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100 Minuten Emotionen über Emotionen

30. Mai 2016 von

Foto: Kurt Kuhn

Thomas Eugster (Mitte) und Rafael Dössegger (rechts), beide zehn Jahre in der 1. Mannschaft, werden von Präsident-SVH Martin Gubler (links) verabschiedet.

Foto: Kurt Kuhn

Lukas Baur (links) war nur eine Saison beim SVH, jedoch die meisteZeit verletzt. Raschid El Akab war drei Saisons lang Stammspieler und als solcher ein solider Innenverteidiger mit enormer Sprungkraft.

Von

Online seit
30. Mai 2016

Printausgabe vom
02. Juni 2016
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Wie jedes Jahr beim letzten Heimspiel wurden auch am vergangenen Samstag diejenigen Spieler verabschiedet, die den Fussballschuh an den Nagel hängen oder in der neuen Spielzeit für einen anderen Verein spielen. Danach startete ein spannendes Spiel gegen den Tabellennachbarn Lenzburg.

Bereits vor dem Spiel gingen die Emotionen auf dem «Hönggi» hoch, als Thomas Eugster und Rafael Dössegger nach zehn Jahren, in denen sie die sehr erfolgreiche SVH-Zeit entscheidend mitgeprägt hatten, von SVH-Präsident Martin Gubler verabschiedet wurden. Sie und ihre immer präsenten Familien werden dem SVH sehr fehlen. Auch von Raschid El Akab galt es nach drei Saisons sowie, nach nur einer Saison, von Lukas Baur Abschied zu nehmen. Die nochmalige Steigerung der Emotionen bis zum Siedepunkt brachte die Schweigeminute für den SVH-Freund Eugen Fuchs, welcher der 1. Mannschaft sehr nahe gestanden hatte und kürzlich, viel zu früh und unerwartet, verstarb.
Nach diesem bereits emotionalen Start begann das zweitletzte Spiel der Saison 2015/2016 gegen den Tabellennachbarn FC Lenzburg, das beiden Teams lediglich noch zur Ranglistenkosmetik diente. Entgegen dem Spielverlauf der ersten Viertelstunde ging nach einer Unachtsamkeit in der Höngger Defensive der Gast durch den kräftigen Rafed Bayazi in der 17. Minute 1:0 in Führung. Niemand in der Höngger Verteidigung hatte sich für den Lenzburger Stürmer verantwortlich gefühlt und dessen Schuss war für den Höngger Torwart Fabio de Almeida Pereira unhaltbar. Die Mannschaft von Trainer Andreas Hediger hatte nun die besten Momente und war vor allem durch die äusserst schnellen und meist präzis vorgetragenen Konterangriffe stets sehr gefährlich. Doch in den letzten zwanzig Minuten der ersten Spielhälfte stieg der Spielanteil der Stadtzürcher von Minute zu Minute und die torgefährlichen Situationen vor dem Lenzburger Tor häuften sich. Mit einem Chancenplus, jedoch ohne Torerfolg für das Team von Trainer Simon Roduner, ging es mit 0:1 in die Halbzeitpause.

Fünf Tore in der zweiten Halbzeit

Gleich zu Beginn der zweiten Spielhälfte dominierten die Gastgeber wiederum das Spielgeschehen und es entwickelte sich so eine Art Powerplay mit gelegentlichen schnellen Konterangriffen des FC Lenzburg. Mirakulös entschärfte der Aargauer Torwart Stephan Wernli (57.) einen herrlich in die entfernte Torecke gezirkelten Schuss von Marco Riso. Diese Aktion löste nun beim SV Höngg einen Dauersturmlauf auf das gegnerische Tor und das Herausspielen von Grosschancen im Fünf-Minuten-Takt aus. Pascal Forny löste (62.) Mario Gubler auf dem Spielfeld ab. Endlich, nach einer herrlichen Flanke von der rechten Angriffsseite, erzielte Rafael Dössegger mit einem wuchtigen Kopfball in der 64. Minute den hochverdienten Ausgleich zum 1:1. «Ist es wohl das allerletzte von unzähligen Dössegger-Toren für den SVH?», fragte sich manch einer der Zuschauer wehmütig.
Die SVH-Freude über den Ausgleichstreffer dauerte gerade einmal acht Minuten (72.), ehe ein Höngger Verteidiger blackout-mässig den Ball einem Lenzburger überliess und Fidan Tafa die erneute, glückliche Führung für die Gäste erzielte.
In der 77. Minute nahm SVH-Trainer Simon Roduner einen Doppelwechsel vor: Für Steven Stutz und Manuel Georgis kamen Michael Schreiner und Thomas Eugster zum Einsatz. Lenzburgs Arshik Ahmetaj rettete (79.) die Lenzburger auf der Torlinie vor dem erneuten Höngger Ausgleich und der beste Lenzburger auf dem Spielfeld, Torwart Stephan Wernli, agierte hervorragend, als er ein Geschoss von Rafael Dössegger, gezielt auf die hohe linke Torecke, in extremis hinter sein Tor lenkte. Nach einem weiteren Durcheinander im Lenzburger Strafraum (84.) war es SVH-Serientorschütze Toni Forner, der mit seinem flachen Schuss von der Strafraumgrenze aus zum 2:2-Ausgleich traf.

Emotionale, umkämpfte Schlussphase

Jetzt waren es die Emotionen aus dem Spielverlauf heraus, die das Geschehen beherrschten, umso mehr als ein Fehlzuspiel in der SVH-Angriffsbewegung nach vorne in der 88. Minute den Aargauern die erneute Führungschance bot und sich Fidan Tafa prompt zum Lenzburger Doppeltorschützen krönte.
Es lief die 90. Spielminute und der Dauerdruck des SVH hielt an. Anschliessend an einen Eckball und ein Getümmel im Lenzburger Strafraum war es erneut Toni Forner, welcher sich im Luftkampf gegen einige fremde und eigene Spieler durchsetzte und den Ball mit dem Kopf zum vielumjubelten 3:3-Ausgleich ins Lenzburger Tor beförderte. So ging das letzte Heimspiel der Saison als eine sehr unterhaltsame Partie nach einer kurzen Nachspielzeit mit einem Remis zu Ende. Der Lenzburger Torwart hatte den Gästen den einen Punkt gerettet, da er einige hochkarätige SVH-Torchancen vereitelte.

Nächstes Spiel
Samstag, 4. Juni, 18 Uhr, SC Zofingen gegen SV Höngg 1, Sportanlage Trinermatten, Zofingen

Matchtelegramm
Samstag, 28. Mai, Sportplatz Hönggerberg
SV Höngg – FC Lenzburg 3:3 (0:1)
100 Zuschauer
Tore: 17. Bayazi (0:1), 64. Dössegger (1:1), 72. Tafa (1:2), 83. Forner (2:2), 88. Tafa (2:3), 90. Forner (3:3).
SVH: De Almeida Pereira, Rutz, Djukaric, El Akab, Riso, Stutz (77. Eugster), Georgis (77. Schreiner), Gubler (62. Forny), Pereiera Da Costa, Dössegger, Forner

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