Höngger.ch

3°C1°C am 20. Januar 2018
Firmen

Der steinalte Ginkgobaum

11. April 2017 von

Von

Online seit
11. April 2017

Printausgabe vom
13. April 2017
Beitrag bewerten

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Loading...

Der Ginkgobaum, auch Mädchenhaarbaum genannt, wird oft als «lebendes Fossil» bezeichnet. Versteinerungen belegen, dass nahe Verwandte des heutigen Ginkgos bereits vor 300 Millionen Jahren vorkamen. Die ältesten Ginkgos wachsen in China und sollen 4'000 Jahre alt sein.

Im Pflanzenreich nimmt der Ginkgo eine Sonderstellung ein. Der Ginkgo ist weder ein Nadelbaum noch ein Laubgehölz, sondern gehört zu den nacktsamigen Palmfarnen. Sein ganzer Aufbau spiegelt ein frühes Stadium der Evolution wieder. Er ist das einzige, noch lebende Bindeglied zwischen Farnpflanzen und höheren Pflanzen.

Herkunft und Bedeutung

Im Erdmittelalter, also vor rund 150 Millionen Jahren, waren Ginkgogewächse auf der Nordhalbkugel sowie in der Südhemisphäre zahlreich vertreten. Bis ins jüngste Tertiär waren Ginkgobäume Bestandteil der europäischen Gehölzflora. Dann kam die Eiszeit und damit das Aus für den Ginkgo. Die natürliche Verbreitung beschränkt sich heute auf China, Korea und Japan. Um 1730 gelangte der Ginkgo durch Menschen wieder nach Europa. In seiner Heimat in Asien gilt der Ginkgobaum seit Jahrtausenden als heiliger Baum. Er ist Symbol für Fruchtbarkeit, Hoffnung und für ein langes Leben. Die Blätter und Samen werden in der chinesischen Medizin seit Jahrhunderten als Heilmittel gegen Asthma, Bronchitis und Hautunreinheiten eingesetzt. In der westlichen Medizin wird er vor allem verwendet, um die geistige Leistungsfähigkeit zu fördern.

Apartes Aussehen

Die Krone ist in jüngeren Jahren oft unregelmässig. Erst im Alter wird die Baumkrone ausladender. Ginkgobäume sind zweihäusig, das heisst es gibt männliche und weibliche Pflanzen. Die ersten Blüten erscheinen erst nach etwa 25 Jahren. Bis dahin ist es schwierig, weibliche von männlichen Pflanzen zu unterscheiden. Alle Sorten sind hingegen männlich. Die Früchte haben das Aussehen einer kleinen gelb- bis orangefarbenen Aprikose mit etwa 2,5 Zentimeter Grösse. In China und Japan gelten die Früchte geröstet als Delikatesse. Die frischgrünen Fächerblätter sind unterschiedlich in der Form. Als Höhepunkt im Herbst verfärben sie sich leuchtend goldgelb.

Standort und Verwendung

Der Ginkgo liebt volle Sonne und gedeiht in normalem Gartenboden. Die Bäume gelten als besonders hitze-, krankheits- und industriefest. Der Ginkgo kann als Alleebaum oder in Einzelstellung angepflanzt werden. Heute ermöglichen neue, kleiner bleibende Sorten auch die Pflanzung in kleinen Gärten oder in Gefässen. 

Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar.


500