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Baugeschichte Höngg

An Hönggers Grenze

15. März 2017 von

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Online seit
15. März 2017

Printausgabe vom
16. März 2017
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Einst ein «Bachtäli» am Stadtrand, wuchs das Frankental mit der Erschliessung durch den Verkehr zum eigenständigen Quartier heran.

Als der Marchstein zwischen der Grafschaft Baden und Zürich aufgestellt wurde, gab es im heutigen Frankental vor allem Wiesen, Wald, Sumpf und einen Bach. Trotzdem war hier einiges los: 1443 versuchten die Eidgenossen via Limmatübergang in Baden von dieser Stelle her über die Stadtgrenze zu gelangen. Ohne Erfolg. Damals brannte es vorne im Dorf bereits. Später, im Zuge der Französischen Revolution, ging es noch heisser zu und her, aber dies ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden soll ─ oder in der Höngger Ortsgeschichte nachgelesen werden kann. In jedem Fall fanden auch die geplagten, reichen Stadtzürcher Gefallen an der sonnigen und naturnahen Lage des Rebbauerndorfes Höngg und bauten ihre Sommerresidenzen im Quartier. Es handelte sich um Herrschaftshäuser mit zahlreichen Zimmern und Umschwung, eines der ersten war das Herrenhaus in (Ober-) Eggbühl, wo heute das Suchtzentrum Frankental ansässig ist. Auch dort, wo die Stadt später das Pflegezentrum Bombach errichtete, befand sich früher ein Landsitz mit Herrenhaus und einem Festsaal, in dem eine Orgel Platz fand. Während des 2. Weltkrieges diente das Gut «Bombach» als Unterkunft des von der Künstlerin Sasha Morgentaler gegründeten «Frauenhilfsdienstes». In den 50er und 60er Jahren kaufte die Stadt Land und liess viele Gebäude abreissen, Genossenschaften bauten, ein Bauboom begann.

Verkehr bestimmt das Ortsbild

Lange war die Frankentalerstrasse nichts weiter als ein schmaler Fahrweg, für den Schwerverkehr ungeeignet und deshalb gesperrt. Die Strecke Zwielplatz bis Wartau wurde 1856 neu gebaut, während zeitgleich die Zürcherstrasse (heute Limmattalstrasse) erweitert wurde. 32 Jahre später fuhr zum ersten Mal ein Tram vom Escher-Wyss-Platz bis zur Wartau. Mit der Verlängerung der Linie bis zur Stadtgrenze Frankentalweg im Jahr 1954 und der Namensgebung der Endhaltestelle (Frankental) begann wohl auch die Bezeichnung des ganzen Gebietes als «Frankental», während vorher damit nur das Tälchen mit Bach und Frankenbühl gemeint war. Im «Höngger» vom 23. Mai 1969 wurde das Projekt einer vierspurigen Umfahrung diskutiert: «Im Modell sollte die Umfahrung die Funktion einer Sammelstrasse ausüben, welche den Raum Rütihof erschliesst» und das Zentrum beim Meierhofplatz entlastet, heisst es dort. Geplant war, im Rütihof eine Siedlung für 7000 Menschen anzulegen. Schon damals äusserte man Bedenken, dass die vorgeschlagene Lösung keine wirkliche Entlastung für das Zentrum bringen würde. Nichtsdestotrotz begann am 28. August 1970 der Bau der Umfahrungsstrasse. Zwar wurde die Bautätigkeit aus finanziellen Gründen kurzfristig unterbrochen, doch schon am 20. Dezember 1972 wurde die neue Franketalerstrasse dem Verkehr übergeben. Am 4. Mai 1973 schrieb ein Leser der Höngger Zeitung: «Die Frankentalerstrasse hat eine gewisse Erleichterung gebracht, das spürt man schon. Aber sonst ist alles beim Alten».

Quellen: Beat Frey, Ortsmuseum. Höngger Ortsgeschichte, Georg Sibler. Höngger Archiv.

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