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Anstatt Captain‘s Dinner kochen und abwaschen

18. August 2015 von

Foto: zvg

Leitungsteam und Teilnehmer der Segelreise beim «Trockenfallen» am Strand.

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Die ganz Mutigen konnten sich auf das Klüvernetz zu vorderst am Schiff wagen.

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Unterwegs auf der Velotour rund um die Insel Vlieland.

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Waren die Segel gesetzt und der Kurs richtig, lag auch mal ein wenig Erholung drin.

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Leitungsteam und Teilnehmer der Segelreise beim «Trockenfallen».

Von

Online seit
18. August 2015

Printausgabe vom
20. August 2015
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Vom 9. bis 16. August erlebten Jugendliche der Pfarrei Heilig Geist eine sehr schöne, abwechslungsreiche Firmreise-Segelwoche mit einem hundertjährigen Schiff in Holland.

Samstagmorgen, 6 Uhr am Flughafen Kloten: Etwas verschlafen, aber erwartungsfroh trafen sich zwölf Jugendliche, die sich in diesem oder im nächsten Jahr auf ihre Firmung vorbereiten, zum Start ihrer Firmreise. Geleitet wurde die Reise vom Jugendarbeiter der Pfarrei, André Bürkler, vom Firmverantwortlichen Matthias Braun und von der ehrenamtlichen Firmbegleiterin Elisabeth Lehmann. Niemand von den Jugendlichen war schon einmal mit einem Schiff gesegelt. Darum wurde die «Windbruid», das über hundertjährige Schiff, ausgiebig bestaunt, als die Gruppe in Enkhuizen am Ijsselmeer von Skipperin Sandra begrüsst wurde und an Bord ging. Das Schiff, auf dem die Gruppe eine Woche lang segeln, essen und schlafen sollte, war eine 23 Meter lange «Tjalk». So werden ehemalige Lastensegler genannt, deren Bug und Heck abgerundet sind, damit möglichst viel hineinpasst. Nachdem reichlich Proviant eingekauft und versorgt worden war, rief die Skipperin «Leinen los», und das Abenteuer begann.

Eintauchen in eine andere Welt

Eine ungewohnte Welt tat sich auf. Worte, die die Jugendlichen noch nie gehört hatten, mussten gelernt und die entsprechenden Aktionen ausgeführt werden: Klüver, Fock- und Grosssegel setzen, die Schot vor der Wende lösen und nachher festmachen, verschiedene Knoten lernen zum Befestigen der Falls, des Niederholers, der Fender und der zusammengerollten Segel…
Matrosin Jana wies jedem passende Aufgaben zu und erklärte diese mit grosser Geduld. Trotzdem brauchte es einige Segelmanöver, bis alle wussten, was sie zu tun hatten. Skipperin Sandra demonstrierte, wie man das Ruder steuert. Schon am ersten Tag, als bei günstigem Wind bis zum späten Abend gesegelt wurde, um das Wattenmeer zu erreichen, merkte die Mannschaft, dass ein Segeltörn keine Kreuzfahrt ist: Statt bedient zu werden, musste jeder selbst Hand anlegen an der Schot, an Tauen und Kurbeln, statt «Captain‘s dinner» wurde auf einem schwankenden Schiff selbst gekocht und abgewaschen, und für das «Sünnele» an Deck gab es keine Liegestühle, vielmehr wurde es immer wieder von Manövern unterbrochen.

Nur gemeinsam kommt man ans Ziel

Nur gemeinsam konnte ein so grosses Schiff gesegelt werden. Teamwork war entscheidend, beim Segeln genauso wie in der Bordküche. Auch weil die gemeinsam gemeisterten Aufgaben den Teamgeist förderten, entwickelte sich die Reise zu einer spannenden Erfahrung mit vielen schönen Momenten. Neben dem Segeln blieb genug Zeit zum Musik hören, sich erholen, für gute Gespräche, und um die Landschaft des Wattenmeers mit Inseln und Sandbänken, Seehunden und Vögeln zu geniessen. Ein Höhepunkt der Reise war das «Trockenfallen» auf dem Wattenmeer, bei dem man an einer flachen Stelle den Anker wirft und wartet, bis bei Ebbe Wasser abfliesst und das Schiff auf dem Watt steht. Beim Spazieren durchs Watt wurden Krebse, Austern und Muscheln gesammelt, die die Skipperin Sandra später gekonnt zubereitete. Weitere Highlights waren eine Velotour durch die Dünenlandschaft der Insel Vlieland, ein Nachtspaziergang am Strand, bei dem das Wasser wegen Leuchtplanktons leuchtete, und nicht zuletzt das Baden im Meer, in das man auch per «Tarzanschaukel» mit entsprechenden Schreien von Bord aus springen konnte.
Auch die abendlichen Landgänge in den malerischen Hafenorten sowie der Abschluss in Amsterdam mit Grachtenfahrt und Freizeit zum Bummeln durch die Altstadt fanden grossen Anklang. Was bleibt, sind wunderbare Erinnerungen und die Erfahrung, dass man Grosses nur gemeinsam erreichen kann.

Eingesandt von Matthias Braun, Katholische Kirche Heilig Geist

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