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Die Zürcher Willkommenskultur

28. Februar 2018 von

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Online seit
28. Februar 2018

Printausgabe vom
01. Februar 2018
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Die Stadt Zürich heisst aus dem Ausland zuwandernde Menschen auf zahlreiche Arten willkommen, ständige und nichtständige Wohnbevölkerung gleichermassen. Innerhalb des Präsidialdepartementes, angesiedelt in der Stadtentwicklung Zürich, ist die Integrationsförderung (IF) ein eigener Bereich, in dem Strategien entwickelt und Angebote koordiniert werden.

Man soll sich in Zürich zu Hause fühlen und sich aktiv am wirtschaftlichen und sozialen Leben beteiligen. Das ist das Ziel der städtischen Integrationsförderung (IF) und entsprechend hatte der Stadtrat der nun ablaufenden Legislatur dafür 16 Ziele formuliert und den Stossrichtungen «Chancengleichheit erhöhen», «Gutes Zusammenleben fördern», «Eigenverantwortung ermöglichen», «Herausforderungen angehen», «Willkommenskultur pflegen» und «Aktive integrationspolitische Positionierung» zugeordnet. Angesiedelt ist die IF der Stadtentwicklung Zürich (STEZ), einer Abteilung des Präsidialdepartementes, die auch noch die Bereiche Stadt- und Quartierentwicklung, Wirtschaftsförderung sowie Aussenbeziehungen abdeckt. Man präsentiert sich als Kompetenzzentrum für nachhaltige Stadtentwicklung und als Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft, Bevölkerung und Verwaltung.

Die Arbeit der Integrationsförderung

Die IF legte im Januar den Jahresbericht 2017 vor, in dem Aktivitäten und Projekte aufgezeigt werden. Gemäss diesem sind letztes Jahr rund 22‘220 Personen mit einer mehr als vier Monate gültigen Aufenthaltsbewilligung nach Zürich gezogen, geschätzte 70 Prozent davon direkt aus dem Ausland. Ihre erste Station war, um sich anzumelden, das Kreisbüro, und dort erhielten sie von der IF bereits ein Begrüssungscouvert. Darin wurde auch auf sieben Begrüssungsveranstaltungen hingewiesen – 1535 Personen aus 90 verschiedenen Nationen machten davon Gebrauch. Auch die 66 speziell angebotenen Stadtführungen in sechs Sprachen wurden gut besucht. Ebenso der «Welcome Desk» im Stadthaus, der von 1351 Personen aus 111 Nationen genutzt wurde. Zwei Drittel jener, die dort Auskünfte verlangten, wohnten erst weniger als ein Jahr in Zürich, doch immerhin zehn Prozent auch bereits mehr als acht Jahre. Ihre Hauptanliegen betrafen Fragen nach Deutschkursen, Stellensuche, Aufenthaltsrecht und Wohnen. Auch telefonisch oder per Mail erteilte die IF Auskünfte oder informierte auf Einladung auch vor Ort, zum Beispiel bei Gruppen von Müttern mit Migrationshintergrund. Alleine die sprachgruppenspezifischen Informationsangebote wurden letztes Jahr von 2376 Personen genutzt. Zum Beispiel «In Zürich leben», der Integrationskurs für Frauen: 17 Kurse in neun Sprachen fanden statt, 227 Frauen besuchten die jeweils 16 Module, 162 davon erhielten ein Zertifikat.

Die IF wirkt auch politisch

Auch politische Entscheide beruhen auf der Vorarbeit der IF. Zum Beispiel wurde eine neue Grundlage für die Sprachförderung erarbeitet, der Stadtrat genehmigte das Konzept und der Gemeinderat sprach die nötigen Kredite. In vier Förderbereiche werden somit ab 2019 durch die IF selbst oder durch externe Anbieter Sprachschulungen angeboten. Ebenfalls beschlossen wurde, dass ab 2019 einkommensschwachen Kursteilnehmenden aus der Stadt Zürich die Kurse kostenlos angeboten werden. Ferner wurden Kredite gesprochen für Projekte, die das Zusammenleben in der Stadt fördern, und mit dem Kanton wurden für drei weitere Jahre Leistungsvereinbarung getroffen, welche die Umsetzung des kantonalen Integrationsprogramms in der Stadt Zürich, koordiniert durch die IF, bis 2021 sichern. Zudem, und dies nur als Beispiele, genehmigte der Stadtrat für die nächsten vier Jahre Beiträge an ein Kompetenzzentrum, eine Beratungsstelle und das Zürcher Forum der Religionen. Ferner wurden letztes Jahr 45 Finanzierungsgesuche für Projekte im Bereich «Begegnung, Mitwirkung und Engagement» von privaten Organisationen eingereicht. 35 davon wurden ganz oder teilweise genehmigt und der Kredit von 200‘000 Franken wurde ausgeschöpft. Voraussichtlich 2019 sollen erstmals «interkulturelle Programmwochen» durchgeführt werden.
Auch auf «Vernetzung und Zusammenarbeit» wird Wert gelegt und unter diesem Titel Arbeitstreffen veranstaltet, Kontakte mit Vereinen und Migrationsorganisationen und religiösen Organisationen gepflegt. Die IF war an der Organisation der Zürcher Migrationskonferenz beteiligt, informiert auf seiner Website in 14 Sprachen – alleine die Deutschkursdatenbank verzeichnete über 18‘000 Zugriffe –, sammelt Facebook-Likes und versandte 2017 sieben Mal einen elektronischen Newsletter an 1140 Adressen. Die Hälfte der Adressaten las ihn auch. Der IF zeigte sich überdies an Fachreferaten, Workshops und Podien, wurde 2017 aber auch selbst besucht: unter anderem vom Menschenrechtskommissär des Europarats und von zwei Delegationen aus Südkorea. Die Liste, was der IF alles tut, liesse sich fast endlos erweitern, nachzulesen im Jahresbericht der IF.

Jahresbericht 2017 der Integrationsförderung der Stadt Zürich (IF), abrufbar unter https://www.stadt-zuerich.ch/prd/de/index/stadtentwicklung/integrationsfoerderung.html

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