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Dorfleben

«Dörfs es bitzeli meh si?» Vielleicht im «Hönggermarkt»?

21. Juni 2012 von

Foto: Fredy Haffner

Blick in die Passage des «Hönggermarkts»: alles andere als lebendig.

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Online seit
21. Juni 2012

Printausgabe vom
21. Juni 2012
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Nach dem Blick auf die freien Ladenflächen unmittelbar am Meierhofplatz im letzten «Höngger», geht es in dieser Ausgabe um den nahen «Hönggermarkt». Auch dort steht es derzeit nicht zum Besten und wann was geändert wird, ist unklar.

«Händler, seid aufmerksam und bleibt renitent bei euren Vermietern, sonst ‹verslumt› das Dorfzentrum!», rief Drogist und Zunftmeister Daniel Fontolliet an der letzten Generalversammlung des Vereins Handel und Gewerbe (HGH) beherzt auf (siehe Bericht im «Höngger» vom 7. Juni), als er auf die desolate Lage des Detailhandels im Dorfzentrum aufmerksam machte. Er muss es wissen, ist er doch mit der Rotpunkt-Drogerie Hönggermarkt unmittelbar betroffen und hört tagtäglich von seiner Kundschaft, wie diese auf geschlossene Läden rundum reagiert.

Sorgenkind «Hönggermarkt»

Im ersten Teil dieses Berichtes (siehe «Höngger» vom 14. Juni) ging es um die freien Geschäftslokalitäten rund um den Meierhofplatz. Ebenfalls zu einem lebendigen Zentrum beitragen sollte der «Hönggermarkt». Doch in dessen Passage steht es auch nicht zum Besten. Das Restaurant Al Porto ist seit Jahren geschlossen. Nun folgte ihm Fawer Radio TV. Und die Filiale von Sandra Schuhe gleich gegenüber hat Öffnungszeiten wie im letzten Jahrhundert und selbst zu diesen hängt oft ein «Bin gleich zurück»- Schild an der geschlossenen Türe – alles nicht im Sinne einer attraktiven Ladenpassage. Besitzerin der Liegenschaft ist seit 1987 der Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Interswiss. Auch da wurde die Anfrage des «Hönggers» zurückhaltend beantwortet. Ivana Bianchet, Sprecherin der Immobilienanlagen der CS, schreibt: «Es ist in unserem Interesse, die Liegenschaft langfristig für Mieter und Kunden attraktiv zu halten. Deshalb prüfen wir derzeit verschiedene Optimierungsmöglichkeiten und Konzepte, um die Liegenschaft für alle Beteiligten – Mieter, Kunden und für uns als Eigentümer – attraktiv und nachhaltig den heutigen Bedürfnissen anzupassen und zu gestalten.“Weitere Auskünfte zu neuen Mietern oder Einzugsterminen könne man derzeit nicht geben, vertröstet wird auf den Spätsommer. Bezüglich einer attraktiven Mischung schreibt die Credit Suisse: «Die Vertreter von Seiten Eigentümerschaft wie auch von Seiten Bewirtschaftung stehen in regelmässigem Kontakt mit den Mietern. Es ist im Interesse von allen Beteiligten, dass der ‹Hönggermarkt› rentabel bleibt − für Mieter wie auch für uns als Eigentümer.» Ob den Worten der Pressestelle Taten folgen, bleibt abzuwarten. Allgemein ist festzuhalten, dass der «Hönggermarkt» über 20 Jahre alt ist. Für Liegenschaften wie diese oder Mieter von Ladenlokalen höchste Zeit für eine Anpassung an aktuelle Bedürfnisse. Karin Lasen, Mediensprecherin bei Coop, der grössten Mieterin vor Ort, schreibt dazu: «Grundsätzlich erneuert Coop bestehende Ladenflächen alle zwölf bis 15 Jahre. Wir werden darum innerhalb der nächsten fünf Jahre unseren Standort ‹Hönggermarkt› wieder modernisieren und anpassen.» Auf die Vermietung der anderen, freien Ladenflächen könne man hingegen keinen Einfluss nehmen, das sei Sache des Vermieters, sagt Lasen. Wunschkandidaten seien aber sicher Mieter, die Kunden ins Center bringen oder ein Unternehmen, das in Höngg noch keinen Standort hat. Dem kann sicher beigepflichtet werden.

Fazit: Fragen führen zu Fragen

«Mitenand gaht’s besser», lautet das Motto des Vereins Handel und Gewerbe Höngg, in dem auch viele Detaillisten Mitglied sind. Aber wer führt dieses «Mitenand» an? Und wer nimmt sich des Themas an? Entscheidet letztendlich tatsächlich «nur» das Portemonnaie der Besitzer und der Kundschaft, ob der Detailhandel im Dorfzentrum neben den Grossverteilern überlebt und er seine gesellschaftliche Funktion ausüben kann? In eigenständigen Gemeinden gibt es Gemeinderäte, die sich aktiv um solche Fragen kümmern und in die Prozesse eingreifen. Zürich tut dies höchstens im Bereich der Langstrasse, um das Rotlichtgewerbe einzudämmen. Höngg ist Peripherie. Für Hönggerinnen und Höngger aber ist es – noch – Lebensraum.

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