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Biodiversitätsförderung – mit Leitern, Pickeln und Sägen

11. Oktober 2017 von

Foto: zvg

Das Schnittgut wird weggeschleppt.

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Online seit
11. Oktober 2017

Printausgabe vom
12. Oktober 2017
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Beim Natur- und Vogelschutzverein Höngg (NVV Höngg) steht kein Frühjahrs-, sondern der Herbstputz an: Am Arbeitstag am 21. Oktober werden Vogel-Nisthilfen gereinigt und die Naturschutzflächen gepflegt.

Aber wieso werden die Nisthilfen auf dem Hönggerberg denn im Herbst geputzt? Der Grund sei ganz einfach, erklärt die Nistkastenverantwortliche Fiorella Ruchti: «Während der Brutzeit sammeln sich Kot und Ungeziefer in den Nestern an. Durch die Reinigung werden die Zecken und Läuse entfernt». Dies geschehe besser im Herbst, da die Vögel im Frühjahr bereits frühzeitig mit dem Bezug der Nisthilfen und dem Nestbau beginnen. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer nutzen die Reinigungsarbeit auch gleich für etwas Forschungsarbeit. Sie untersuchen jedes einzelne Nest, bestimmen auf Grund der Bauart die nistende Vogelart, schliessen auf den Bruterfolg und notieren zusätzliche «Mieter» wie Hornissen, Mäuse oder Siebenschläfer. Wobei ein Siebenschläfer im Nistkasten ein absolutes Highlight sei: «Darauf hoffen wir immer, haben aber leider nicht jedes Jahr Glück», sagt Ruchti.

Mehr als Schilder aufstellen

Am Arbeitstag werden nicht nur Nistkästen gereinigt, sondern andernorts werden auch Sträucher ausgepickelt, Wiesen gemäht und Äste geschleppt. Denn Naturschutz sei mehr als einfach eine Tafel hinstellen und nichts mehr machen, sagt der Co-Präsident des NVV Höngg, Benjamin Kämpfen: »Fast alle ökologisch wertvollen Gebiete bei uns sind durch den Menschen gestaltet. Deshalb braucht es regelmässige, fachlich abgestützte Pflegemassnahmen, damit der Wert unserer Gebiete am Ruggernweg und Kappenbühl erhalten und sogar erhöht werden kann». Dafür seien auch viele helfende Hände notwendig – denn vieles ist und bleibt aufwändige Handarbeit. Der Erfolg der jährlichen Massnahmen lässt sich aber sehen: Am Ruggernweg wird etwa zur Zugzeit der seltene Gartenrotschwanz wieder regelmässig beobachtet, und am Kappenbühl sind seltene Schmetterlinge zurückgekehrt. «Der Bundesrat hat vor wenigen Wochen gerade seinen Aktionsplan Biodiversität Schweiz vorgelegt – fünf Jahre lang wurde an diesem Papier geschrieben. Da sind wir in Höngg tatkräftiger und legen lieber rechtzeitig draussen Hand an, um die Biodiversität ganz direkt zu fördern», meint Kämpfen mit einem Augenzwinkern. Damit all diese Arbeiten erledigt werden können, ist der NVV Höngg auf zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer angewiesen. Es braucht keine Vorkenntnisse und das Werkzeug wird zur Verfügung gestellt.

Samstag, 21. Oktober, 9 bis 13 Uhr, anschliessend Mittagessen (offeriert). Robuste Schuhe und Kleider, Arbeitshandschuhe (falls vorhanden) mitnehmen. Treffpunkt: Schützenhaus Höngg. Weitere Infos finden sich unter www.nvvhoengg.ch. Anmeldung bis am 18. Oktober an Hans-Peter Wydler 044 750 46 15 oder 076 525 01 45.

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