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Ratgeber

Ein Schiff mit Flügeln

13. September 2017 von

Foto: Max Hugelshofer

In Natura noch viel wuchtiger: der Tesla Model X.

Von

Online seit
13. September 2017

Printausgabe vom
14. September 2017
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Ein Tesla ist mehr als ein normales Auto. Das ist auch beim SUV Model X so. In vielerlei Hinsicht.

Momentan spricht alles vom Tesla Model 3, dem «Volks»-Tesla, der auch für Normalverdiener erschwinglich sein, und somit der Elektromobilität endlich zum Durchbruch verhelfen soll. Doch auch wenn erste Modelle bald ausgeliefert werden sollen – bis auf Schweizer Strassen ein Model 3 rollt, wird es wohl 2018. Der neue Tesla: Das ist im Moment das SUV Model X. Der ist dann allerdings nicht günstiger als der «Standard-Tesla», das Model S. Im Gegenteil. Das Testauto, das mit der stärksten Batterie, Performance Paket und allen erhältlichen Extras ausgestattet ist, kostet über 190 000 Franken. Unter 88 000 Franken geht beim Model X gar nichts. Dafür bekommt man auch eine Menge Auto. Mehr als fünf Meter in der Länge und zwei in der Breite, um genau zu sein. Das sorgt innen für fürstliche Platzverhältnisse. Es gibt verschiedene Varianten von Bestuhlungen. Der Fünfsitzer glänzt mit riesigem Kofferraum, der Siebensitzer ist sehr praktisch. Die sechssitzige Konfiguration des Testwagens ist besonders nobel. Aber auch völlig unpraktisch. Die beiden Einzelsitze der mittleren Reihe lassen sich zwar elektrisch verschieben und zum besseren Einstieg in die dritte Reihe neigen, aber richtig umklappen kann man sie nicht. Das hat zur Folge, dass zum Beispiel ein Velo auch mit entferntem Vorderrad nur mit allergrösster Mühe in das riesige Auto passt. Ansonsten ist das Model X wie jeder Tesla für alle Lebenslagen gerüstet. Lange Ferienreise? Dank über 400 Kilometer realistischer Reichweite und dem Supercharger-Netz kein Problem. Kindergeburtstag? Sitze sind genügend da, und fürs Unterhaltungsprogramm ist ebenfalls gesorgt. Schnee? Allrad ist immer mit dabei. Keine Lust, selbst zu lenken? Der Autopilot übernimmt. An der Ampel nebenan steht ein Porsche, und der Fahrer lässt provokativ den Motor aufheulen? Der Tesla ist garantiert schneller.

Auch X geht ab wie nix

Das Erlebnis der brachialen und komplett lautlosen Beschleunigung ist trotz 2,5 Tonnen Leergewicht nur mit einer Achterbahnfahrt zu vergleichen. Und dank niedrigem Schwerpunkt und gigantischen 22-Zoll-Rädern geht es nicht nur geradeaus flott vorwärts. Wenn man das nötige Geld hat, bekommt man mit dem Model X ein beeindruckendes Auto. Allerdings auch ein auffälliges. Nicht nur wegen der Grösse. Das originelle Türkonzept mit den hinteren Flügeltüren kann in engen Parklücken ein Vorteil sein, bringt aber beim Aussteigen vor allem die Aufmerksamkeit aller Umstehenden. Nicht jedermanns Sache. Was genau das Problem des Model X ist. Im Model S kriegt man immer wieder hochgehaltene Daumen von anderen Automobilisten, von Velofahrern und Fussgängern. Völlig neidfrei, obschon auch der normale Tesla ein teures Luxusauto ist. Das Model X hingegen wirkt protziger und polarisiert. Für mich gilt deshalb: Ein Tesla? Sofort. Das Model X? Eher nicht.

Technik
Tesla Model X P100D
Treibstoff: Strom
Leistung: 613 PS
Drehmoment: 1000 Nm
Getriebe: keines
Gewicht: 2497 kg
Testdistanz: 986 Kilometer
Reichweite: 542 Kilometer
Abgasnorm: Euro 6
NCAP-Sterne: 5
Laderaumvolumen: 187 bis 2180 Liter
Grundpreis: 156 850 Franken
Testwagenpreis: 191 500 Franken
Garantieleistungen: 4 Jahre, 8 Jahre auf Batterie und Antrieb

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