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Kinder & Jugend

Ein eigener Film für das Kinderkino

28. Februar 2018 von

Foto: Dagmar Schräder

Das GZ präsentiert den mit den Kindern gemeinsam produzierten Trailer auf der grossen Leinwand.

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Online seit
28. Februar 2018

Printausgabe vom
01. März 2018
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Am 4. Februar zeigte das GZ Höngg anlässlich des Kinderkino-Nachmittags den Film «Wallace und Gromit». Vorher aber gab es noch eine Premiere zu sehen: den neuen Trailer des Kinderkinos.

Einmal im Monat – zumindest während der Herbst- und Wintermonate – hat Höngg etwas, was sonst fehlt: ein Kinderkino. Von September bis April verwandelt sich dann der Kulturkeller des GZ Höngg am Zwielplatz in einen Kinosaal für Kinder. Bei selbstgemachtem Popcorn und Getränken von der Bar können die jungen Filmfreunde hier mit und ohne erwachsene Begleitung auf grosser Leinwand gemütlich einen Kinderfilm geniessen. Das Programm wird dabei jeweils von den Schülerinnen und Schülern eines der Höngger Primarschulhäuser zusammengestellt, die darüber abstimmen können, welche Filme sie zu sehen wünschen. Seit rund vier Jahren sind diese Gratis-Kinonachmittage bei den Schülerinnen und Schülern überaus beliebt.

Eine Weltpremiere in Höngg

An diesem Sonntag Anfang Februar wartete neben «Wallace und Gromit» jedoch noch ein zusätzliches Highlight auf die Besucherinnen und Besucher – eine absolute Weltpremiere. Schon um 14 Uhr, eine Stunde vor dem eigentlichen Beginn des Hauptfilms, versammelten sich daher rund 30 aufgeregte Kinder und deren Eltern im Keller und warteten gespannt auf den Beginn ihrer eigenen Produktion: den vom GZ gemeinsam mit den Kindern erarbeiteten Trailer für das Kinderkino. An drei Nachmittagen hatten die Kinder im Rahmen eines Workshops gemeinsam mit Dominique Grob, Quartierarbeiterin im GZ Höngg, sowie der Filmschaffenden Annette Carle (Minibarfilm) diesen vierminütigen Trailer produziert. «Wir haben den Workshop entwickelt, um die Partizipationsmöglichkeiten der Kinder beim Kinderkino noch etwas zu erweitern. Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur die Möglichkeit haben, ihr Programm selbst zu bestimmen und an der Popcornmaschine, Bar sowie bei der Technik mitzuhelfen, sondern sie sollen auch in einem kindgerechten Rahmen erleben können, was es alles braucht, um einen Film zu produzieren und verschiedene Techniken kennenlernen», erklärte Dominique Grob die Idee hinter dem Workshop. Gezeigt werden soll der fertige Trailer nun jeweils in den Schulen, um den Kindern das Konzept des Kinderkinos näherzubringen sowie vor den Sonntagsvorstellungen im Kulturkeller.

Mit viel Spass am Theaterspiel

Die zehn beteiligten Kinder aus verschiedenen Schulhäusern in Höngg, die an dem ersten Workshop teilgenommen haben, waren offensichtlich mit grosser Begeisterung bei der Sache, was nicht nur die schon vor dem Filmstart auf der grossen Leinwand gezeigten Fotos der Projektnachmittage bewiesen, sondern natürlich auch der Trailer selbst. Fantasievoll begegnen sich hier Ballerinas, Einhörner, Superman und Pippi Langstrumpf in kurzen Szenen, ergänzt durch Bilder, Collagen und Textschnippsel, die mittels der Stop-Motion-Technik zu einem Film zusammengefügt wurden. «Bei der Gestaltung der Szenen haben wir den Kindern grösstenteils ganz freie Hand gelassen. Es gab kein vorgegebenes Drehbuch, die Kinder konnten sich aus dem grossen Kostümfundus ihre Lieblingskostüme auswählen und nach Herzenslust improvisieren. Was dabei herausgekommen ist, hat die Filmerin Annette Carle zusammengeschnitten und zu diesem kurzen Trailer zusammengestellt», schilderte Grob die Herangehensweise. Das Resultat ist ein liebevoller, bunter, wilder und witziger Kurzfilm, der den jungen Zuschauerinnen und Zuschauern ein wenig das Gefühl von grossem Kino vermittelt und Lust auf mehr macht, und zwar nicht nur in Bezug auf das blosse Betrachten von Filmen, sondern auch auf eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Medium in Form von Workshops. Mehr von beidem werde es nach Bedarf in Zukunft auch geben, versicherte Grob. Bei zukünftigen Workshops könne sie sich etwa vorstellen, die Arbeit thematisch zu untergliedern. Beim ersten Workshop habe sich gezeigt, dass die Kinder, die allesamt im Alter zwischen sechs und neun Jahren waren, vor allem Interesse am Theaterspiel und an der Improvisation bewiesen hätten, und dass andere Aspekte wie etwa der Filmschnitt, die Hintergrundmusik und das Filmen selbst für diese Gruppe weniger wichtig gewesen seien. «In Zukunft», so Grob weiter, «könnten wir uns vorstellen, die Arbeit aufzuteilen und uns mit Bereichen wie Schauspiel, Stop-Motion-Technik, Filmschnitt und Filmmusik getrennt auseinanderzusetzen».

Ein Prosit auf die Premiere und ein unterhaltsamer Nachmittag

Vor dem nächsten Workshop wurde an diesem Sonntag nun aber zunächst einmal die gelungene Premiere gefeiert. Mit einem kleinen Schluck Prosecco für die Erwachsenen, einem Kindersekt sowie Sirup für die Kinder und Apérohäppchen wurde auf das Ereignis angestossen und der Trailer gleich noch ein zweites Mal gezeigt. Und im Anschluss hiess es dann: «Film ab» für Wallace und Gromit, die beiden Knetfiguren, die sich auf die Jagd nach dem fiesen Riesenkaninchen machen, das allen Bewohnern ihrer Stadt das Riesengemüse zu klauen droht. Die rasante Komödie kam bei den Kindern mindestens ebenso gut an wie das Popcorn, das den Raum in Nullkommanichts einem Schlachtfeld ähnlich sehen liess. Im Anschluss an die Geschichte hatten die jugendlichen Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, sich über das Gesehene auszutauschen und die einzelnen Szenen genauer zu analysieren: die Filmwissenschaftlerin Julia Breddermann diskutierte mit den sehr aufmerksamen Zuschauerinnen und Zuschauern einige Aspekte der Handlung aus einer professionellen Perspektive. Dank der von ihr zur Verfügung gestellten wichtigen Utensilien wie Knete und Handy konnte darüber hinaus, wer wollte, gar noch selbst kreativ werden und einen eigenen Stop-Motion-Film drehen. Nur ungern folgten die filmbegeisterten Kinder schliesslich, als die Uhrzeit schon deutlich gegen Abend vorrückte, der unliebsamen Aufforderung ihrer Eltern, auch mal wieder nach Hause zu gehen. Doch bereits am 4. März bietet sich ihnen erneut die Gelegenheit, im «Kinderkino Lila» in die faszinierende Welt des Films einzutauchen. Und wer weiss, vielleicht entsteht ja in dem einen oder anderen Kinderzimmer in der Zwischenzeit auch ein ganz neuer Stop-Motion-Film.

Kinderkino Lila
Kulturkeller des Gemeinschaftszentrums Höngg, Limmattalstrasse 214.
Nächste Daten:
Sonntag, 4. März, 15 Uhr, Moderne Zeiten (Charlie Chaplin)
Sonntag, 25. März, 15 Uhr, Das kleine Gespenst
Sonntag, 15. April, 15 Uhr, Tortuga, die unglaubliche Reise der Meeresschildkröte

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