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50 Jahre Schulhaus Riedhof

13. Juni 2013 von

Foto: zvg

Wo Lego-Berge sich erheben, da macht das Bauen Spass.

Foto: zvg

Auch wo Sand-Berge sich erheben, macht das Bauen Spass.

Von

Online seit
13. Juni 2013

Printausgabe vom
13. Juni 2013
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Zum fünfzigsten Geburtstag der Schulanlage Riedhof organisierten Schulteam und Elternforum eine Projektwoche mit abschliessendem Sommerfest. Im Vordergrund stand die Eigeninitiative der 350 Kinder der Schulen Riedhof und Pünten.

Kann ich machen, was ich will? Finde ich irgendwo Achtzigernägel? Sollen wir zusammen eine Brücke über den Bach bauen? Hat es genug Material für einen Turm bis zur Zimmerdecke? Kann ich mein Kuchen-Rennauto mit roten Streifen verzieren? Ist es wahr, dass die ganze Woche lang die Sonne scheint? Muss ich jetzt tatsächlich Pause machen? Darf mein Kind in die Schule kommen, obwohl es frei hat? Wenn alle diese Fragen mit Ja beantwortet werden, dann ist Projektwoche in der Schule Riedhof-Pünten. Die Schulanlage Riedhof, ein Werk des Architekten Alfred Roth, ist eingestuft als Gebäude von höchstem architekturgeschichtlichem Rang. Im Frühjahr 1963 besuchten die ersten Kinder die Schule Riedhof. Heute wirkt die Gebäudegruppe immer noch modern und beeindruckt durch die schöne Lage am Hang. Seit der Sanierung in den Jahren 1999 bis 2001 entspricht das Gebäude wieder weitgehend dem Originalzustand. Schnell war klar, dass die Schülerinnen und Schüler zum Jubiläum Gelegenheit bekommen müssten, sich selbst als Baumeister zu betätigen. Das Konzept sah vor, den Kindern möglichst vielfältige Materialien zur Verfügung zu stellen. Sie sollten sich nach Lust und Laune an den verschiedenen Bauplätzen betätigen, sich eigene Herausforderungen stellen und ihre Luftschlösser materialisieren. Bewusst wurde auf Zielvorgaben und Arbeitsanweisungen verzichtet, und konsequenterweise gab es auch keine Gruppeneinteilungen. Zwanzig Kubikmeter Sand, acht Tonnen Schwartenholz, Tausende PET-Flaschen, mehrere Hundert Kartonröhren, ein Zimmer voller Schuhschachteln, 7318 Parketthölzchen, 200 Kilogramm Bambusstäbe, 70 Kilo Legosteine, Kisten voller Tücher und Lehm, aber auch je 20 Kilogramm Mehl, Zucker und Schokolade, ein gigantischer Wachsklumpen, dazu Steine, Klebstreifen, Gummibänder und Farbflaschen standen am Montag bereit. Zehn ausgeliehene Fotoapparate und eine Medienwerkstatt sollten zur Dokumentation der Woche anregen. Das Schulteam hoffte auf die kreativen Ideen der Kinder, eine dynamische Verteilung auf die 23 Bauplätze und endlich auf trockenes Wetter. Die Jahrzehnt-Sintflut hatte sich verzogen, und die Wetterbildchen in der Zeitung verhiessen nachhaltige Besserung. Zur Begrüssung wurde das Projektwochenlied gesungen. Kaum war der letzte Ton verklungen, stoben die Kinder auseinander. Sie realisierten schnell, dass sie diese Woche die eigenen Ideen im eigenen Tempo verwirklichen konnten. Es bildeten sich Arbeitsgemeinschaften quer durch alle Altersgruppen; Sechstklässler wurden im Sandhaufen gesichtet und Kindergartenmädchen im Textildruckatelier. Neue Freundschaften wurden geschlossen. Motivation und Eigenaktivität waren so gross, dass die Kinder zwischendurch regelrecht zu kurzen Trinkpausen genötigt werden mussten. Hütten und Türme, Kugelbahnen und Sandburgen, Brücken und Lebkuchenhäuser entstanden aus dem Nichts, wurden bespielt, verändert und schliesslich am Freitagabend wieder abgebrochen. Was bleibt, sind die wunderschönen Reportagen der Jungjournalisten, die Erinnerung an eine friedvolle Woche zusammen mit neuen und alten Freundinnen und Freunden. Vor allem aber bleibt die Gewissheit: Was ich mir vornehme, das kann ich auch tun.

Claudio Bernasconi, Schulleiter Riedhof-Pünten

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