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Dorfleben

Alte Migros: Wer zieht neu ein?

1. Dezember 2011 von

Foto: Fredy Haffner

Die alte Migros steht leer. Wer neu einzieht, ist noch nicht restlos klar.

Von

Online seit
1. Dezember 2011

Printausgabe vom
01. Dezember 2011
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Seit Montag, 21. November, ist die neue, grössere Migros-Filiale in der Liegenschaft der Firma Zweifel Weine an der Regensdorferstrasse 20 geöffnet. Das alte Lokal am Kappenbühlweg ist geschlossen, die Umbauarbeiten haben begonnen. Welche Firmen werden einziehen?

Es liegt längere Zeit zurück, dass der Meierhofplatz das eigentliche Dorfzentrum von Höngg war. Zumindest was das Angebot an Detaillisten betraf, war es das in vergangener Zeit. Die Migros war mit einer kleinen Filiale an der Limmattalstrasse, bei der VBZ-Haltestelle «Alte Trotte», vertreten. Dann eröffnete sie 1959 eine zweite Filiale an der Regensdorferstrasse, korrekterweise Kappenbühlweg 5. Damit fand eine erste, stille Verlagerung der Kundenströme vom Meierhofplatz weg stadtauswärts statt, die 1991 mit der Eröffnung des Hönggermarktes mit Coop, Drogerie und anderen Geschäften voranschritt und nun mit der neusten Migros-Filiale weiter fortschreiten dürfte. Eine Frage, die viele Hönggerinnen und Höngger in diesem Zusammenhang beschäftigt, ist, welche Firmen in die nun frei gewordenen Räumlichkeiten der Migros am Kappenbühlweg 5 einziehen werden. Viel wurde im «Dorf» bereits geredet, der «Höngger» hat nachgefragt. Wie Rolf Fuchs von der Unternehmenskommunikation der Genossenschaft Migros Zürich mitteilte, wird am bisherigen Standort neu eine Denner-Filiale und eine Drogerie-Parfumerie eröffnet. Der bisherige Schuh- und Schlüsselservice sowie der bestehende Kiosk werden bleiben. Die Eröffnung ist auf Ende März 2012 vorgesehen, die Umbauarbeiten haben begonnen. «Die Nutzung einer weiteren Fläche ist derzeit noch in Planung», führte Fuchs weiter aus, denn mit den genannten Geschäften alleine ist die Fläche noch nicht ausgenutzt. Definitive Informationen zum kommenden Angebot liegen derzeit jedoch noch nicht vor.

Wo bleibt die Vielfalt?

Eine Drogerie und eine Denner-Filiale? Da stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien die Migros – oder auch andere Liegenschaftenbesitzer − Firmen und Detaillisten aussucht, denen sie ihre Ladenfläche vermietet? Wird dabei Rücksicht genommen auf die Bedürfnisse des Quartiers und das geschäftliche Umfeld? Denner ist mit einer «Denner-Express»-Filiale bereits am Meierhofplatz vertreten. Auch wenn die geplante Denner-Filiale herkömmlichen Stils andere Kundenbedürfnisse anspricht als «Denner-Express», eine wirkliche Bereicherung des Angebots ist das nicht. Zumal sowohl Coop im Hönggermarkt wie auch Pam am Zwielplatz ähnliche Kundenbedürfnisse abdecken. Auch eine gut geführte Drogerie-Parfumerie existiert in Höngg bereits seit 22 Jahren im Hönggermarkt. Gegen verschiedene Anbieter aus dem gleichen Segment ist grundsätzlich nichts einzuwenden – Höngg hatte über lange Jahre zwei, ja kurzzeitig sogar drei Drogerien –, doch wäre es in einem Quartier, das nur über eine begrenzte Anzahl Verkaufsflächen verfügt, nicht wichtiger, dieses beschränkte Gut im Sinne einer Vielfalt zu vermieten? Wo in Höngg gibt es, um nur einige Beispiele zu nennen, Sport- und Freizeitartikel zu kaufen? Oder Bücher, Musik, Filme und Spiele der Unterhaltungselektronik? Auch im Bereich Schuhhandel sind längst nicht alle Bedürfnisse gedeckt. Von einem Geschäft der Bau- und Hobbybranche ganz zu schweigen, doch da bräuchte es tatsächlich Flächen, die in Höngg schlicht und einfach nicht vorhanden sind. Hinzu kommt, dass weitere, alteingesessene Betriebe im Dorfzentrum geschlossen wurden oder bald werden: Am Meierhofplatz schloss diesen Sommer die «Dorfmetzg». Wer Fleisch nicht beim Grossverteiler einkaufen möchte, geht weiter in die Wartau-Metzg. Schliessen wird im Frühjahr auch der Karten- und Copy-Shop an der Limmattalstrasse, womit Höngg dann, erneut abgesehen vom Sortiment der Grossverteiler, das letzte Angebot an Papeteriewaren verliert. Mit solchen Überlegungen konfrontiert, meinte Rolf Fuchs: «Geeignete Mieter für den alten Migros-Standort zu finden, ist anspruchsvoll. Für Branchen wie eine Buchhandlung braucht es eine grössere Kundenfrequenz als die vorhandene.» Anders sehe dies mit Denner und der Drogerie-Parfumerie aus. «Diese», so Fuchs, «können mit der vorhandenen Frequenz gut geschäften. Und Personen, die an der Regensdorferstrasse einkaufen wollen, werden mit den Läden Migros, Denner, Drogerie-Parfumerie einen guten Mix haben, und dies alles innerhalb von 150 Metern.» Womit dann alle Hönggerinnen und Höngger ihre Bedürfnisse abgedeckt sähen. Oder nicht? Der «Höngger» ist gespannt auf Leserbriefe zu diesem Thema . . .

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