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Ein musizierendes Schneewittchen und eine emsige Küchentruppe

3. November 2015 von

Foto: Malini Gloor

Frölein da Capo singt voller Inbrunst, während Gartenzwerg Erwin zum Rechten schaut.

Foto: Malini Gloor

Hier freut man sich auf einen unterhaltsamen Abend.

Foto: Malini Gloor

Zwei- und Vierbeiner fühlen sich wohl im Restaurant Am Brühlbach.

Foto: Malini Gloor

In der Küche wird mit Präzision gearbeitet.

Foto: Malini Gloor

In der Küche wird mit Präzision gearbeitet.

Foto: Malini Gloor

Kleine Kunstwerke aus der Küche.

Foto: Malini Gloor

Jede Tonspur, hier die Trompete, wird mit dem Loop-Gerät einzeln aufgenommen – was auch schöne Schatten wirft.

Foto: Malini Gloor

Frölein da Capo singt voller Inbrunst, während Gartenzwerg Erwin zum Rechten schaut.

Foto: Malini Gloor

Das Dessertbuffet ist bereit!

Foto: Malini Gloor

Mit viel Liebe und Aufwand wurde der Abend inszeniert.

Von

Online seit
3. November 2015

Printausgabe vom
05. November 2015
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«Frölein da Capo», das Einfrau-Orchester, machte am letzten Freitagabend das Restaurant Am Brühlbach unsicher: Das «Frölein», extra aus Willisau angereist, sang, schrie und erzählte aus ihrem Leben – real und fiktiv. Daneben gab es ein Galadinner, gekocht von der unermüdlichen Küchencrew.

In der Tertianum Residenz Im Brühl, zu welcher das Restaurant Am Brühlbach gehört, lässt man sich immer wieder attraktive Anlässe einfallen. Direktor Beat Schmids Wahl für den 25. Geburtstag des Restaurants fiel auf die Künstlerin «Frölein da Capo». Ein Volltreffer: Der Anlass war mit knapp 130 Besuchern ausverkauft. Im Reblaube-Saal – das Restaurant wäre zu klein gewesen – war festlich aufgedeckt worden, und so waren auch die Besucher gekleidet.
«Wir kommen gerne hier essen, und alle freuen sich ab unserem Hund Rumba. Tauchen wir einmal ohne Hund auf, ist das schon fast eine mittlere Katastrophe, weil der Kuschelfaktor dann fehlt», so ein Paar in Hundebegleitung augenzwinkernd. Ob Zwei- oder Vierbeiner, hier wird einander gut geschaut: «Oh min liebe Schatz, sind Sie au da!», erwidert eine Tertianum-Bewohnerin die herzliche Begrüssung einer Serviceangestellten. Die Freude ist gegenseitig, und das spürt man überall – sei es beim achtköpfigen Service-Team, welches nicht nur Gläser einschenkt, sondern auch Lächeln verschenkt, oder bei der Küchencrew, die jeden Teller mit Perfektion arrangiert.

«Wer mich nicht sieht: Ich bin hier!»

Die Küchencrew ist «im Schuss» und verziert gerade unzählige Vorspeisen-Teller mittels grosser Lebensmittelspritzen, und so wird kurz darauf mit dem Servieren begonnen. Die Gäste geniessen als Erstes ein Grüsschen des Hauses, einen winzigen Toast mit Frischkäse und fruchtiger Zugabe, lassen sich von einer asiatischen Miso-Suppe überraschen und schwelgen in der «Lachstrilogie Neptun».
Beat Schmid begrüsst die Gäste mit den Worten: «Da, won ich jetzt stahne, staht nachane s’Frölein – eifach chli höcher, nämlich uf de Bühne.» Dort steht dann kurz darauf die Künstlerin: «Ich freue mich grauenhaft auf den heutigen Abend. Achtung, hier hat es diese fiesen Säulen im Saal. Wer mich deswegen nicht sieht: Ich bin da!», so die Musikerin und Schauspielerin, die einen an ein musizierendes Schneewittchen erinnert. Sie habe sich für ihr aktuelles Programm «Nöies Zöigs» extra ein neues, rotes Petticoat-Kleid genäht und für heute ihren Jodel-Spray parat gelegt. Bestandteile seien Zwiebelextrakte und «Kräuterzeugs» sowie viel Alkohol – dies brachte das Publikum zum Lachen. Miniatur-Gartenzwerg Erwin, obwohl den ganzen Abend schweigend, wird als Bühnenpartner, Mentor und Choreograf vorgestellt, und so entschuldigt sich Frölein da Capo jeweils zum Voraus, wenn sie wilde Choreografieren vorführen «muss».

Beziehungsdelikt: Violette, ausgeleierte Trainerhose

Mit Haarreif-Masche, Pumps, Schmuck und dem erwähnten Kleid – alles in knalligstem Rot – scheint sie direkt den 50er-Jahren entsprungen. Mit ihrer kräftigen Stimme und ihrem kernigen Willisauer Dialekt ruft sie das Publikum zum Mitsingen auf. Als dies eher zögerlich geschieht, sprüht sie grosszügig Jodelspray in die Luft: «Es dünkt mich, es werde schlecht gefolgt hier drinnen», rügt sie die Besucher und hat so einmal mehr die Lacher auf ihrer Seite. Sie singt vom Beziehungsdelikt namens violetter, ausgeleierter Trainerhose ihres Gatten und von ihrer Handtasche, die alles beherberge: «Schminkzeugs, falls ich mal gut aussehen möchte. Handy und Portemonnaie meines Mannes, sein Laubbläser, seinen Akkubohrer und sein Sturmgewehr.» Wegen seiner unzähligen Dinge komme sie kaum mehr an ihre eigenen Sachen heran.
Köstlich auch ihre Wander-Phobie: Aus dem Luzerner Hinterland, wo sie halt eben herkomme, gehe man wandern, bevor man laufen könne: «Um das huere Wandere chunt mer nöd drum ume! Ich bin sogar mal mit den Finken auf die Rigi gewandert, da war ich dann schon schampar stolz, es war eine Art Lebensschule!», so das singende Gesamtkunstwerk.
Faszinierend ist, wie sie ihren Auftritt als ganzes Orchester wirken lässt: Sie klatscht, singt oder spielt ein Teilstück, nimmt dieses auf ihrem Loop-Gerät auf, und das jeweils rund viermal unterschiedlich, und dann singt sie über die einzelnen Tonspuren. Dies zu erleben, ist beeindruckend, denn die verschiedenen Musikspuren passen perfekt zu ihrem Gesang. Die versierte Sängerin spielt Gitarre, Trompete, Melodica, Klavier und Euphonium, was nur schon optisch ein Hingucker ist. Nach ihrem zweiten Auftritt folgte das Dessertbuffet, das kaum aufgetragen, schon angesteuert wurde – gute Unterhaltung scheint Hunger zu machen, und so passten auch noch ein paar Dessertstücklein in die Bäuche der zufriedenen Gäste. Sympathisch: Auch «Frölein da Capo» ass inmitten der Besucher.

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