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Die Jugend ist die Zukunft – auch in Höngg!

14. Juni 2017 von

Foto: GZ Höngg/Rütihof

Open Stage

Foto: GZ Höngg/Rütihof

Graffiti Kasten

Foto: GZ Höngg/Rütihof

Graffiti Kasten

Foto: GZ Höngg/Rütihof

Mädchentreff

Von

Online seit
14. Juni 2017

Printausgabe vom
15. Juni 2017
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Seit über 60 Jahren prägen die Zürcher Gemeinschaftszentren das Leben in der Stadt Zürich mit. In den Gemeinschaftszentren sind alle willkommen.

Alte und Junge, egal wo sie geboren und wie lange sie in Zürich sind. Leute mit einem bestimmten Anliegen genauso wie jene, die unschlüssig suchen. Ihnen allen bieten die Zürcher Gemeinschaftszentren einen Ort zum Sein und Tun. Im Zentrum steht ein Ziel: Dass jede und jeder die Möglichkeit hat, den eigenen Lebensraum mitzugestalten und im Quartier ein Stück Heimat zu finden. Die Stiftung Zürcher Gemeinschaftszentren betreibt im Auftrag der Stadt Zürich 17 verschiedene Gemeinschaftszentren. Diese fördert die gesellschaftliche Teilhabe, Chancengerechtigkeit und Integration aller Bevölkerungsgruppen. Mit partizipativen Projekten, der Infrastruktur zur selbständigen Nutzung und der Unterstützung von Einzelnen und Gruppen bei der Realisierung eigener Ideen, tragen Gemeinschaftszentren zum guten Zusammenleben in einer modernen Gesellschaft bei. Die Jugendarbeit des GZ Höngg/Rütihof verfolgt das Ziel, Jugendlichen einen Rahmen zur Verfügung zu stellen, in welchem sie Eigenverantwortung üben können, um dabei Selbstbewusstsein zu erlangen. Im GZ Höngg/Rütihof sind Jan Lell und Mandy Abou Shoak in der Jugendarbeit tätig. Sie jonglieren zwischen drei Standorten. Während der sogenannte «Kasten», Im oberen Boden 2, als wöchentlicher Jugendtreff dient, koordinieren sie von ihrem Büro an der Limmattalstrasse 214 aus ihre Projekte und Angebote.

Selbstbewusstsein stärken

Damit Jugendliche zu verantwortungsbewussten, eigenständigen, selbstbestimmten und mündigen Menschen heranwachsen können, müssen sie die Möglichkeit haben, vielfältige Bildungserfahrungen zu machen. Vielfältige Bildungserfahrungen insofern, als dass sie Lernerfahrungen in unterschiedlichen Kontexten und durch unterschiedliche Selbsterfahrungsprozesse machen, ob in der Schule, Zuhause oder in ihrer Freizeit. Um verantwortungsbewusst und eigenständig zu werden, braucht es Selbstbewusstsein. Dieses Selbstbewusstsein erlangen Jugendliche durch Erfolgserlebnisse. Gerade Jugendliche, welche aus sozio-ökonomischer Sicht eine schwierige Ausgangslage mitbringen, haben gemäss Studien schlechtere Chancen, ihr Leben nach ihren Bedürfnissen und Wünschen zu verwirklichen. Indem Jugendarbeit ein offenes und meist kostenloses Angebot bietet, im Quartier verankert und damit gut vernetzt ist, kennt sie die Akteure, sucht Synergien und schafft Möglichkeiten für und mit Jugendlichen. In Abgrenzung zur Schule kann sich die offene Jugendarbeit fern von Bewertung oder Lehrplänen darauf konzentrieren, Arrangements zu schaffen, in und durch welche Jugendliche über sich selbst hinauswachsen. Die Jugendarbeitenden stehen den Jugendlichen dabei als reales Gegenüber zur Verfügung. Die Jugendlichen erkennen ihre Möglichkeiten und Grenzen, ob einerseits in Form von äusseren Rahmenbedingungen, also gesellschaftlichen Werten, Normen und oder Gesetzen, oder andererseits eigene, also mit sich selbst oder in Interaktion mit anderen.

Jugendtreff «Kasten»

Der «Kasten», Im oberen Boden 2, ist seit einigen Jahren Dreh- und Angelpunkt für Jugendliche aus Höngg. Als Provisorium angedacht, ist der «Kasten» heute ein wichtiger Treffpunkt für ganz unterschiedliche Gruppen von Jugendlichen. Durch seine Lage auf der Bauparzelle des gescheiterten Bauprojekts «Wohnen am Grünwald – Ringling» ermöglicht er ein unbeobachtetes Beisammensein. Jeden Freitag öffnet der «Kasten» von 19 bis 22 Uhr seine Türen. Nur in den Schulferien ist er jeweils geschlossen. In den vergangenen Frühlingsferien hingegen haben die Jugendliche Alessandro und Samuel sich an die Jugendarbeitenden gewendet, um den Jugendtreffs mit Graffitis zu versehen. Nach Absprachen wurde ihnen eine Wand zur Verfügung gestellt. So machten sich zehn Jugendliche an die Arbeit, um den «Kasten» neu zu gestalten. Putzen, Abfall einsammeln, Streichen und Sprayen stand auf dem Programm.

Jugendpartys im Kulturkeller

Auch die Jugendpartys haben sich in den letzten Jahren bewährt. Im März veranstalteten Selma, Eronda, Joy und Segul eine Party für alle 7. Klässler und Klässlerinnen aus Höngg und dem näheren Umkreis. Bereits zwei Monate früher trafen sich die Mädchen mit der Jugendarbeiterin Mandy im Jugendbüro, um die Party zu planen. Während der ersten Sitzung wurden die Verantwortlichkeiten und die Zielgruppe bestimmt. So entstanden die Ressort Musik/Technik, Bar, Helferinnen und Helfer sowie Eingang/Kasse. Die Gruppe diskutierte die Aufgaben und Rollen, welche die einzelnen Ressorts mit sich bringen und teilten dann die Aufgaben zu. Die erste Party wurde ein grosser Erfolg. Mit 70 Besucherinnen und Besucher erreichten die Mädchen mehr als die Hälfte aller 7. Klässlerinnen aus der Sekundarschule. Aufgrund der Nachfrage sind die nächsten Partys bereits wieder in Planung.

Open Stage – offen Bühne

Alle zwei Monate findet im Kulturkeller der Lila Villa am Zwielplatz eine offene Bühne statt. Dort haben die Jugendlichen die Möglichkeit, verschiedenste Ausdrucksformen auf die Bühne zu bringen. Ob mit Instrumenten, Gesang, Gedicht, Theater oder Tanzvorführung – auf dieser Bühne werden der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Derzeit sucht das GZ noch eine Moderatorin oder einen Moderatoren. Die nächste Open Stage findet am Mittwoch, 13. September, statt. Interessierte Jugendliche können sich gerne bei den Jugendarbeitenden des GZ melden.

Girlspower

Nicht nur Studien beweisen, dass Mädchen in regulären Jugendtreffbetrieben oft zu kurz kommen. Auch im «Kasten» nehmen sich die Jungs gekonnt ihren Platz ein. Deshalb einigten sich die Jugendarbeitenden darauf, einen regelmässigen Mädchentreff zu betreiben. Dieser fand im Februar das erste Mal statt. Mit Anne-Sophie Keller war eine junge Autorin, Journalistin und Kolumnistin zu Gast und erzählte den Mädchen von ihrem Leben. Kurzerhand diskutierten die Mädchen mit Anne-Sophie Keller über ihre Erfahrungen, ihre Ängste und ihre Wünsche. In diesem Rahmen lernen junge Mädchen den Umgang mit diesen Themen. Sie lernen ihre Bedürfnisse zu erkennen um diese schliesslich auch zu formulieren. Der nächste Mädchentreff findet am Donnerstag, 31. August, statt.

Friday Kitchen Club, Jugendtreff «Underground», Ferienangebote

Zusätzlich betreibt die Jugendarbeit diverse weitere Angebote in Zusammenarbeit mit den Landeskirchen. So zum Beispiel den Kochevent «Friday Kitchen Club», den Jugendtreff «Underground» und Ferienangebote. Weitere Informationen zu diesen Angeboten sind in den Artikeln der Landeskirchen auf den Seiten XY zu finden.

 

Mandy Abou Shoak

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