bei den zum Turnier zählenden Spielen «Bier-Pong» und Blackjack hatten sie gegen die anderen Teams natürlich keine Chance: Hinter «Star Wars», der «Stiftung Wadentest» und «Terremoto» belegte die Altersheimtruppe den letzten Platz. Den Gutschein für das Teamessen nahmen sie mit zittrigen Händen entgegen, den Pokal mochten sie kaum zu stemmen – fragt sich nur, ob man ihnen in der Osteria Da Biagio die feinen Speisen dann tatsächlich wird pürrieren müssen.

Saubere Arbeit, auf dem Platz und im OK

Am Sonntag war einigen Gesichtern die Müdigkeit gut anzusehen – den einen von der vielen Arbeit, den anderen wohl von zu wenig Schlaf, denn auch in dieser Nacht war es wieder spät geworden auf dem «Hönggi».
Trotzdem waren das Zelt und die Schattenplätze im Freien vom Etageren-Frühstück bis zum Ende des Turniers am späteren Nachmittag gut besetzt. Die «Lucky Boys» spielten die Schlagerparade rauf und runter und während sich die Kleinsten auf der Hüpfburg, beim Torwandschiessen oder in der Freiluft-Kinderecke des «Gwunderfizz» amüsierten, spielten die Grossen in der Bruthitze in der Kategorie B noch um den Hauptpokal des Turniers.
Die «Poly Rapid Stars» des hiesigen Facility- und Clean-Services- Unternehmens Poly Rapid lieferten getreu des Firmenmotos eine saubere Arbeit ab, marschierten mehr oder weniger ungehindert durch Gruppen- und Finalspiele zum verdienten Pokalsieg und verwiesen die «Muchachos» und die «Skischule Hönggerberg» auf die Plätze zwei und drei.
Damit neigte sich der Martin Cup dem Ende zu und aus dem OK Martin Cup waren sich Kilian Fanger, Andrea und Sina Saluz abschliessend einig: zum dritten Mal hatten sie nun das Grümpelturnier im neuen Konzept organisiert und abgesehen von kleineren Verletzungen auf dem Spielfeld reibungslos durchgeführt, die Besucherzahlen und die Umsätze sind tendenziell steigend und jedes Jahr sieht man, was man vielleicht im nächsten Jahr noch verbessern könnte. Dynamisch wie auf dem Platz muss es sein und bleiben – Schwalben leistet sich auch im Ok niemand.

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12. Juli 2018 um 11:47 Uhr von Andi Egli

Danke dem OK-Team und allen anderen, die dafür sorgen, dass Kids und „graue Panther“ auch übers Jahr am Ball bleiben.